nnz-Betrachtung: Vom WAB zur GmbH
Donnerstag, 14. August 2003, 14:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war einmal ein Wasser- und Abwasserkombinat. Das nannte sich schlicht und ergreifend WAB. Dann wurde daraus ein Zweckverband, nun soll dieser zum GmbH mutieren. Dazu eine Betrachtung Ihrer nnz.
Die Stadt Nordhausen hat einen Standort-Katalog herausgebracht. nnz berichtete darüber am Montag dieser Woche. Da wird für Nordhausen als Standort künftiger Industrie- und Gewerbesiedlungen geworben. Zu den so genannten Standortfaktoren gehören auch die Konditionen für Wasser oder Abwasser. Die sollen für Trinkwasser sehr günstig sein, steht in dem Katalog. Doch vielleicht muß schon bald dieser Satz relativiert werden.
Wie die nnz-Redaktion gestern und heute exklusiv berichtete, könnten im kommenden Jahr so genannte Erschließungsbeiträge für Trinkwasser erhoben werden. Egal, wie viel das pro Grundstücksquadratmeter gezahlt werden muß – der Bürger, vor allem aber die Unternehmen im Landkreis Nordhausen werden das spüren. Die verfügen über relativ große Grundstücke, auch im ländlichen Raum ist eine Größe zwischen 1.500 und 2.500 Quadratmeter eher die Regel denn die Ausnahme. In den Städten werden die etwas kleineren Grundstücksflächen mit den Geschossfaktoren multipliziert.
Nun könnte die Umwandlung des Zweckverbandes in eine GmbH zwar eine Beitragserhöhung ausschließen, doch die Einnahmesituation des Trinkwasserversorgers wird sich dadurch nicht wesentlich ändern. Weniger Geld für Investitionen, dafür die Zahlung von Konzessionsabgaben an die Kommunen wird im nächsten Jahr auf der Tagesordnung stehen. Zu Tode sparen kann sich selbst der effektivste Verband, kann sich aber auch nicht eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Deshalb plädierte der Vorsitzende des Wasserverbandes Nordhausen, Martin Höche, nochmals gegenüber nnz für neue und vor allem, für größere Strukturen. Warum sollte über eine Zusammenführung von Wasser- und Abwasserverbänden nicht nachgedacht werden? In den jeweiligen Verbandsversammlungen sitzen zum größten Teil die gleichen Leute, die Bürgermeister der Kommunen.
Und dann werden Fusionen von Verbänden auch noch vom Land Thüringen gefördert. Wann ist das schon mal der Fall in diesem Freistaat. Es gibt also in den kommenden Wochen und Monaten viel zu tun im Verbandswesen des Landkreises Nordhausen. In den Geschäftsführungsetagen muß gerechtet werden, in den Vorständen muß argumentiert werden. Letztlich wird man sich den neuen Strukturen nicht verschließen können. Das Geld wird einen zwanghaften Druck ausüben.
Übrigens: Ähnlich war es doch auch beim Schritt vom WAB zum Verband. Nur heute ist es weniger chaotisch. Hoffentlich!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDie Stadt Nordhausen hat einen Standort-Katalog herausgebracht. nnz berichtete darüber am Montag dieser Woche. Da wird für Nordhausen als Standort künftiger Industrie- und Gewerbesiedlungen geworben. Zu den so genannten Standortfaktoren gehören auch die Konditionen für Wasser oder Abwasser. Die sollen für Trinkwasser sehr günstig sein, steht in dem Katalog. Doch vielleicht muß schon bald dieser Satz relativiert werden.
Wie die nnz-Redaktion gestern und heute exklusiv berichtete, könnten im kommenden Jahr so genannte Erschließungsbeiträge für Trinkwasser erhoben werden. Egal, wie viel das pro Grundstücksquadratmeter gezahlt werden muß – der Bürger, vor allem aber die Unternehmen im Landkreis Nordhausen werden das spüren. Die verfügen über relativ große Grundstücke, auch im ländlichen Raum ist eine Größe zwischen 1.500 und 2.500 Quadratmeter eher die Regel denn die Ausnahme. In den Städten werden die etwas kleineren Grundstücksflächen mit den Geschossfaktoren multipliziert.
Nun könnte die Umwandlung des Zweckverbandes in eine GmbH zwar eine Beitragserhöhung ausschließen, doch die Einnahmesituation des Trinkwasserversorgers wird sich dadurch nicht wesentlich ändern. Weniger Geld für Investitionen, dafür die Zahlung von Konzessionsabgaben an die Kommunen wird im nächsten Jahr auf der Tagesordnung stehen. Zu Tode sparen kann sich selbst der effektivste Verband, kann sich aber auch nicht eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Deshalb plädierte der Vorsitzende des Wasserverbandes Nordhausen, Martin Höche, nochmals gegenüber nnz für neue und vor allem, für größere Strukturen. Warum sollte über eine Zusammenführung von Wasser- und Abwasserverbänden nicht nachgedacht werden? In den jeweiligen Verbandsversammlungen sitzen zum größten Teil die gleichen Leute, die Bürgermeister der Kommunen.
Und dann werden Fusionen von Verbänden auch noch vom Land Thüringen gefördert. Wann ist das schon mal der Fall in diesem Freistaat. Es gibt also in den kommenden Wochen und Monaten viel zu tun im Verbandswesen des Landkreises Nordhausen. In den Geschäftsführungsetagen muß gerechtet werden, in den Vorständen muß argumentiert werden. Letztlich wird man sich den neuen Strukturen nicht verschließen können. Das Geld wird einen zwanghaften Druck ausüben.
Übrigens: Ähnlich war es doch auch beim Schritt vom WAB zum Verband. Nur heute ist es weniger chaotisch. Hoffentlich!
Peter-Stefan Greiner
