Mo, 17:43 Uhr
30.08.2010
Das Werben geht weiter
Wer da dachte, dass Nordhausen als Kommune groß genug ist, der sieht sich getäuscht. Das Werben geht weiter, wenn auch nicht auf Initiative der Rolandstadt. Nach der Goldenen Aue ist jetzt der Südharz dran...
Das wäre doch was, wenn Niedersachswerfen, Neustadt und Ilfeld künftig Ortsteile von Nordhausen wären? "Filetstück" soll Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke den Kurort Neustadt jüngst betitelt haben. Wie die Gemeinderäte das aufgenommen haben, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hatten die Neustädter Räte die Idee, das Gespräch mit Nordhausen zu suchen. Quasi als Alternative zu einem Diskussionspapier, das im Südharz seit einiger Zeit im Umlauf ist.
Dort soll geschrieben stehen, dass die strukturelle Zukunft des Südharzes in den kommenden Jahren sich verändern könnte. Zum Beispiel, dass Ilfeld, Neustadt und Niedersachswerfen sich zu einer Landgemeinde vereinen könnten. Der Rest? Fragezeichen, dorthin könnte dann erfüllt werden, ähnlich der Goldenen Aue.
Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt (CDU) bestätigte gegenüber der nnz die Avancen des Gemeinderates, die jedoch als urdemokratisch und völlig unverbindlich zu betrachten seien. Allerdings, derartige Ideen in Richtung Nordhausen kommen bei den Südharzern nicht gut an, vielmehr ist dort Eigenständigkeit der Trumpf. Und warum soll man sich nicht ausprobieren in dem Neuen, in der Landgemeinde, warum soll da die Möglichkeit der Mitgestaltung nicht besonders groß sein? Und was ist mit dem Südharzer Brauchtum, dem Tourismus, dem Gemeinsinn, wenn Neustadt oder Ilfeld nur noch Ortsteile von Nordhausen sind?
Soweit ist es noch nicht, Ende Oktober, Anfang November sollen per Gemeinderatsbeschluss die Weichen für die Zukunft gestellt werden, zuvor wird es eine Bürgerversammlung geben. Bürgermeister Erfurt schließt gegenüber der nnz eine Bürgerbefragung aus. Möglich wäre auch die Variante, dass alles bei derzeitigen Status Quo bleibt. Die Einwohnerzahlen stimmen in der Verwaltungsgemeinschaft.
Soweit die verwaltungstechnische Seite dieser Entwicklung. Damit verbunden sind auch politische Folgen. Bei den Gesprächen mit Vertretern der Stadt Nordhausen war neben Jendricke auch Dezernentin Inge Klaan (CDU) mit dabei. Ob deshalb nun gerade aus Neustadt beim jüngsten Kreisparteitag eine Gegenkandidatin gegen Klaan als CDU-Schatzmeisterin (siehe nnz-Archiv) ins Rennen geschickt wurde, bleibt vermutlich im Reich der Spekulation. Wie es in der Politik nun mal so ist.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDas wäre doch was, wenn Niedersachswerfen, Neustadt und Ilfeld künftig Ortsteile von Nordhausen wären? "Filetstück" soll Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke den Kurort Neustadt jüngst betitelt haben. Wie die Gemeinderäte das aufgenommen haben, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hatten die Neustädter Räte die Idee, das Gespräch mit Nordhausen zu suchen. Quasi als Alternative zu einem Diskussionspapier, das im Südharz seit einiger Zeit im Umlauf ist.
Dort soll geschrieben stehen, dass die strukturelle Zukunft des Südharzes in den kommenden Jahren sich verändern könnte. Zum Beispiel, dass Ilfeld, Neustadt und Niedersachswerfen sich zu einer Landgemeinde vereinen könnten. Der Rest? Fragezeichen, dorthin könnte dann erfüllt werden, ähnlich der Goldenen Aue.
Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt (CDU) bestätigte gegenüber der nnz die Avancen des Gemeinderates, die jedoch als urdemokratisch und völlig unverbindlich zu betrachten seien. Allerdings, derartige Ideen in Richtung Nordhausen kommen bei den Südharzern nicht gut an, vielmehr ist dort Eigenständigkeit der Trumpf. Und warum soll man sich nicht ausprobieren in dem Neuen, in der Landgemeinde, warum soll da die Möglichkeit der Mitgestaltung nicht besonders groß sein? Und was ist mit dem Südharzer Brauchtum, dem Tourismus, dem Gemeinsinn, wenn Neustadt oder Ilfeld nur noch Ortsteile von Nordhausen sind?
Soweit ist es noch nicht, Ende Oktober, Anfang November sollen per Gemeinderatsbeschluss die Weichen für die Zukunft gestellt werden, zuvor wird es eine Bürgerversammlung geben. Bürgermeister Erfurt schließt gegenüber der nnz eine Bürgerbefragung aus. Möglich wäre auch die Variante, dass alles bei derzeitigen Status Quo bleibt. Die Einwohnerzahlen stimmen in der Verwaltungsgemeinschaft.
Soweit die verwaltungstechnische Seite dieser Entwicklung. Damit verbunden sind auch politische Folgen. Bei den Gesprächen mit Vertretern der Stadt Nordhausen war neben Jendricke auch Dezernentin Inge Klaan (CDU) mit dabei. Ob deshalb nun gerade aus Neustadt beim jüngsten Kreisparteitag eine Gegenkandidatin gegen Klaan als CDU-Schatzmeisterin (siehe nnz-Archiv) ins Rennen geschickt wurde, bleibt vermutlich im Reich der Spekulation. Wie es in der Politik nun mal so ist.
Peter-Stefan Greiner

