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Mi, 10:38 Uhr
07.04.2021
Hochschule Nordhausen

Forschergruppe sucht landwirtschaftliche Betriebe

Im März eröffnete die Projektleiterin Frau Prof. Ariane Ruff das erste Online-Beiratstreffen der Forschergruppe ThIWertBioMobil. Besprochen wurden die geplanten Arbeiten im Projekt sowie der aktuelle Stand der Forschungsaktivitäten auf den Gebieten der automatisierten Sortierung von Altholz, Folien und Störstoffen aus Bioabfall sowie der Karbonisierung von unterschiedlichen Materialien und deren Einfluss auf die Pyrolysekohle...

Weitere Forschungsprojekte an der Hochschule Nordhausen (Foto: HSN) Weitere Forschungsprojekte an der Hochschule Nordhausen (Foto: HSN)


Neben den Projektmitarbeitern der Hochschule Nordhausen und der Bauhaus-Universität Weimar waren auch die Beiratsmitglieder der Firma TOMRA Sorting GmbH, der Südharzwerke Nordhausen GmbH, der Stadtwerke Erfurt GmbH, des Stahlwerks Thüringen GmbH, der Universalbeton Heringen GmbH & Co. KG sowie der Duderstädter Braumanufaktur GmbH & Co. KG anwesend. Zum Beiratssprecher wurde Herr Thomas Mund (Geschäftsführer Südharzwerke Nordhausen GmbH) gewählt.

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Ziel der am 1. Januar 2021 gestarteten Forschergruppe ThIWertBioMobil ist die verstärkte Mobilisierung der Biomassenutzung aus sekundären Rohstoffquellen im Freistaat Thüringen. Auf Basis der geplanten Forschungsarbeiten soll ein innovativer Beitrag zur Sicherung sowie Steigerung der Rohstoffbereitstellung für die heimische Industrie und Landwirtschaft geleistet werden. Zu diesem Zweck kooperieren die Hochschule Nordhausen und das Bauhaus-Institut für zukunftsweisende Infrastruktursysteme (b.is) der Bauhaus-Universität Weimar bei der Bearbeitung des Forschungsvorhabens. Dabei können die Institutionen auf ein großes Netzwerk aus kommunalen und privatwirtschaftlichen Akteuren zurückgreifen, um einerseits einen regionalen Wissenstransfer zu organisieren und andererseits nachhaltige Konzepte für eine zeitgemäße und „grüne Industrie“ voranzubringen. Durchgeführt werden die Arbeiten unter dem Dach des Thüringer Innovationszentrums für Wertstoffe (ThIWert), dessen Aufbau durch den Freistaat Thüringen erfolgt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird.

Im Forschungsvorhaben werden die Themenschwerpunkte automatisierte Sortierung von Altholz, Folien und weiteren Störstoffen aus Bioabfall, die Karbonisierung von Abfällen aus nachwachsenden Rohstoffen und deren Weiterverwendung als Pyrolysekohle bearbeitet. Im Fokus steht die Erhöhung der (roh)stofflichen Verwertung von Abfällen und deren Nutzung als Nährstoffträger. Die Förderung der Forschergruppe ThIWertBioMobil erfolgt durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

In den nächsten Monaten soll geklärt werden, wie die stoffliche Verwertung von Altholz, Resten aus dem Bioabfall und weiteren sekundären Rohstoffen mit Hilfe der Feststoffpyrolyse verbessert werden kann. So könnten beispielsweise Treber, Gärreste oder Pferdemist zu einer hochwertigen Pflanzenkohle umgewandelt werden, die wiederum auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden kann. Das Projektteam erhofft sich daraus erste Rückschlüsse zur Verbesserung der Bodenqualität hinsichtlich der Wasserhaltefähigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und Erosionsbeständigkeit. Pflanzenkohle, die nicht den Anforderungen der Düngemittelverordnung entspricht oder aus belasteten Quellen wie zum Beispiel behandeltes Altholz stammt, soll als Koksersatzprodukt der Schwerindustrie zugeführt werden.

Weitere Ziele der Forschergruppe sind die Entwicklung von neuen Projektideen sowie die Identifizierung von potenziellen Partnern und deren Integration in die Forschungsarbeiten. Aktuell suchen die Forscher nach landwirtschaftlichen Betrieben, die Probleme bei der Verwertung ihres Kuh- oder Pferdemists haben. Perspektivisch soll geprüft werden, ob sich die Errichtung einer Feststoff-Pyrolyseanlage im Landkreis Nordhausen lohnt und welche Voraussetzungen dafür zu schaffen sind. Interessierte Unternehmen und Landwirte können mit Herrn Dr. Borowski Kontakt aufnehmen.
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