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Sa, 15:52 Uhr
12.06.2021
ADAC Test

Benziner könnten noch sauberer sein

Neue Grenzwerte oder gleich ein komplettes Verbot? In der Diskussion um die Zukunft des Verbrennungsmotors gibt es diverse Vorschläge. Diesel- und auch immer mehr Benzinmodelle nutzen einen Partikelfilter, um die Grenzwerte der aktuellen Abgasnorm einzuhalten. Wie sauber die Fahrzeuge wirklich sind, zeigen aktuelle Ergebnisse aus Green NCAP und dem ADAC Ecotest...

Im Test waren weit über hundert der meistverkauften Modelle mit Otto- und Dieselmotor. Alle Fahrzeuge entsprachen der Abgasnorm Euro 6d bzw. Euro 6d-TEMP.

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Die Tests von Green NCAP zeigen, dass die durchschnittliche Partikelzahl bei allen Benzinern nicht nur bei 14 Grad mit kaltem bzw. betriebswarmem Motor, sondern auch mit Kaltstart bei minus 7 Grad sowie im Autobahnzyklus deutlich unter dem aktuellen Euro 6 Partikel-Grenzwert liegen. Die Messungen der Straßentests (RDE) bestätigen die Ergebnisse. Der ADAC Ecotest ergibt ein ähnliches Bild. Es zeigt sich aber, dass die durchschnittlichen Partikelzahlen der Benziner-Pkw deutlich höher sind als die der Diesel-Autos mit Partikelfilter, wenngleich die Emissionen der Benziner insgesamt wesentlich unter den Emissionen von früheren Dieseln ohne Partikelfilter liegen.

Während feine Rußpartikel früher ein Diesel-Problem waren, haben seit einigen Jahren auch Benzin-Direkteinspritzer damit zu kämpfen. Deshalb schreibt die Gesetzgebung für Fahrzeuge mit Direkteinspritzer analog zu Dieselmotoren Grenzwerte vor. Für Ottomotoren mit Saugrohreinspritzung gelten die Grenzwerte aber nicht. Doch gerade diese Pkw fallen im ADAC Ecotest immer wieder aufgrund ihres erhöhten Partikelausstoßes auf.

Nach Ansicht des ADAC besteht bei Ottomotoren – anders als bei Dieselmotoren – noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Dies gilt besonders für Ottomotoren mit Saugrohreinspritzung. Der Club ist offen für eine Überarbeitung der Verordnungen zur Verringerung der Schadstoffemissionen. Neue Grenzwerte dürfen aber nicht von vornherein darauf zielen, eine konkrete Technologie wie den Verbrennungsmotor ins Aus zu manövrieren. Sie können anspruchsvoll und im Rahmen des durchaus bestehenden Spielraums verschärft werden, sollten dabei aber technisch machbar bleiben und technologieunabhängig sein.
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Kommentare

12.06.2021, 21.59 Uhr
Paulinchen | Warum spricht der ADAC...
... nicht von der Herstellung von synthetischen Kraftstoffen???

Nahezu alle derzeit zugelassenen Verbrennungsmotoren hätten damit keine technischen Probleme. Oder wäre das die Gefahr für die E Autos??

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13.06.2021, 02.37 Uhr
Realist 1.0 | @Paulinchen das haben sie vollkommen recht
Nicht nur der ADAC sondern, auch den Vollversager in Berlin, ging das Thema Alternative Antriebsarten. Mit Verlaub , in denn letzten 20 Jahre am Ars*h vorbei.Wenn man bedenkt daß seid denn 60er Jahren, wird in Deutschland am Wasserstoff Antrieb geforscht. Ich hab 98 in der Berufsausbildung, ein Klassenfahrt zur IAA nach Frankfurt gemacht.Dort hatte BMW einen Stand zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle, zu dem hat sie auch einen Prototypen und eine Zapfsäule. Nach der IAA Kamm das große schweigen im Walde der Auto-Hersteller, es hat kaum eine Sau interessiert. Jetzt überholen uns die Asiaten nicht nur mit dem reinen E Antrieb, sonder sie bringen schon PKW's mit Brennstoffzelle auf denn Markt( Infrastruktur währe in Form von Tankstellen schon vorhanden, die müssen halt nur aufgerüstet werden). Hier in Deutschland wir hinterhergehe hält, was die Auto Technologie Entwicklicklung angeht, und die Städte werden mit Steckdosen(ach es heißt ja Ladesäulen) zu gepflastert.Ich hab ja letztes Jahr fast einen Lach-Krampf bekommen, als unser Wirtschaftsminister Altmeier so tat als ob er das Rad neu erfunden hat, in dem er angekündigt hat anfangen zu wollen Wasserstoff Entwicklungen zu fördern.Ich würd Mal behauptet denen in Berlin ist ziemlich spät ein Licht aufgegangen.Die Krönung seiner Ansprache war aber, das er Deutschland zu Spitzenreiter der Wasserstoff Technologie Weltweit machen will.Das wahr wirklich ein Schenkelklopfer.Was wiederum zeigt wie die Politiker in Berlin von der Realität entfernt sind (und zwar Licht-Jahre).In anderen Länder wird Inowation und Wissenschaft gefördert, hier in Deutschland wird es durch sinnlose Gesetze und Vorschriften verhindert.Das im Land der Dichter und Denker.

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13.06.2021, 11.40 Uhr
grobschmied56 | Sinn und Unsinn ...
... von Grenzwerten kann man lange überdenken. Wirkliche Logik vermag wahrscheinlich kaum jemand zu erblicken.
So wurde ein Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid für die Luft im Freien festgelegt. Ein politischer Wert, um den Herstellern von Verbrennungsmotoren das Leben schwer zu machen. In Innenräumen (z.B. Büro) darf die Konzentration schon 60 Mikrogramm betragen, an bestimmten Arbeitsplätzen bis 950 Mikrogramm.
Schon das Anzünden von zwei oder drei Kerzen auf einer festlich gedeckten Tafel läßt die Stickoxid-Konzentration in der Luft über die festgelegten 60 Mikrogramm ansteigen.
Die genannten Grenzwerte wurden überhaupt nicht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt, sondern 'nach Gefühl'.
Bei Heise (Telepolis) findet man hierzu:

>Die Gutachter, die ihn festlegten, schätzten "mangels brauchbarer Daten" einfach, "dass ein Gasherd die mittlere jährliche NO2-Konzentration im Haushalt auf 40 Mikrogramm erhöht" und schlugen dann "diese Größe als Richtwert" vor.
Die EU übernahm diesen Grenzwert, ohne dass die Regierungen der Mitgliedsländer ihn hinterfragten. Jetzt fordert der Berliner Landesverband der CDU, ihn auf seine wissenschaftliche Evidenz zu prüften. Überzeugt hat die Politiker anscheinend ein jahreszeitlich anschauliches Beispiel des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. In der Begründung des Antrags dazu heißt es nämlich: "Wenn selbst ein Adventskranz den aktuellen Grenzwert überschreitet, dann ist nicht der Adventskranz das Problem, sondern der Grenzwert".<

Paradebeispiel für Meßstellen-Unfug ist wohl der Heiligengeistwall in Oldenburg. Am 21. Oktober 2017 wegen eines Stadtmarathon für sonstigen Verkehr gesperrt, gab die Meßstelle trotzdem Werte zwischen 30 und 40 Mikrogramm Stickoxid aus!
Muß man jetzt nicht nur Diesel und Benziner, sondern auch Marathonläufe verbieten?

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13.06.2021, 16.44 Uhr
Realist 1.0 | @grobschmied56,noch interessanter wird es wenn den Messstellen Irrsinn
Europaweit vergleicht.In Deutschland stehen die Messstationen direkt an der Straße(max. 2,50m Höhe), in anderen Europäischen Ländern wie Griechenland, werden die auf Hochhäusern weit ab von Hauptverkehrsstraßen angebracht.Das hirnrisige ist, das Deutschland dieses Jahr wieder wegen zu hohen Schadstoffwerten von Brüssel getüftelt wurden ist, aber Länder die ihre Messstellen in denn hintersten Ecken und auf Hochhäusern anbringen, machen dich einen schlanken Fuß, und werden für ihre niedrigen Schadstoffwerte gelobt(auch wenn sie schäbige Weise erreicht wurden sind).Ein wahrlich tolles Europa, wo mit zweierlei Maß gemessen wird.

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