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23.09.2021
nnz-Forum

Gedanken zum Globalen Klimastreik

Die internationale Friday for Future Organisation hat schon länger den 24. September als Tag des Globalen Klimastreiks festgelegt. In weit über 300 Orten finden in Deutschland an diesem Tag Veranstaltungen statt. Dazu ein paar Gedanken von Manfred Kappler...

Doch vorher gab es noch den „Cleanup Day“. An diesem Tag sammelten über 100 Teilnehmer den Müll anderer Mittbürger in Nordhausen und Umgebung auf. Hierzu ein ganz großes DANKE! Nur was bringt das uns – wenn es morgen schonwieder genauso aussieht? Solange die Menschen nicht begreifen, dass unsere Erde keiner Müllhalde ist – hat das kaum einen Sinn. Erst wenn uns der Dreck bis zum Hals steht und unsere Umwelt und Natur nicht mehr bewohnbar sind werden eventuell die letzten Unbelehrbaren es merken.

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Am Sonntag war ich im Harz spazieren, gegenüber der ehemaligen Tiefenbachmühe gleich an der Einfahrt ins Schweinetal lag ein Haufen Gartenabfälle mit Erdbeerpflanzen, ein Stück weiter eine Plastetüte auf dem Weg, dann eine Alu- Verpackung am Berghang und dann noch weiter oben ein blauer Müllsack oder eine PVC- Plane – nicht viel. Weiter oben im Tal dann zwei, recht frische Coffee to go Becher neben dem Weg an den Rand geworfen. Was gibt es doch für Naturliebhaber, welche so unsere Umwelt verschönern?

Zurück zum Globalen Klimastreik – wenn ich auf die Karte der angemeldeten Streikorte sehe, fällt mir auf, dass die Harzregion außer Goslar und Sangerhausen eine leere Fläche zeigt. Befinden wir uns noch im Wohlstandsschlaf oder sind wir uns noch im weiter so? Eigentlich müssten wir doch durch die dutzenden Holztransporter aus dem Harz wachgeworden sein?
Die Auswirkungen der Klimakatastrophe sind im Harz unübersehbar. Selbst in den kühlen Kerbtälern tote Fichtenbestände und lauter Kahlflächen – dafür ungeahnte Aussichten.

Nicht nur das, es herrscht eine Totenstille – dort wo vor Jahren reges Waldleben war ist nichts. Früher röhrten hier in den Harzwäldern dutzende Rothirsche und die Feuchtstellen zeigten die Suhlen an – es ist nichts mehr. So gut wie keine Vögel und Insekten, vereinzelte Pilze und kaum ein Wald oder Herbstgeruch. Es scheint die ganze Artenvielfalt wäre am Aussterben.

Wozu nun noch für das Klima auf die Straße gehen? Die letzten UN-Bilanzen zeigen, dass in ca. 10 Jahren unsere Emissionen um weitere 16 % höher liegen als 2010. Somit lässt sich die globale Erderwärmung bis auf 2,7 Grad erhöhen. Hierdurch brauchen wir keine Energie mehr für Heizzwecke. Stellt sich nur die Frage, sind diese Auswirkungen der Klimaveränderungen noch bezahlbar? Alle technischen Veränderungen sind zu langsam gegenüber der rasanten Klimaveränderung.

Also machen wir weiter wie bisher, immer Mehr verbrauchen, und so immer Mehr zerstören. Nach uns die Sintflut – denn die kommt garantiert, wenn das Eis der Polkappen verschwindet. Wird uns unser Digitaler - Lebensraum zum Überleben ausreichen?

Das Bibelwort von Christus am Kreuz: „Vater vergib Ihnen denn Sie wissen nicht was Sie tun.“ Stimmt heute nicht mehr, „Denn Sie oder wir wissen genau was wir tun!“
Manfred Kappler Ilfeld Klimaaktivist
Anmerkung der Redaktion:
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