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Sa, 09:21 Uhr
16.10.2021
ADAC überprüfte erstmals Lastenräder

Fünf Dreiräder im Test

Rund 80.000 E-Lastenfahrrädern wurden im Jahr 2020 in Deutschland verkauft. Die Modellpalette ist breit: zwei oder drei Räder, langer Gepäckträger oder eine Transportkiste vorn...

Die ADAC Tester haben fünf dreirädrige Lastenräder mit drei verschiedenen Lenksystemen in den Kategorien Fahren, Antriebssystem und Motor, Handhabung und Komfort sowie Sicherheit und Verarbeitung untersucht. Außerdem wurden die Räder auf Schadstoffe untersucht. Dabei stand besonders der Transport von Kindern im Fokus.

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Gewinner sind die beiden teuersten Modelle im Test, beide mit Neigungstechnik. Das Modell Chike e-kids schneidet mit der Note 2,1 am besten ab. Hier überzeugen Fahrverhalten, gute Bremsen, die wendige und direkte Lenkung sowie die Ausstattung der Transportbox, die sich vor allem gut für den Kindertransport eignet. Auch das zweite Rad mit Neigungstechnik schnitt „gut“ ab. Das Butchers&Bicycles MK1-E Automatik (Note 2,4) ist das teuerste Modell im Test, allerdings lässt es sich in den Kurven nicht so agil fahren wie das Chike. Überzeugen konnte aber die hochwertige, umfassende Ausstattung mit kräftigem Motor, geringer Ladedauer, standfesten Bremsen sowie Riemenantrieb.

Das Vogue Carry 3 fiel mit „mangelhaft“ durch. Es erfüllt bei der Bremsleistung nicht einmal die Mindestanforderungen für E-Lastenräder und musste deshalb abgewertet werden. Generell sollten die Bremsen, gerade von schweren Lastenrädern so ausgelegt sein, dass auch bei voller Beladung und Bergabfahrt immer genügend Sicherheitsreserven vorhanden sind. Aber auch die schlechteste Beleuchtung im Testfeld und eine lange Akku-Ladezeit von rund 7,5 Stunden trugen zum schlechten Abschneiden bei. Im Mittelfeld befinden sich das Nihola e-family - ein Modell mit Achsschenkellenkung - und mit dem Babboe GO-E, neben dem Vogue ein weiteres Rad mit Drehschemellenkung. Beide Lastenräder erreichen das Testurteil „befriedigend“.

Aufgrund des höheren Gewichts der E-Lastenfahrräder büßen diese auch etwas an elektrischer Reichweite ein. Im Test lag die mittlere Reichweite zwischen 40 (Babboe) und knapp 65 Kilometer beim Nihola. Auch die Ladezeiten gehen auseinander. Am längsten dauert eine Vollladung beim Nihola (fast acht Stunden), während das Modell von Butchers&Bicycles nur knapp 3,5 Stunden dafür benötigt.

Alle Modelle im Test fielen den Testern gerade zu Beginn mit ihren äußerst gewöhnungsbedürftigen Fahrverhalten auf. Vor allem beim Abbiegen und in den Kurven sind eine entsprechende Körperhaltung sowie eine angepasste Geschwindigkeit notwendig, um einer möglichen Kippgefahr vorzubeugen. Probefahrten vor dem Kauf sind daher eine Grundvoraussetzung, auch um herauszufinden, welches Lenksystem den eigenen Vorlieben entspricht.

Die Anforderungen und Bedürfnisse an ein Lastenrad sollten unbedingt vor dem Kauf geklärt werden. Denn nicht jeder Transport - von Einkäufen über schwere Lasten bis hin zu Kindern - kann von jedem Modell ohne weiteres geleistet werden. Um Kinder sicher transportieren zu können, müssen die Hersteller aus Sicht des ADAC die Anschnallsituation noch verbessern. Auch beim Thema Unfallschutz im Kopfbereich der kleineren Mitfahrer gibt es noch Nachholbedarf. Grundvoraussetzung für Kind und Fahrer ist allerdings das Tragen eines Helmes.
Autor: red


Kommentare
Nachgefragt
16.10.2021, 14.44 Uhr
Das ist doch mal eine sensationelle Nachricht, die mich
an eine Mitteilung in den sozialen Medien vom 11.09.September 2021 erinnert. Hier wurden 2 Bilder veröffentlicht zu aktuellen Innovationen aus 2021. Eines aus Deutschland, auf dem ein Lastenfahrrad vorgestellt wird, das von unserer Kanzlerin, 3 Ministerpräsidenten und dem Bundesverkehrsminister bestaunt und als technische Innovation in Deutschland hoch gelobt wird. Auf dem zweiten wird ein Hochgeschwindigkeitszug der neuesten Generation aus China in 2020 gezeigt, verbunden mit dem Titel "China-baut-500-km-lange-magnetschnellbahn-von-hangzhou-nach-shanghai". Der Zug soll nun 2021 in Dienst gestellt werden. Was fällt dabei auf?? Klar doch: Es ist schon interessant, wie armselig Chinas Innovationen schon 2020 gegenüber den deutschen in 2021 waren. In Deutschland sind wir heute (2021) schließlich schon so weit, daß der ADAC immerhin 5 Lastenfahrräder testen kann.!?!? Ist das nicht zum Weinen ???
Psychoanalytiker
16.10.2021, 19.06 Uhr
Deutschland und China
Ich war nie in China, kenne Land und Leute nur aus Filmberichten. Da sah ich einst Städte, in denen kaum Autos, sondern (fast) nur Fahrräder rumfuhren. Dann holte China (nicht nur industriell) irgend wie auf und jetzt fahren dort Mercedes, Audi, BMW und VW, meist große Limosinen oder SUV. Fahrräder sieht man in neueren Reportagen dort kaum noch.

Ich war meist in Deutschland, kenne das Land aus eigener Anschauung, aber auch aus Filmberichten. Da baute man früher im großen Stil Autobahnen, zunächst stabil und haltbar für Panzer, jetzt oftmals mit Betonkrebs und mit Dauerbaustellen versehen für PKW und Laster.

Fahrräder gab es hier auch, aber nicht so häufig, schon gar nicht für den Transport von "Lasten". Man wollte lieber PKW fahren. Im Osten wartete man sogar geduldig viele, sehr viele Jahre auf Trabbi, Wartburg, Lada, Skoda & Co. . Sogar Mos-kwietsch und Sapo-frosch wurden lieber gekauft als Fahrräder.

Nach der Wende kam der Boom, man fuhr in Ost und West gerne Mercedes, BMW, Audi, VW und ... PKW aus Asien. Und die gabs damals zuhauf, weil man dort halt Fahrrad fuhr.

Jetzt kehrt es sich um. In China und anderen asiatischen Ländern fährt man kaum noch Fahrrad, dafür unsere in Deutschland mit know how konstruierten PKW. Dank der GRÜNEN, aber auch Dank der "Pappnasen" anderer Parteien fährt man "heute" in Deutschland nun E-Bikes und Lastenfahrräder, Tendenz steigend.

China und Asien wollen die Welt nicht retten, Deutschland im Alleingang aber schon. Und daher fahren wir in Deutschland zunehmend Drahtesel, wobei meine Betonung auf "Esel" liegt, die "Chinesen" aber Deutsche Wertarbeit. So ändern sich Betrachtungsweisen und ... .
grobschmied56
16.10.2021, 19.33 Uhr
Der Plan der Grün_*:Innen...
... Deutschland ins Biedermeier zurückzubomben macht offensichtlich gute Fortschritte. Erinnert mich an die Endphase der DDR, als man Chips von Zilog durch Reverse Engineering 'nachempfand' und das als technologischen Durchbruch feiern lies. Der tatsächliche technische Fortschritt wurde derweil in Kalifornien und Taiwan gemacht. Geschichte wiederholt sich.
diskobolos
16.10.2021, 20.02 Uhr
Doppelt falsch!
"China und Asien wollen die Welt nicht retten, Deutschland im Alleingang aber schon."
1) wüsste ich nicht, wer dieses Ziel für D hat. Auch wenn Sie das ständig wiederholen, stimmtes nicht.
2) ignorieren Sie völlig, welche Bewegungen es in anderen Staaten gibt. (In China z. B. werden heute schon mehr E-Autos produziert als in ganz Europa. In Norwegen sind 80% (!) der Neuzulassungen 2021 ebenfalls E-Autos)
Psychoanalytiker
16.10.2021, 21.05 Uhr
Ach, discobolos ...
... ich bleibe dabei, dass Deutsch(e)land im Alleingang die Welt retten will. Und ich wiederhole mich gern mit meinen Beispielen: Frankreich und Tschechien behalten ihre Atomkraftwerke, wollen sogar neue (kleinere) bauen und Polen denkt wie Tschechien überhaupt nicht daran, seinen Kohleabbau und die Kohlekraftwerke runter zu fahren. Das sind drei unmittelbare Nachbarstaaten, alle in der EU, und keiner macht mit den Gedanken Deutschlands mit, im Gegenteil, diese Länder werden uns irgendwann ihren Strom teuer verkaufen, nämlich spätestens dann, wenn wir keinen mehr haben, die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht, weitere Windkrafträder zusammenfallen (es gibt davon schon zwei) und es auch nach wie vor keine Lösung gibt, Strom im Netz (ich habe gelernt !) zu speichern.

Wir werden dann aber nicht frieren, haben ja unsere getesteten Lastenfahrräder mit Neigungstechnik, mit denen wir Holz und Stroh zu unseren wiederentdeckten Öfen transportieren können. Andere, die keinen Ofen haben, können auch mittels Hometrainer Strom erzeugen. Das ist dann auch noch gesund. Und die "Chinesen" sind dann in ihren (von mir aus auch elektrisch betriebenen) SUV's unterwegs und feiern ihre technologischen Siege über "Europa", dem einsamen Deutschland und den USA.

Und selbst wenn dann alle "Chinesen" oder Norweger E-Autos fahren sollten, fahren wir "Esel" mit Sicherheit nur noch "Draht ....", weil wir dann den Wettlauf zwar verloren haben, aber mit Würde durch das "Ozonloch" den Mond (von hinten ?) betrachten können und dadurch vielleicht abends ein klein wenig Licht ins Zimmer bekommen.

Für alle, die in der Schule nur Singen und Klatschen, sowie Daumen runter hatten: Sarkasmus-Ende.
diskobolos
16.10.2021, 21.47 Uhr
Werfen Sie doch nicht alles durcheinander...
Kernkraftwerke sind nicht klimaschädlich. Ihre Abschaltung in D hat damit nichts zu tun.
Polnische Kohlekraftwerke sind ein anderes Thema. Den Rechtspopulisten in in unserem östlichen Nachbarland ist Ihr Ansehen in Europa egal, Hauptsache an der Macht bleiben. Typen halt wie Trump und Bolzonaro. Halbstarkes Macho-Gehabe, ganz schlechte Vorbilder. Aber auch dort gibt es Widerstand. Und in vielen anderen Staaten denken die Menschen wie bei uns.
grobschmied56
17.10.2021, 00.23 Uhr
Lieber Diskobolos...
... Norwegen ist leider ein ganz unpassendes Beispiel. Aus mindestens zwei Gründen:

1. ist dort der Preis für eine Kilowattstunde Elektroenergie erheblich niedriger als bei uns. Meine Anfrage an Dr. Google ergibt 13.55 Cent pro Kw/h in Norwegen, 30.4 Cent in Deutschland. Der norwegische E-Fahrer fährt also tatsächlich recht günstig und kann die hohen Anschaffungskosten für das elektrische Rennerle wieder reinholen.

2. kommt in Norwegen der Strom zum größten Teil aus Wasserkraftwerken, von denen es mehrere hundert gibt.
Der E-Fahrer dort kann also tatsächlich sein Gewissen beruhigen - er tut was fürs 'Klima' und die Reinhaltung der Luft in den Städten.

Klappt in Deutschland nicht so recht. Strom wird immer teurer. E-Mobil fahren somit auch. Nicht mal mit 'Klimarettung' kann sich ein E-Fahrer hier so recht aufbauen. Wie auch, wenn man den alten Diesel durch einen neuen Kohlestrom-Wagen ersetzt. Bitte nachforschen: Im ersten Halbjahr 2021 wurde rund 20% weniger Strom aus Windkraft in D. generiert, die Lücke mußten hauptsächlich KOHLEKRAFTWERKE schließen.
Was fürs E-Auto spricht, ist dann gerade noch die Verbesserung der Luftqualität in Großstädten (weil der Auspuff des E-Mobils eben eine Verlängerung bis ins nächste Kohlekraftwerk hat).
Da muß ich dann schon unfreiwillig den Grün_*:Innen mit ihren Lastenfahrrädern recht geben, die sind tatsächlich besser fürs Klima, wenn man denn jung und sportlich ist. Meines ist das nicht so.
diskobolos
17.10.2021, 10.35 Uhr
Wer nicht will, findet immer Gründe
Dass die Verhältnisse in N anders sind als in D, ist mir bewusst. Auch Ihr Beitrag zeigt letztlich, dass jedes Land nach seinen eigenen Möglichkeiten handeln muss.
Wenn der Kohleanteil am Strom in 2021 größer ist als 2020, zeigt das doch nur, dass er schon mal kleiner war und in diese Richtung muss es weiter gehen. Auch, weil die Preise für fossile Energieträger weiter steigen werden.

Was jedenfalls nicht geht, ist immer mehr Kohle, Öl und Gas zu verbrennen, bis es uns auf der Erde zu heiß wird.
grobschmied56
17.10.2021, 11.58 Uhr
Diskobolos, im Prinzip ja!...
... aber dummerweise kann man dem Wind halt nicht befehlen, wie kräftig er zu welcher Zeit zu pusten hat. Darin besteht ja eben die Beschränktheit deutscher Politiker, sich von einer Energieform abhängig zu machen, die fast nach dem Zufallsprinzip funktioniert.
Da ist das Lastenfahrrad schon beinahe wieder so etwas wie Fortschritt. Aber eben nur beihnahe.
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