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Mi, 10:00 Uhr
18.05.2022
ERLEBNIS SALZAQUELLE UND UMFELD

Das Schöne liegt so nah

Um Natur und Schönheit einer Landschaft zu erleben und zu genießen, braucht man nicht in die Ferne schweifen. Das Schöne liegt direkt vor unserer Haustür. Die Rede ist von der Einzigartigkeit der Salzaquelle als größten Karstquelle Thüringens und ihrem Umfeld...

Ein unschöner Anblick, aber gewollt: Ein grüner Grasteppich bedeckt die Wasseroberfläche. Eine Art Stau, benötigt doch die Fischzucht das Wasser der Salza. (Foto: Kurt Frank) Ein unschöner Anblick, aber gewollt: Ein grüner Grasteppich bedeckt die Wasseroberfläche. Eine Art Stau, benötigt doch die Fischzucht das Wasser der Salza. (Foto: Kurt Frank)

Nordhausen-Salza. Noch attraktiver erlebt man jetzt das Naturdenkmal und sein Areal. Ein besonderes Lob gebührt dem Gewässerunterhaltungsverbandes Harzvorland und seiner Chefin Kerstin Windisch. Ein weiteres Vorhaben unter ihrer Regie, das kürzlich abgeschlossen werden konnte, hebt die Anziehungskraft dieser Landschaft beeindruckend.

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Auffallend ein Überlauf. Diese von Fachleuten genannte Überstromstrecke führt bei hoher Wasserführung das Wasser aus der Salza in eine angelegte Mulde. Diese schließen an ihrer Ostseite als sichtbares Zeichen der Abgrenzung neu gepflanzte Bäume ab. In dieser Mulde können sich, meint Kerstin Windisch, langfristig Nass- bzw. Feuchtwiesen entwickeln und temporäre Wasserflächen entstehen.

Um dort aber ein dauerhaftes Feuchtbiotop für Amphibien zu schaffen, was ökologisch sehr sinnvoll wäre, bedarf es einer ständigen dozierten Wasserzufuhr, damit das Wasser in der Mulde nicht versickert oder verdunstet. Je nach Wasserstand, wechseln im Jahresverlauf Nass- und Trockenperioden einander ab. Die Idee, hier ein Kleinod für Lurche zu schaffen, halten Kerstin Windisch als auch Steffen Iffland vom Heimatverein Salza, der sich lobenswert für die Pflege des Umfeldes bemüht, für überlegenswert.

Wer als Wanderer oder Badegast den schön hergerichteten barrierefreien Weg Richtung Fischzucht nimmt, dem fällt auf, was das Auge nicht erfreut: Kurz vor dem Eingang zum Freibad ist so etwas wie ein dicker Teppich aus Gras auf der Wasseroberfläche nicht zu übersehen. Dahinter bzw. davor stecken Stöcke in der Erde, die was Brettartiges halten. Die grüne Decke auf dem Wasser, umgeben von leeren Plastikflaschen aller Art, lässt Wanderern und Badbesuchern den Kopf schütteln.

Unschön sei das, aber gewollt, klären Windisch und Iffland auf. Die Fischzucht, die viel Geld zur Modernisierung der Anlage in die Hand genommen habe, benötige das Wasser der Salza. Was man dort sehe, sei so etwas wie ein Stau. Ob das anders geregelt werden könne, bleibe abzuwarten.

Ob diese Weidenbäume wieder ausschlagen ist ungewiss. Die Beschneidung dieser Bäume war doch des Guten zuviel. (Foto: Kurt Frank) Ob diese Weidenbäume wieder ausschlagen ist ungewiss. Die Beschneidung dieser Bäume war doch des Guten zuviel. (Foto: Kurt Frank)
Der Gehölzbestand entlang des Salzaquellbereiches ist teilweise stark überaltert. Die Schadbilder dokumentierten sich in Kronenausbrüchen, hohlen Stämmen und Pilzbefall. Ein Eingriff in den Baumbestand war notwendig geworden. Er erfolgte weder willkürlich noch frevelhaft. Anliegen war, den Baumbestand langfristig zu erhalten und zu entwickeln, was gut gelang. Das bei einigen Weidenbäumen die Säge derart kürzte und infolge dessen eine Wiederbegrünung eher unwahrscheinlich ist, sei dahingestellt.

Die erneute Aufwertung des Areals um die Salzaquelle mit Schilfpflanzungen, Büschen und Bäumen tat der Landschaft gut. Und wer mit offenen Augen den Spaziergang genießt, geduldig auf Bänken verweilt, der erblickt live, was Informationstafeln bieten: Er sieht Bussard und Rotmilan im Blau des Himmels kreisen, hört den Specht hämmern und erblickt den Turmfalken über Wiesen rüttelnd. Allerdings wäre eine rechtzeitige Mahd der Wiese zu empfehlen, bevor das Gras verfilzt, der Wind die Graspollen in die Nasen an Heuschnupfen leidende Menschen weht und diese von einem Besuch des Quellgebietes abhält.
Hier wird leider auch jede Menge Müll entsorgt. (Foto: Kurt Frank)
Hier wurde das Wehr von der Nordseite aus fotografiert. (Foto: Kurt Frank)
Eingerichtet wurde ein Überlauf. Bei hoher Wasserführung wird Wasser aus der Salza  in eine Mulde geleitet. Um ein dauerhaftes Refugium für Amphibien zu schaffen, bedarf es einer regelmäßigen dosierten Wassereinführung. (Foto: Kurt Frank)
Nicht nur für Wanderfreunde, Spaziergänger und Touristen ist der Salzaspring mit dem Grundlosen Loch ein Magnet. Er ist auch ein Ort des Lernens für Kinder, Schülerinnen und Schüler, Natur greifbar zu erleben und sie schützen zu lehren.
Kurt Frank
Autor: psg

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