tv nt eic kyf msh nnz uhz
Sa, 08:17 Uhr
21.05.2022
NABU Thüringen zum Weltbienentag:

Wildbienen kann jeder schützen

Der NABU Thüringen wünscht sich zum Weltbienentag mehr Schutz für Wildbienen. Schon weniger zu mähen kann dabei gute Wirkungen erzielen und Wildbienen unterstützen. In Deutschland sind über 560 Wildbienenarten bekannt, davon sind mehr als die Hälfte gefährdet...

Die gemeine Sandbiene (Foto: Helge May) Die gemeine Sandbiene (Foto: Helge May)


Laut Roter Liste Thüringens kommen im Freistaat 422 Arten vor. Die Naturschützer raten, weniger zu mähen, Wilde Inseln stehen zu lassen und nachhaltige Blühflächen zu fördern.

Ronald Bellstedt, ein erfahrener Insektenexperte des NABU Thüringen, gibt einige Tipps wie das Land Thüringen und seine Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie die Landwirtschaft Wildbienen mit einfachen Maßnahmen unterstützen können: „Viele Wiesen, Randstreifen und Säume an Wegen oder entlang von Straßen und Bächen werden viel zu oft, zu großräumig und zu früh im Jahr gemäht. Dabei könnten diese Flächen eine wichtige Rolle bei der Vernetzung von Lebensräumen im Biotopverbund spielen. Straßenränder müssen nicht mehrere Meter breit gemäht werden. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, reicht es einen Streifen in einer Breite eines Mähwerks direkt am Weg oder der Straße zu mähen. Der Rest kann längere Zeit für Wildbienen und Co. stehen bleiben. Es würde genügen, diese Bereiche alle zwei Jahre zu pflegen.“

029
Ab 3. Juni lädt der NABU wieder zum Insektensommer ein. Dann heißt es: alles zählen, was krabbelt oder fliegt und sechs Beine hat. Damit es im Garten viel zu entdecken gibt, sollte der Rasenmäher länger im Schuppen bleiben. „Wer den Rasenmäher mal stehen lässt oder nur die Wege mäht, der kann sich über mehr Blüten und Insekten in seinem Garten freuen. Diejenigen die zusätzlich ihren Garten mit Blühpflanzen bereichern möchten, können gebietsheimisches Saatgut einsäen. Einfach den bestehenden Rasen punktuell frei legen, Samen ausbringen und beobachten was sich tut.“ Für die mutigen unter den Gartenfreundinnen und Gartenfreunden empfiehlt der NABU Thüringen einige Ecken im Garten als Wilde Inseln über einen längeren Zeitraum stehen zu lassen. Greift der Mensch nicht mehr oder nur wenig in diese Bereiche ein, kann sich hier die Natur in Ruhe neu entfalten. Ob im eigenen Garten, im Dorf oder in der Stadt, „Wilde Inseln“ lassen in sonst „aufgeräumten“ Bereichen unserer Umwelt wieder vielfältige Strukturen und Lebensräume für Flora und Fauna entstehen und können damit die biologische Vielfalt fördern.

Fast 50 Prozent - etwa 774.300 Hektar - der Landesfläche wird in Thüringen landwirtschaftlich genutzt. Vor allem in der intensiven Landwirtschaft müssen noch mehr Wege gefunden werden, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Zum Beispiel werden landwirtschaftlich genutzte Wiesen heute bis zu fünf Mal im Jahr gemäht, das Gras wird mitsamt Insekten meist in praktische Siloballen verpackt. „Damit sich auf diesen intensiv genutzten Flächen Wiesen-Margerite, Acker-Witwenblume oder Schafgarbe entwickeln können, müssen die Pflanzen aussamen und blühen können. Günstig wäre ein später Schnitt je nach Standort und Entwicklungsstand der Wildpflanzen möglichst nicht vor Mitte Juni. Der Einsatz von schonender Mähtechnik mit einem Balkenmäher würde dafür sorgen, dass weniger Wiesenbewohner bei der Ernte sterben“, sagt Ronald Bellstedt.

Hintergrund:
Seit 2018 wird der Weltbienentag gefeiert. Ausgerufen hat ihn die UN auf Initiative Sloweniens. Der am 20. Mai 1734 geborene, slowenische Hofimkermeister Anton Janscha gilt als Erfinder der modernen Imkerei. Der Tag soll auf die wichtige Rolle der Bienen als Bestäuber und ihre Gefährdung hinweisen.

Fünf Tipps für insektenfreundliche Wiesen
  • Später Schnitt, je nach Entwicklungsstand der Wildpflanzen möglichst nicht vor Mitte Juni, und das Schnittgut abräumen
  • Nicht alles auf einmal mähen, sondern in Abständen von zwei bis drei Wochen
  • Ränder und Säume an Wegen, Straßen, Wäldern und Bächen als Rückzugsraum erhalten
  • Mindestens zwölf Zentimeter Wuchshöhe stehen lassen, so können Insekten überleben
  • Wenn möglich Sensen oder Balkenmäher nutzen
Autor: red

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige MSO digital

Cookies

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.
Cookies akzeptieren
nur technisch notwendige
Javascript muss aktiviert sein.