Fehler in der Leitstelle
Der Landkreis Nordhausen hat den im Kreisausschuss diskutierten Vorgang in der Leitstelle eingehend untersucht. Nach Auswertung des Vorfalls lag der Fehler in der Rettungskette in der Leitstelle...
Die Umsetzung des Hilfeersuchens bis zur sachgerechten Alarmierung der Rettungskräfte war zu lang. Wir haben die entsprechenden personellen Konsequenzen gezogen, sagte Landrat Joachim Claus. Der Mitarbeiter wurde wieder zu seiner heimatlichen Dienststelle zurückbeordert. "Der Rettungsdienst aus Bleicherode hat akkurat und richtig gehandelt und sich an alle vorgeschriebenen Fristen und Pflichten gehalten.
Der Rettungsdienst Bleicherode war nach acht Minuten am Einsatzort in Friedrichsthal angekommen. Von Eingang des Notrufs in der Leitstelle bis zum Eintreffen des Krankenwagens waren insgesamt 16 Minuten vergangen. Gesetzlich vorgeschrieben ist: In 95% aller Fälle im Jahr – das betrifft in der Leiststelle in Nordhausen 14.000 bis 15.000 Einsätze jährlich – dürfen vom Eingang des Notrufs in der Leitstelle bis zum Eintreffen der Rettungskräfte am Einsatzort 14 Minuten vergehen. Darin sind 12 Minuten Fahrtzeit für den Krankenwagen eingerechnet.
Autor: nnz
Kommentare
meiner meinung nach
21.06.2012, 12:06 Uhr
Rettungskette
Die lange Zeitspanne bis zur korrekten Alarmierung ist natürlich nicht akzeptabel. Ohne die Details des entsprechenden Notfalls zu kennen, der offenbar ein fatales Ende nahm, möchte ich jedoch folgende Dinge zu bedenken geben, die den Ausgang eines Notfalls mit beinflussen:
1. Nur in den seltensten Fällen erfolgen bei lebensbedrohlichen Notfällen effektive Ersthelfermaßnahmen (wie zum Beispiel Herz-Lungen-Wiederbelebung) durch Laien. Dies ist aber der entscheidende Faktor, denn selbst wenn eine umgehende Alarmierung erfolgt, die Anfahrt "nur" 8min dauert, ist es bei einer Situation mit Wiederbelebung in >90% der Fälle schon zu spät, wenn nicht vorher Laienmaßnahmen erfolgen!
2. Ein jeder prüfe einmal, wie gut sichtbar seine Hausnummer ist (erst recht in Dörfern, wo evtl. alles "Dorfstrasse" heißt), ob Rettungswege freigehalten werden, denn oftmals wird die Anfahrt des Rettungsdienstes unnötig verzögert.
3. Wenn der Rettungsdienst in Anspruch genommen wird für Befindensstörungen, die vielleicht schon länger bestehen und die nicht wirklich dringend sind, kann es sein, daß sich der Anfahrtsweg bei einem wirklichen Notfall verlängert, weil ein anderes Rettungsmittel mit längerem Anfahrtsweg eingesetzt werden muß.
Ich denke, jeder Rettungsdienstmitarbeiter wird von den geschilderten Situationen ein Lied singen können...
H.Buntfuß
21.06.2012, 12:30 Uhr
Ist das alles?
"der mitarbeiter wurde wieder in seine heimatliche dienststelle zurückbeordert." das ist der vorteil, wenn sie im öffentlichen dienst arbeiten. vor eine bestrafung und sei es auch nur wegen fahrlässigkeit, brauchen sie keine angst zu haben.
auch wenn es menschenleben kosten sollte, oder wie ist das ganze zu verstehen?
I.H.
21.06.2012, 12:59 Uhr
So schnell schießen die Preußen nicht.
Siegfried, da bei uns die Judikative und die Exekutive nicht unter dem Ku-Klux-Clan vereinigt sind, sollten sich alle vorerst mit den arbeitsrechtlichen Konsequenzen abfinden.
Da wird sich schon noch jemand damit beschäftigen und ich bin überzeugt davon, dieser Jemand tut das auf eine sachliche Art und Weise.
Dora75
21.06.2012, 14:00 Uhr
Doktor Bob
Eine Sachliche weise.Das ich nicht lache.
Norbert
28.06.2012, 09:22 Uhr
ich kann icke nur zustimmen
Wenn man die Kommentare hier liest, fühlt man sich wie im Mittelalter; Hängt Ihn! Köpft Ihn! holt den Teer ich habe hier Federn!!...
lächerlich!
Das hat nichts mit öffentlichen Dienst oder nicht zu tun. Wie hoch ist die Fehlerrate bei einer menschlichen Aufgabe wie diese? Natürlich will ich den tragischen Tod der Frau nicht herunterspielen, aber ich finde es absolut nicht in Ordnung wie hier das Ansehen des Rettungsdienst heruntergemacht wird. Weil einmal die Rettungsfrist nicht eingehalten werden konnte, wobei dies in 5 % der Fälle sogar möglich wäre(!)
Ich denke hier beschäftigen sich wieder BildZeitungs-Leser mit ungenügend vorhandenem Hintergrundwissen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass der Beruf des Rettungsassistent oder Sanitäter der wohl mit Abstand härteste ist. Nirgendwo sonst wird man mit so viel sozialem Not und Elend konfrontiert wie in diesem Beruf und erhält von der Bevölkerung so wenig Anerkennung für seine aufopferungsvolle Hingabe für die Patienten und seine ständige Einsatzbereitschaft, sei es um einen Patienten mit Durchfall, den er seit 2 Wochen hat ins Krankenhaus zu fahren, oder sei es um einen Teil eines Patienten so lange wie möglich am Leben zu erhalten um einem Notarzt die "ehrenvolle" Aufgabe zu lassen, den Patienten für Tod zu erklären.
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