Spiel Wacker Nordhausen gegen Wismut Gera
Polizeipräsenz sorgt für Kritik
Beim jüngsten Spiel zwischen Wacker Nordhausen und Wismut Gera am Ostersamstag gab es nicht nur eine hohe Niederlage für die Nordhäuser, sondern auch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Für einige Anlieger waren diese aber etwas übertrieben…
Symbolbild AKS (Foto: nnz-archiv)
Vor mehr als 1000 Zuschauern musste sich Wacker Nordhausen im heimischen Albert-Kuntz-Sportpark (AKS) deutlich mit 0:5 gegen Wismut Gera geschlagen geben. Begleitet wurde die Partie von einem großen Polizeiaufgebot: Schätzungsweise rund 100 Beamte sicherten das Spiel ab, da die Fanlager beider Vereine als verfeindet gelten.
Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen hatten auch Auswirkungen auf Anwohner und Besitzer von Gärten, die sich hinter dem AKS befinden. Für einige Anlieger war es während des Spiels nicht möglich, ihre Grundstücke mit dem Fahrzeug zu erreichen.
Kritik daran äußerte unter anderem Anlieger Uwe Hempowitz in einem Schreiben an die Redaktion. Er bemängelt, dass Grundstückseigentümer und Gartenpächter ihre Flächen nicht anfahren konnten und stattdessen von der Polizei aufgefordert wurden, weiter entfernt zu parken. Dabei sei nicht berücksichtigt worden, ob Betroffene beispielsweise gehbehindert seien oder schwere Gegenstände transportieren mussten. Solche Einschränkungen habe es laut Hempowitz selbst zu Zeiten höherklassiger Spiele nicht gegeben. Für künftige Partien wünschten sich die Anlieger daher eine bessere Lösung.
Polizeisprecher Kevin Clemen erklärte auf Nachfrage, dass die Begegnung als Risikospiel eingestuft worden sei. Insbesondere die Verbindung der Fanszene aus Gera mit Anhängern aus Sondershausen habe zusätzliche Gefahrenpotenziale mit sich gebracht, da auch die Anreise von Sondershäuser Ultra-Fans erwartet worden sei. Deshalb seien mehrere geschlossene Einheiten im Einsatz gewesen.
Die Sperrung des Grenztriftwegs im Bereich des dortigen Hotels sei aus polizeilicher Sicht notwendig gewesen, betonte Clemen. Es habe sich um eine temporäre Maßnahme von rund drei Stunden gehandelt. Er bat die betroffenen Anwohner um Verständnis für die Sicherheitsvorkehrungen und die Polizeiarbeit. Weitere Spiele mit vergleichbarem Sicherheitsbedarf werden nach Einschätzung der Polizei derzeit nicht erwartet.
Autor: ssc
Kommentare
Flitzpiepe
07.04.2026, 09:55 Uhr
Nicht übertrieben!
Wie man dann am Abend beim Spiel Dresden gegen Hertha sehen konnte, ist bei den sogenannten 'Ultras' kein Polizeieinsatz übertrieben.
Die sind einfach nur auf Krawall aus. Das Fußballspiel interessiert die überhaupt nicht.
Auch beim Spiel in Nordhausen kam es zu Problemen, die nur durch die Polizeipräsenz deeskaliert werden konnten.
Kritiker2010
07.04.2026, 10:09 Uhr
Minigolf birgt weniger Risiken und keine Polizeieinsätze
Man sollte sich wirklich fragen, ob Fußball und aggressive "Fans" zusammen gehören. Eigentlich ist Fußball doch nur ein sportlicher Zeitvertreib - wie Tischtennis oder Kanufahren.
Dies kann wohl kaum Rechtfertigung dafür sein, dass sich einige Leute, die vielleicht selbst nicht einmal den Ball mit dem Fuß treffen würden, deshalb gegenseitig auf die Mütze hauen, überall ihre primitiven Schmierereien hinterlassen und für Großeinsätze der Polizei sorgen.
Wenn man es schon nicht geregelt bekommt, den Vereinen die Kosten für die durch ihren Sport verursachten Einsätze aufzuerlegen, wäre der nächste logische Schritt, zumindest Risiko-Spiele nur noch ohne Publikum durchzuführen, bis die so genannten Fans gelernt haben, wie man sich benimmt.
In Anbetracht der anhaltenden Blamage appelliere ich noch einmal an Wacker, sich auf Minigolf zu verlegen. Dort scheint eine deutlich friedlichere Atmosphäre zu herrschen und dank eher geringer Verbreitung steht dort vielleicht sogar der eine oder andere Titelgewinn in Aussicht.
Lautaro
07.04.2026, 10:16 Uhr
So unschön es für die betroffenen Anwohner und Gartenpächter war....
Aber Zitat.....Polizeisprecher Kevin Clemen erklärte auf Nachfrage, dass die Begegnung als Risikospiel eingestuft worden sei. ....
Wenn es also geknallt hätte und Anwohner oder Pächter ökonomische oder gesundheitliche Nachteile erfahren hätten....?
Hätte jeder auf die Polizei gezeigt, welche dem Schutz der Bürger nicht nachgekommen ist.
Fussball ist eine interessante und populäre Sportart. Aber keine andere ist bei ihren Begegnungen von soviel Krawall begleitet.
Vielleicht sollten die Fans dieser die Krawallmacher mal ein wenig mehr erziehen ?
Manche Vereine zeigen in den letzten Jahren da ganz gute Ansätze..
Ostseefan
07.04.2026, 11:06 Uhr
Sperrungen,
werden von Oben angeordnet, aber Stunden vor dem Spiel,wenn noch kein "Feind" zu sehen ist, müssten doch Anlieger noch durchgelassen werden, je nach Lage, die Gartenanlage hat einen eigenen abgeschlossenen Parkstreifen. Und wenn es wirklich dann notwendig ist, gibt es noch für Anlieger andere Zufahrtswege, dann müßte nur ein Poller entfernt werden und dort evtl ein" ABV" zur Kontrolle hingestellt werden, aber das kostet noch mehr, die Anlieger könnens ja ertragen
Guybrush Threepwood
07.04.2026, 11:36 Uhr
Polizeineinsatz zur Sicherung gerne, aber......
die Kosten dafür sind gefälligst vom Verein und nicht von den Steuerzahlern zu tragen.
jayjay
07.04.2026, 11:50 Uhr
Krawalle
Wer bezahlt denn den Polizeieinsatz für die Krawallmacher? natürlich der kleine Mann, der Steuerzahler und nicht etwa die Fußballvereine. Hier ist dringend eine Änderung nötig.
Paulinchen
07.04.2026, 13:58 Uhr
Wehret den Anfängen....
Vielleicht sollten die Polizeibeamten, die Rettungssanitäter mal ein freies Wochenende genießen.
Die bemerkenswerten Fans von König Fußball, beschießen sich mit Feuerwerkskörpern, prügeln sich bis zur Bewusstlosigkeit, zerstören alles was ihnen im Wege steht und was dann? Die Retter haben frei und eilen nicht herbei. Eine Menge Steuergeld wurde eingespart. Die Fahrzeuge der Retter sind unversehrt geblieben. Die bemerkenswerten Fußballfans sammeln sich selbst und ziehen ab, sofern sie noch können. Die folgenden Arztkosten werden in Rechnung gestellt. Denn sie waren vermeidbar. Denn wer sich selbst in Gefahr bringt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Gibt es tatsächlich nur den Sport Fußball, wo man sein eigenes Gewaltpotential ausleben kann? Weshalb müssen Menschen, die helfen wollen, sich dabei Gefahren aussetzen, die nicht zu ihrem Berufsleben gehören? Am Ende, stellt sich die Fußballarena als Müllhalde dar. Haben sich dann die Millionen Euro wirklich gelohnt, oder wären sie in einem Freibad besser investiert gewesen?
Gehen die "Fußballfans" zum eigenen Kräftemessen in die Sportstätte, oder tatsächlich zum FußballSPIEL?
Alex Gösel
07.04.2026, 14:16 Uhr
Selbst Schuld!
Ich betonte es in der Vergangenheit immer wieder: die "Fan"-Lager sind doch selbst Schuld. Mir tun nur die Anlieger leid, die nicht auf ihre Grund- und Gartenstücke gekommen sind.
Mein Vorschlag fpr das nächste mal: Geisterspiele, d.h. Spiele ohne Publikum. Und zwar solange, biss es der letzte "Fan" gefressen hat! oder für die beteiligten Vereine eine extrem hohe Geldstrafe! Erzieht endlich eure Leute!
Oder noch besser: Der Fußball verabschiedet sich endlich aus Nordhausen und zwar für immer!
Ich hoffe nur, dass die Vereine wenigstens den Einsatz zahlen müssen, aber unsere ach so tollen Gesetze...
Werte regionale Politelite: tut endlich was gegen derartige Zustände, verbietet meinetwegen den Fußball in der Stadt oder gebt den Rowdys irgendeinen abgeschlossenen Schlammacker um sich gegenseitig die Köppe einzuschlagen.
Der Steuerzahler muss fußballeinätze bezahlen
Theoretisch wurden zwar höchstrichterlich Ausnahmen festgelgt, welche aber bei einem "Provinzrisikospiel" nicht greifen.
Allerdings zahlt der Steuerzahler auch für die Polizeikosten bei Demonsttationen, nicht etwa die Parteien oder Organisationen, die dazu aufrufen oder sie anmelden. Gleiches gilt für illegale Autorennen, häusliche Gewalt, orgnisierte Kriminalität. Die Polzei ist eben für die öffentliche Sicherheit zuständig. Geisterspiele wären auch keine probate Lösung, sie würden aber das Klientel nicht abhalten sich irgendwo zu versammeln und auch wieder Unruhe zu sorgen. Das gab es doch alles schon zig mal. Die Vereine müssen härter durchgreifen. Leider sind bei vielen mitgliedergeführten Vereinen solche Gruppierungen bei den Mitgliederversammlungen stark vertreten und bei so manchen Verein wird niemand gegen deren Willen in die Gremien gewählt. Wohin das führt kann man in Thüringen schön in Jena verfolgen. Also so einfach wie hier beschrieben ist es nicht. Also ich bin Fußballfan, einer von der Sorte, der lieber mit einem gegnerischen Fan ein Bier trinkt als es ihm über den Kopf zu schütten. Ich bin aber auch Steuerzahler und kann die Einwände verstehen.
die Polizei ist eben kein privates SEC-Unternehmen, die einfach mal so Rechnungen schreiben kann.
EricSan
08.04.2026, 18:22 Uhr
Repressalien seitens der Polizei
Glück Auf aus Gera,
es wäre bei der ganzen Berichterstattung noch wichtig zu erwähnen, dass sie die Abfahrt der Gästefans um ein gutes Stück verzögert hat und somit neue Sicherheitsrisiken seitens der Polizei erzeugt hat.
Willkürlicher Weise meinte die Polizei, dass es eine gute Idee sei uns direkt vor dem Stadion festzusetzen und unsere Personalien aufgrund von belanglosen Schlauchschals zu kontrollieren.
Die Abreise hätte ohne diese Willkür auch deutlich kürzer von statten gehen können.
Anmerkung techn. Support:
Die Polizei hatte sicher »Gründe«.
Ich bin kurz vorher mit den Auto da vorbei gefahren und habe einige »Gestalten« erlebt die augenscheinlich betrunken die Polizei angebrüllt haben. Da kann man schon mal ein paar Personalien ...
Flitzpiepe
08.04.2026, 23:10 Uhr
Geisterspiel gegen Bad Langensalza
Nach den Vorkommnissen am Samstag gegen Gera hat nun der Verein das nächste Heimspiel zum Geisterspiel erklärt. Keinerlei Zuschauer, also auch keine Einnahmen in dieser Lage...
Danke für nichts ihr Ultras.
Ihr macht den Fussball kaputt. Nicht nur in Nordhausen.
Und die große friedliche Mehrheit, die nur das Spiel sehen wollen, sowie der Verein selber haben das Nachsehen.
An der gerschen Kollegen
War das Wetter so schlecht, dass man auch das Gesicht mittels eines "Schlauchschals" vermummen, äh, verdecken musste? Oder wollte man nicht erkannt werden?
Es ähnelt sich überall. Man will Action, aber keine Verantwortung dafür übernehmen. Es relativiert und eine Täter-Opfer Umkehr vorgenommen. Ich fahre viele Jahre zum Fußball, auch auswärts. Und sind Spiel bei gewesen, wo die Vorfälle in NDH Kindergeburtstag sind. Schlimm genug, dass so ist. Jedenfalls musste ich nie Repressalien der Polizei erdulden. Erst vorletztes Wochenende hat mein Verein ein für dessen Verhältnisse großes Spiel gehabt und da haben auch wieder auf beiden Seiten nette Zeitgenossen in hübschen Sturmhauben (oder vielleicht Schlauchschals) in Vereinfarben ihr Unwesen getrieben. Flitzpiepe hat recht, diese Leute verderben der Mehrheit der Fans die Freude am Fußball.
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