Kurz nach Ende des dreitägigen Bahnhofsfestes in Nordhausen verkündet Sven-Bolko Heck (69) eine überraschende Entscheidung. Der Veranstalter zieht die Reißleine...
Blick auf das Bahnhofsfest, das in diesem Jahr das letzte Mal stattgefunden hat. (Foto: Peter Blei)Sven-Bolko Heck macht Schluss: Jetzt reicht’s. Ich will nicht mehr, sagt der 69-Jährige. Das diesjährige Bahnhofsfest sei zugleich das letzte gewesen. Er habe heute entschieden, die Veranstaltung im kommenden Jahr nicht mehr fortzuführen.
Macht in Nordhausen Schluss: Fest-Organisator Sven Bolko Heck (Foto: Archivfoto: agl)Als Gründe nennt Heck die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung durch die Stadt, die Verkehrsbetriebe, die Deutsche Bahn und die Harzer Schmalspurbahn (HSB). Von Letzterer habe sich lediglich der HSB-Verein eingebracht. So habe es in diesem Jahr weder ein Straßenbahnziehen wie noch 2023 noch eine Dampflok auf dem Bahnhofsplatz gegeben. Ohne den öffentlichen Nahverkehr braucht es auch kein Bahnhofsfest mehr, sagt Heck.
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Auch von den ansässigen Händlern hätte er sich mehr Rückhalt gewünscht. Für sie habe ich das Fest eigentlich gemacht, erklärt er. Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Geschäfte in der Bahnhofstraße am Samstag wie üblich bereits um 13 Uhr geschlossen. Zudem habe es erstmals auch keinen verkaufsoffenen Sonntag gegeben, der zusätzliche Besucher in die Innenstadt gezogen hätte. Hatten die Geschäfte anfänglich noch in der gesamten Stadt offen, gab es im vergangenen Jahr schon nur noch einen verkaufsoffenen Sonntag im Bahnhofsquartier. In diesem Jahr wollten die Händler diesen gar nicht mehr, so Heck.
Verbittert sei er dennoch nicht: Trotz aller Schwierigkeiten sei das Fest am Samstag und auch am Sonntag so gut besucht gewesen wie nie zuvor, sagt Heck. Am Samstagabend drängten sich die Menschen dicht vor der Bühne, die Stimmung sei hervorragend gewesen. Besonders bewegt habe ihn am Nachmittag das Platzkonzert des Fanfarenzugs aus Lindau im Kreis Northeim. Die Musiker sind Deutsche Meister und wollen zur Weltmeisterschaft nach Irland reisen. Dafür wurde unter den Besuchern gesammelt, Heck selbst ging mit dem Hut durch die Menge. Am Ende kamen 503 Euro zusammen.
Von den Besuchermassen hätten die Standbetreiber auf dem Festgelände allerdings nur bedingt profitiert. Zwar seien viele Menschen in der Stadt gewesen, die Umsätze seien jedoch hinter den Erwartungen geblieben. Die wirtschaftliche Situation vieler Leute ist einfach so, dass sie genau aufs Geld schauen, sagt Heck. Das bekämen auch seine Händler zu spüren.
Deutlich schwieriger als früher sei inzwischen auch die Finanzierung. Während beim ersten Bahnhofsfest 2023 noch rund 23.000 Euro an Sponsorengeldern zusammenkamen, seien es in diesem Jahr nur noch 6000 Euro gewesen. Unterstützt worden sei die Veranstaltung nur noch von Nordbrand und der WBG, betont Heck. Dafür sei er dankbar. Trotz der deutlich geringeren Mittel habe das Fest erneut kostenlos angeboten werden können, wenngleich es in einer abgespeckten Variante durchgeführt wurde. Und auch das Sicherheitskonzept kostet Geld: Nach den Vorfällen am Freitag musste Heck das Sicherheitskonzept kurzfristig erweitern und für den Samstagabend zehn zusätzliche Securitykräfte engagieren. Insgesamt seien damit 25 Kräfte im Einsatz gewesen. Auch das müsse alles bezahlt werden, so Heck.
Für ihn persönlich ist das Kapitel damit abgeschlossen. Weder ein weiteres Bahnhofsfest noch ein Altstadtfest werde er künftig noch einmal organisieren. Stattdessen richtet sich sein Blick bereits nach vorn: Im September freue er sich auf das Truckerfest. Das wolle er in diesem Jahr noch einmal nach über 20 Jahren zum Leben erwecken. "Und dann in gute Hände geben", so Heck. Susanne Schedwill
Im letzten Beitrag über das Bahnhofsfest habe ich bereits kommentiert, dass die Bahnen bei dem Bahnhofsfest fehlten. Es ist nicht mehr hinzunehmen, dass die Bahnvorstände aller Bahngesellschaften und kommunalen Gesellschaften, weder Interesse an der Banhgeschichte haben, noch an diversen Veranstaltungen zum Thema Bahn. Schade, dass diverse Veranstaltungen dermaßen in die Tonne gekloppt werden, nur weil einige hochrangigen Vorstände ihre Ignoranz und Aroganz bei solchen Vorhaben unter Beweis stellen. Danke Ihr Geldfresser für die mangelnde Unterstützung.
Leider versteht die Stadt nicht , das solche Feste auch eine Art Werbung für NDH sein kann um Firmen , Familien oder Touristen zu locken so das der Abwanderung mal endlich entgegen zu wirken . Auch lieber viel Geld kassieren für einen Stand , als etwas weniger zu nehmen und vielleicht mehre Stände anzulocken .
Traurig Nordhausen , vielleicht findet bald da endlich mal ein Umdenken statt , das wieder mehr los ist in dieser Stadt außer Kriminalität , Drogen und Streit im Rathaus .
...dann liegt das Problem ja in der fehlenden Unterstützung regionaler Unternehmen (egal ob öffentlich oder nicht)... und der mangelnden Bereitschaft/Möglichkeit der Gäst, etwas Geld auf so einem Fest auszugeben.
Wenn die Unternehmen wenig bis gar nix dazu beitragen wollen, dann liegt das wohl daran, dass sie selbst Geld sparen müssen...welches von genau den selben kommt, die auf dem Fest kein Geld ausgeben wollen/können... also, liegt es doch daran, dass zuviele Menschen in NDH und Umgebung zu wenig Geld haben, oder ?
Bis hier hin bekomme ich garantiert sehr viele positive Daumen... das ändert sich, wenn ich danach frage, woran das denn liegen könnte. Nicht an der Stadtverwaltung, dem (lange nicht verfügbaren) Bahnhofsklo, den Flüchtlingen, oder der bösen Regierung, die immer nur in die Tasche greift... es liegt (in meinen Augen) daran, dass zu viele darauf warten, dass etwas für sie getan wird, anstatt selbst etwas für sich zu tun... Wenn alle bereit sind, für sich selbst Gas zu geben, ohne Andere beim Gas-Geben auszubremsen (wie das so gerne immer passiert)... dann wird`s auch was in NDH !
Kurz nachdenken... und dann den Schaum aus dem Mund pressen...oder eben auch nicht...
Es tut niemand etwas aus reiner Freundlichkeit (auch Herr Heck nicht)... Jeder will für sein Engagement am Ende auch eine Vergütung bekommen. Also sollte jeder auch die Leistung des Anderen anerkennen und eben auch ganz selbstverständlich bereit sein dafür zu bezahlen...
Und wenn das Geld dafür nicht reicht...dann ist jeder selbst gefragt, was er tun kann um das zu ändern - darum kümmert sich niemand, außer man selbst !
Ich glaube jetzt nicht, dass so viele Menschen kein Geld ausgeben WOLLEN, es liegt unter anderem auch daran, dass man an den 5 Ständen (nicht die Getränke- und Essensstände) immer nur die gleiche Scheisse bekommt. Billig verarbeitete Klamotten, kitschige Anhänger etc.pp. Dafür würde ich meine hart erarbeitete Kohle auch nicht aus dem Fenster werfen.
Herr Heck hat recht. Schuldig ist aber die Regierung in Berlin die dem normalen Volk mit Ihrer Politik das Geld aus der Tasche zieht. Es bleibt immer weniger Geld für gut gemeinte Veranstaltungen übrig.
Ich denke, Herr Heck hat sich mit mit Entscheidungen in der Vergangenheit, insbesondere dem Altstadtfest 2024, auch selbst ein Bein gestellt.
Dazu kommt die stetige Aufrechterhaltung der negativen Grundstimmung, Angst und Unsicherheit, so dass sich ein ganzer Teil mit seinen Ausgaben eher zurückhält.
Sehe ich genauso...
Immer diese Unzufriedenheit der Leute. Natürlich ist alles teurer geworden und natürlich kann man meckern...Aber jeder ist seines Glückes Schmied...Es kommt keiner zu dir und fragt, ob du mehr verdienen möchtest oder einen anderen Job willst (Ausnahmen bestätigen die Regel). Einfach mal selbst den A.. hoch kriegen und was tun. Über den Tellerrand hinaus schauen, aber nein...man bleibt auf der Couch sitzen und jammert...
Mal ehrlich gefragt: Warum leistet sich eine Stadt wie Nordhausen eigentlich dauerhaft noch eine Straßenbahn zusätzlich zum Busverkehr? Moderne E-Busse wären heute flexibel, ebenfalls emissionsfrei und vermutlich deutlich günstiger im Betrieb als Schienen, Oberleitungen und Gleisanlagen dauerhaft zu erhalten.
Vor allem fehlt Transparenz: Wie hoch sind die jährlichen Zuschüsse wirklich? Was kostet die Straßenbahn pro Fahrgast den Steuerzahler? Darüber wird erstaunlich wenig offen gesprochen.
Herr Heck ist nur am jammern. Wenn ich privat ein Fest organisiere, kann ich mich nicht darauf verlassen, dass andere mit einsteigen. Ich kann auch nicht privat ein Feuerwehrfest organisieren und dann erwarten das sämtliche Feuerwehren mit einsteigen. Die Kassen bei der Stadt und HSB sind nun mal leer und richtigerweise gibt die Stadt das vorhandene Geld lieber für wichtigere Dinge aus, als für ein Fest auf dem nur Schrott und Ramsch angeboten wird. Genau daran ist auch das Altstadtfest zugrunde gegangen.
Herr Heck sollte die Schuld nicht bei anderen suchen, er sollte sich mal selbst reflektieren. Immer nur jammern, immer ist alles schlecht und die anderen sind die Bösen. Und dann noch Unterstützung verlangen? Da läuft was falsch Herr Heck ;)
Sie haben völlig Recht nur billiges Zeug und das bei jeden Fest in Nordhausen....Wer kauft beim Bahnhofsfest überteuerte Schuhe und anderen Kram...Wir waren Samstagsabend da da wollen wir feiern und nix anderes...Rolandsfest,Bahnhofsfest,Altstadtfest,Energiefest ist viel zu viel für eine Stadt wie NORDHAUSEN....!!
Viele Menschen unserer Stadt haben sich bei seinen Festen wenigstens 1-2 mal im Jahr gesehen....nachdem sie sich durch familiäre oder berufliche Entwicklungen aus den Augen verloren.
Was die Spendenbereitschaft der bisherigen Schwergewichte betrifft, so hätte er sie vielleicht vorher im Konjunktiv erfragen können.
Ausserdem hat er selbst eingeräumt umsatztechnisch den Geldbeutel der Nordhäuser vorher falsch eingeschätzt zu haben. Schliesslich sitzen die Nordhäuser den ganzen Tag auf der Couch, bevor sie sich einen Job mit richtig viel Geld zu suchen. g*
Am Ende nochmals Dank an Herrn Heck für die vielen Begegnungen, welche mir seine Feste ermöglichten !