So, 16:04 Uhr
17.05.2026
Nordhausen: Veranstalter zieht durchwachsenes Resümee
Heck nach Bahnhofsfest: "Jetzt reicht's"
Kurz nach Ende des dreitägigen Bahnhofsfestes in Nordhausen verkündet Sven-Bolko Heck (69) eine überraschende Entscheidung. Der Veranstalter zieht die Reißleine...
Sven-Bolko Heck macht Schluss: Jetzt reicht’s. Ich will nicht mehr, sagt der 69-Jährige. Das diesjährige Bahnhofsfest sei zugleich das letzte gewesen. Er habe heute entschieden, die Veranstaltung im kommenden Jahr nicht mehr fortzuführen.
Macht in Nordhausen Schluss: Fest-Organisator Sven Bolko Heck (Foto: agl)
Als Gründe nennt Heck die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung durch die Stadt, die Verkehrsbetriebe, die Deutsche Bahn und die Harzer Schmalspurbahn (HSB). Von Letzterer habe sich lediglich der HSB-Verein eingebracht. So habe es in diesem Jahr weder ein Straßenbahnziehen wie noch 2023 noch eine Dampflok auf dem Bahnhofsplatz gegeben. Ohne den öffentlichen Nahverkehr braucht es auch kein Bahnhofsfest mehr, sagt Heck.
Auch von den ansässigen Händlern hätte er sich mehr Rückhalt gewünscht. Für sie habe ich das Fest eigentlich gemacht, erklärt er. Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Geschäfte in der Bahnhofstraße am Samstag wie üblich bereits um 13 Uhr geschlossen. Zudem habe es erstmals auch keinen verkaufsoffenen Sonntag gegeben, der zusätzliche Besucher in die Innenstadt gezogen hätte. Hatten die Geschäfte anfänglich noch in der gesamten Stadt offen, gab es im vergangenen Jahr schon nur noch einen verkaufsoffenen Sonntag im Bahnhofsquartier. In diesem Jahr wollten die Händler diesen gar nicht mehr, so Heck.
Verbittert sei er dennoch nicht. Im Gegenteil: Trotz aller Schwierigkeiten sei das Fest am Samstag und auch am Sonntag so gut besucht gewesen wie nie zuvor, sagt Heck. Am Samstagabend drängten sich die Menschen dicht vor der Bühne, die Stimmung sei hervorragend gewesen. Besonders bewegt habe ihn am Nachmittag das Platzkonzert des Fanfarenzugs aus Lindau im Kreis Northeim. Die Musiker sind Deutsche Meister und wollen zur Weltmeisterschaft nach Irland reisen. Dafür wurde unter den Besuchern gesammelt, Heck selbst ging mit dem Hut durch die Menge. Am Ende kamen 503 Euro zusammen.
Von den Besuchermassen hätten die Standbetreiber auf dem Festgelände allerdings nur bedingt profitiert. Zwar seien viele Menschen in der Stadt gewesen, die Umsätze seien jedoch hinter den Erwartungen geblieben. Die wirtschaftliche Situation vieler Leute ist einfach so, dass sie genau aufs Geld schauen, sagt Heck. Das bekämen auch seine Händler zu spüren.
Deutlich schwieriger als früher sei inzwischen auch die Finanzierung. Während beim ersten Bahnhofsfest 2023 noch rund 23.000 Euro an Sponsorengeldern zusammenkamen, seien es in diesem Jahr nur noch 6000 Euro gewesen. Unterstützt worden sei die Veranstaltung nur noch von Nordbrand und der WBG, betont Heck. Dafür sei er dankbar. Trotz der deutlich geringeren Mittel habe das Fest erneut kostenlos angeboten werden können, wenngleich es in einer abgespeckten Variante durchgeführt wurde. Und auch das Sicherheitskonzept kostet Geld: Nach den Vorfällen am Freitag musste Heck das Sicherheitskonzept kurzfristig erweitern und für den Samstagabend zehn zusätzliche Securitykräfte engagieren. Insgesamt seien damit 25 Kräfte im Einsatz gewesen. Auch das müsse alles bezahlt werden, so Heck.
Für ihn persönlich ist das Kapitel damit abgeschlossen. Weder ein weiteres Bahnhofsfest noch ein Altstadtfest werde er künftig noch einmal organisieren. Stattdessen richtet sich sein Blick bereits nach vorn: Im September freue er sich auf das Truckerfest. Das wolle er in diesem Jahr noch einmal nach über 20 Jahren zum Leben erwecken. "Und dann in gute Hände geben", so Heck.
Susanne Schedwill
Autor: sscSven-Bolko Heck macht Schluss: Jetzt reicht’s. Ich will nicht mehr, sagt der 69-Jährige. Das diesjährige Bahnhofsfest sei zugleich das letzte gewesen. Er habe heute entschieden, die Veranstaltung im kommenden Jahr nicht mehr fortzuführen.
Macht in Nordhausen Schluss: Fest-Organisator Sven Bolko Heck (Foto: agl)
Als Gründe nennt Heck die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung durch die Stadt, die Verkehrsbetriebe, die Deutsche Bahn und die Harzer Schmalspurbahn (HSB). Von Letzterer habe sich lediglich der HSB-Verein eingebracht. So habe es in diesem Jahr weder ein Straßenbahnziehen wie noch 2023 noch eine Dampflok auf dem Bahnhofsplatz gegeben. Ohne den öffentlichen Nahverkehr braucht es auch kein Bahnhofsfest mehr, sagt Heck.Auch von den ansässigen Händlern hätte er sich mehr Rückhalt gewünscht. Für sie habe ich das Fest eigentlich gemacht, erklärt er. Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Geschäfte in der Bahnhofstraße am Samstag wie üblich bereits um 13 Uhr geschlossen. Zudem habe es erstmals auch keinen verkaufsoffenen Sonntag gegeben, der zusätzliche Besucher in die Innenstadt gezogen hätte. Hatten die Geschäfte anfänglich noch in der gesamten Stadt offen, gab es im vergangenen Jahr schon nur noch einen verkaufsoffenen Sonntag im Bahnhofsquartier. In diesem Jahr wollten die Händler diesen gar nicht mehr, so Heck.
Verbittert sei er dennoch nicht. Im Gegenteil: Trotz aller Schwierigkeiten sei das Fest am Samstag und auch am Sonntag so gut besucht gewesen wie nie zuvor, sagt Heck. Am Samstagabend drängten sich die Menschen dicht vor der Bühne, die Stimmung sei hervorragend gewesen. Besonders bewegt habe ihn am Nachmittag das Platzkonzert des Fanfarenzugs aus Lindau im Kreis Northeim. Die Musiker sind Deutsche Meister und wollen zur Weltmeisterschaft nach Irland reisen. Dafür wurde unter den Besuchern gesammelt, Heck selbst ging mit dem Hut durch die Menge. Am Ende kamen 503 Euro zusammen.
Von den Besuchermassen hätten die Standbetreiber auf dem Festgelände allerdings nur bedingt profitiert. Zwar seien viele Menschen in der Stadt gewesen, die Umsätze seien jedoch hinter den Erwartungen geblieben. Die wirtschaftliche Situation vieler Leute ist einfach so, dass sie genau aufs Geld schauen, sagt Heck. Das bekämen auch seine Händler zu spüren.
Deutlich schwieriger als früher sei inzwischen auch die Finanzierung. Während beim ersten Bahnhofsfest 2023 noch rund 23.000 Euro an Sponsorengeldern zusammenkamen, seien es in diesem Jahr nur noch 6000 Euro gewesen. Unterstützt worden sei die Veranstaltung nur noch von Nordbrand und der WBG, betont Heck. Dafür sei er dankbar. Trotz der deutlich geringeren Mittel habe das Fest erneut kostenlos angeboten werden können, wenngleich es in einer abgespeckten Variante durchgeführt wurde. Und auch das Sicherheitskonzept kostet Geld: Nach den Vorfällen am Freitag musste Heck das Sicherheitskonzept kurzfristig erweitern und für den Samstagabend zehn zusätzliche Securitykräfte engagieren. Insgesamt seien damit 25 Kräfte im Einsatz gewesen. Auch das müsse alles bezahlt werden, so Heck.
Für ihn persönlich ist das Kapitel damit abgeschlossen. Weder ein weiteres Bahnhofsfest noch ein Altstadtfest werde er künftig noch einmal organisieren. Stattdessen richtet sich sein Blick bereits nach vorn: Im September freue er sich auf das Truckerfest. Das wolle er in diesem Jahr noch einmal nach über 20 Jahren zum Leben erwecken. "Und dann in gute Hände geben", so Heck.
Susanne Schedwill

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