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Mi, 10:00 Uhr
05.08.2020
Umfrage des ifo-Instituts belegt:

Coronakrise halbierte bei Kindern Zeit für die Schule

Die Zeit, in der sich Kinder täglich mit der Schule beschäftigt haben, hat sich während der Corona-Zeit halbiert. Sie sank von 7,4 auf 3,6 Stunden pro Tag. Das geht aus einer ifo-Umfrage unter 1099 Eltern in Deutschland hervor, die im Juni durchgeführt wurde...

Schulzeit in der Corona-Krise halbiert (Foto: Bild von Wolfgang Eckert auf Pixabay) Schulzeit in der Corona-Krise halbiert (Foto: Bild von Wolfgang Eckert auf Pixabay)


Demnach haben 38 Prozent der Schüler höchstens zwei Stunden am Tag gelernt, 74 Prozent höchstens vier Stunden. Gleichzeitig ist die Zeit mit Fernsehen, Computerspielen und dem Handy von 4,0 auf 5,2 Stunden gestiegen. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren. Wo Schließungen unvermeidlich sind, sollten die Schulen direkt auf Online-Unterricht umstellen“, sagt Ludger Wößmann, der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik.

Den Eltern ist das Problem sehr bewusst. 64 Prozent denken, dass ihr Kind während der Corona-Zeit „viel weniger“ gelernt hat. Gleichzeitig verstärkten sie ihr Engagement. Vor den Schulschließungen verbrachten sie im Durchschnitt eine halbe Stunde pro Tag gemeinsam mit ihrem Kind beim Lernen für die Schule. Während Corona verdoppelte sich dieser Wert auf gut eine Stunde. Gleichzeitig geben 38 Prozent der Eltern an, dass die Situation für ihr Kind oder für sie selbst eine große psychische Belastung brachte. 28 Prozent berichteten, sie hätten sich mehr mit ihren Kindern gestritten als vorher. Bei Akademikerkindern war der Rückgang der schulischen Tätigkeiten ähnlich stark wie bei den anderen Kindern; nur der Anstieg der passiven Tätigkeiten war etwas geringer. Vor allem aber leistungsschwächere Schüler ersetzten Lernen durch passive Tätigkeiten.

57 Prozent der Schüler hatte seltener als einmal pro Woche gemeinsamen Online-Unterricht, nur 6 Prozent täglich. Noch seltener hatten die Schüler*innen individuellen Kontakt mit ihren Lehrkräften. Besonders davon betroffen waren Nicht-Akademikerkinder und leistungsschwächere Schüler. 96 Prozent erhielten wöchentlich Aufgabenblätter zur Bearbeitung. 64 Prozent erhielten zumindest einmal pro Woche eine Rückmeldung zu den Aufgaben.

Fragt man alle Deutschen (nicht nur die Eltern), so stimmen aber 79 Prozent der Aussage (voll oder eher) zu, dass die Schulschließungen eine richtige Maßnahme waren. 79 Prozent der Befragten befürworten verpflichtenden Online-Unterricht bei Schulschließung, 78 Prozent Anweisungen der Lehrkräfte zu täglichem Kontakt mit den Schüler. „Maßnahmen, die an der geringen Beschulung der Kinder und Jugendlichen etwas ändern würden, finden also klare Mehrheiten in der deutschen Bevölkerung“, sagt Wößmann.

83 Prozent der Befragten befürworten eine intensivere Betreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen und 70 Prozent die Durchführung von Abschlussprüfungen. 59 Prozent sind für eine Maskenpflicht für Schüler*innen, 58 Prozent befürworten regelmäßige Corona-Tests aller Schüler. Allerdings lehnen 56 Prozent ein Handy-Tracking an Schulen ab.

Die Ergebnisse zum Home-Schooling während der Coronakrise wurden aus der Umfrage zum ifo Bildungsbarometer ausgekoppelt. Das reguläre Bildungsbarometer erscheint im September.

Die vollständige Umfrage finden Sie hier .
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Kommentare

05.08.2020, 10.31 Uhr
N. Baxter | für diesen Umstand
sollte man die Politiker auch um die Hälfte ihrer Bezüge abstrafen...!

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05.08.2020, 13.31 Uhr
Frank1966 | Zum Glück haben...
...diese unfähigen Politiker, einen Grund für das nächste Versagen bei der Pisa-Studie. Corona wird auch 2022 dafür herhalten, wenn sie uns erklären, warum 15-jährige schlecht lesen können usw.
@N.Baxter: Die Politiker haben vor Corona nach eigener Auskunft immer 14-18 Stunden täglich gearbeitet. Nach deren Verständnis arbeiten sie seit Corona, nun 28-36 Stunden täglich. Da wird es schon irgendeine Studie geben, die das belegt.
Ich selber habe als Opa eines Grundschulkindes die letzten Monate hautnah erlebt und für mich bleibt die Lethargie des Bildungsministeriums unfassbar. Wie wertlos Bildung in deren Augen ist, ist schon unglaublich. Auf der anderen Seite verständlich - sind es doch zumeist gebildete Menschen, welche den Regierenden unangenehme Fragen stellen.
Georg Schramm sagte in einem seiner Auftritte: Wir brauchen Idioten, sonst frisst keiner Gammelfleisch.

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05.08.2020, 15.22 Uhr
Marino50 | Schulbildung
Ist schon längst Vergangenheit. Unsere zukünftigen Erwachsenen, Arbeiter und Landwirte (gibt es dann eh nicht mehr) . Es gibt dann nur noch Home Office Arbeit und dummes Volk, was durch die Gegend trampelty und Geld wird abgeschafft. Mathematik und Deutsch werden Fremdwörter sein. Weiter so. Das ist so gewollt und die Zukunft. Vielleicht kommen noch ein paar andere Seuchen dazu.

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05.08.2020, 17.43 Uhr
ottilie | Coronakrise halbierte bei Kindern Zeit für die Schule
Hierzu möchte ich sagen, dass die Eltern, die in Arbeit stehen, Kinder und Haushalt bewältigen müssen, nicht einmal Zeit dafür haben, ihren langen Artikel zu lesen.
Sie hatten auch kaum Zeit, alle Aufgaben mit ihren Kindern zu bewältigen. Es ist an der Zeit, wenn dies so weiter geht, erst einmal nur die wichtigsten Fächer zu lehren, was ein Schüler unbedingt für sein weiteres Leben benötigt. Man sollte untergeordnete Fächer in dieser Zeit einfach abstellen. Wichtig wäre da u.a. Mathematik und vor allem Deutsch. Denn es kann ja kaum noch ein Schüler richtig schreiben. Dies sieht man dann noch im Erwachsensein.
Liest man die Kommentare in der NNZ, würde ich am liebsten einiges verbessern. Oft muss man da zweimal lesen, was gemeint ist, weil so einiges falsch geschrieben wurde und den Text entstellt.
Ist doch klar, dass sich während der Corona-Zeit das Beschäftigen mit der Schule nur zur Hälfte erfüllt werden konnte, das ging ja auch gar nicht anders.
Es gibt ja auch nicht nur immer ein Kind in der Familie, mit dem man Schularbeiten machen muss.
Die berufstätigen Eltern können nicht auch noch die Lehrer ersetzen.
Deshalb sollte man sich hier dringend damit beschäftigen, einen anderen Lehrplan ins Leben zu rufen.

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05.08.2020, 19.56 Uhr
N. Baxter | Leerpläne^^
warum sollen die angepasst werden? Das löst nicht das eigentliche Problem des fehlendes Unterrichtsstoffes.
Hier müssen neue Konzepte und endlich eine vernünftige Digitalstrategie her.

Und nebenbei sollte der Corona Quatsch mal hinterfragt werden Afghanistan meldet 270x höhere Infektionen aber wie hoch ist die Sterblichkeit...? Wacht endlich auf!!!

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