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Mi, 09:11 Uhr
03.03.2021
Harzklub-Resolution trifft auf offene Ohren

Der Harzer Wald braucht Hilfe

Die Ende letzten Jahres verabschiedete Resolution des Harzklubs zeigt Wirkung. Der Harzklub-Hauptvorstand freut sich über vielfältige konstruktive Rückmeldungen, die die Resolution „Der Harzer Wald braucht unsere Hilfe“ ausgelöst hatten. Die Ministerien aller drei Bundesländer gaben dem Wanderverband Antwort...

Auch große Waldbesitzer, vertreten durch den Präsidenten der Niedersächsischen Landesforsten und dem Leiter des Forstbetriebes Sachsen-Anhalt, bedankten sich für die beispiellose Initiative. Dass sich der Harzklub mit seinen Forderungen und Anregungen sehr ernst genommen fühlen darf, zeigten auch die Reaktionen aus der Politik, vom einzelnen Bundestagsabgeordneten über den neuen Landrat des Landkreises Harz bis hin zur Touristik in Thüringen.

Konkret gab es bereits feste Zusagen und der Wanderverein erhielt Vorschläge zur Unterstützung der Forstarbeiten. „Jetzt gilt es, den Kontakt beizubehalten und den Dialog zeitnah fortzusetzen, um möglichst viele unserer Forderungen aus der Resolution umzusetzen“, betont Dr. Oliver Junk, Präsident des Harzklub.

Mit gutem Beispiel möchte der länderübergreifend tätige Heimat-, Wander- und Naturschutzbund vorangehen. Im Frühjahr 2021 will der Harzklub die aufgeschobene Pflanzaktion im Forstamt Clausthal bei Bad Harzburg nachholen. Am 27. März soll ein Mischwald in den Niedersächsischen Landesforsten begründet werden. Am 10. April sind Vereinsangehörige und Freiwillige nach Drübeck eingeladen. Auch dort im Privatwald bei Cornelius Meyer-Storck braucht es fleißige HelferInnen bei der Wiederaufforstung. Und im Herbst ist eine Aktion im Staatlichen Forstbetrieb Sachsen-Anhalt geplant.

Ziel der Pflanzaktionen sei es, den durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer stark in Mitleidenschaft gezogenen Harzer Wäldern zu helfen. „Der Harzklub möchte seinen Beitrag zu einem vielfältigen, gemischten und klimastabilen Wald leisten und die Waldbesitzenden, durch deren Wälder unsere Wanderwege führen, bei der Wiederaufforstung unterstützen“, nennt Dr. Oliver Junk die Gründe für das Engagement des Vereins. Erfreut zeigt sich der Harzklub über das Engagement vieler BürgerInnen für den Wald leider fehle diesem lobenswerten Engagement oft der fachliche Hintergrund. Hierbei möchte der Harzklub zwischen Fachleuten, WaldeigentümerInnen und den WaldbesucherInnen vermitteln. „Wie geht das besser als bei einer gemeinsamen Pflanzaktion, wo alle vor Ort mit anpacken“, freut sich der Harzklub-Präsident auf die kommende Pflanzsaison.

Eine Forderung an die für Forstwirtschaft verantwortlichen Ministerien unterstreicht der Harzklub in seinem jüngsten Antwortschreiben: Der Ruf nach einem länderübergreifenden Krisenstab. Dieser könnte bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) eingebunden sein. Die fachlich hochqualifizierte Einrichtung arbeite schon seit Jahren länder- und besitzartenübergreifend. Interdisziplinär tätige WissenschaftlerInnen würden auf Basis neuster Erkenntnisse die aktuelle Waldschadensbekämpfung vorantreiben sowie die Wiederbewaldung unterstützen.

Die Harzklub-Resolution wurde im vergangenen Jahr auf der Jahreshauptversammlung verabschiedet. Sie richtet sich an politische Entscheidungsträger auf Länder-, Bundes-, und Europaebene. Ziel der Resolution ist es, eine breite gesellschaftliche Allianz zu schmieden, um den bedrohlichen Ausnahmezustand der Harzwälder abzuwenden. Der länderübergreifend tätige Heimat-, Wander- und Naturschutzbund zählt 12.000 Mitglieder und gliedert sich in 86 weit über den Harz hinaus aktive Zweigvereine. Die Resolution mit dem Titel „Der Harzer Wald braucht unsere Hilfe“ erwartet mehr öffentliche Unterstützung. Um die Wälder vor noch größeren Schäden zu bewahren, bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, fordert der Verband.

Hintergrund für den Appell des Harzklubs ist ein frappierender Verlust alter Nadelwälder im Mittelgebirge. Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall hätten dazu geführt, dass riesige Flächen schon jetzt und auch künftig frei von Fichten sein werden, lautet seine Sorge. Auch Buchen und Eichen seien bereits gravierend geschädigt, beobachtet der Naturschutzverein. Dass „sich in jüngster Zeit die uns vertrauten Waldbilder rasant verändern“, sieht der Harzklub besonders kritisch und wendet sich in einem Brief an Politiker mit der Bitte, den Aufbau stabiler artenreicher Wälder mit geeigneten Maßnahmen zu fördern.

Der Wanderverband sieht sich in besonderer Verantwortung für den Naturraum. In seiner 135- jährigen Vereinsgeschichte hat er die Grundlagen dafür geschaffen, dass der Harz zu einer attraktiven Wanderregion wurde. Viele Zweigvereine engagieren sich seit Jahrzehnten für gesunde Wälder. In ehrenamtlicher Arbeit gestalten sie Biotope, widmen sich der Landschaftspflege und dem Artenschutz. Unter dem Motto „Naturschutz mit Augenmaß“ beziehen die Zweigvereine den Mensch mit seinem Recht auf Erholung in der Natur mit ein.
Michael Rudolph, stellv. Hauptpressewart Harzklub
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