nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Di, 11:49 Uhr
27.04.2021
BETRACHTET

Gemessen an den Taten?

Welch ein Wahlerfolg! Für einen Mann, den man einst mit Schimpf und Schande aus dem Rathaus jagen wollte. Nach dem Berlin-Fehltritt schien er erledigt. Aus und vergessen sei er, war nicht nur unter vorgehaltener Hand zu hören. Auch in Kommentaren in dieser Zeitung äußerten sich Leser, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade wohlwollend über ihn. Doch er stand auf. Ein Phönix aus der Asche, meint nnz-Autor Kurt Frank...


Die Rede ist von Matthias Jendricke. Man mag ihn unterschiedlich beurteilen, aber unbestritten ist: sein enormes Stehvermögen. Wo andere Personen die stürmischen Böen womöglich für immer aus dem Felde geweht hätten, blieb er stehen. Für weitere sechs Jahre ist er nun der oberste Dienstherr des Landkreises Nordhausen. Die 56 Prozent Zustimmung sprechen für sich.

Wahlbeteiligung hin oder her, wählen konnte jeder. Oder seinen Unwillen über den oder die Kandidaten im Allgemeinen und die Politik im Besonderen ausdrücken, in dem er den Wahlschein durchkreuzt in die Urne warf. Aber nein, lieber weiter nörgeln auf hohem Niveau über die „unfähigen“ Politiker, die nur für sich selbst sorgten.

Verstummt sind die mitunter an Gehässigkeit grenzenden Wortmeldungen über Landrat Jendricke. Wohl weniger um ihm einen Gefallen zu tun, wohl aber resultierend aus der Einsicht, dass dieser Mann viel für den Landkreis und das Wohl seiner Bürger bewirkte: Schulneubauten und -sanierungen, Radwege, Hexenbesen, Fördermittel. Seine Wiederwahl beruht auf Leistung, das andere war gestern. Heute kann er sich im Sonnenschein seines Erfolges wohlwollend im Sessel zurücklehnen und mit einem Lächeln auf seine Kritiker herabblicken, so er es denn will.

Wie bei Siegern üblich, konnte sich auch Jendricke vieler lobender Worte erfreuen. Aus allen Parteien kamen sie. SPD-Landeschef Maier war herbeigeeilt, um zu gratulieren. Mit Männern wie ihm könne die Partei wieder siegen. Nun hoffen die Sozialdemokraten, ihr wohlgesinnter Kandidat Manfred Hanke möge die Werther-Stichwahl gewinnen.

Mal ehrlich: Im Landkreis wird die SPD mehr oder weniger nur über die Person Jendricke wahrgenommen. Da eine Schwalbe bekanntlich noch nicht den Sommer ausmacht, macht ein Hoffnungsträger die Sozialdemokraten nicht zu dem, was sie einst waren: die vom Volk gewählte Volkspartei. Es mangelt an Zugpferden. Landes -und bundesweit.

So könnte sich aus dem Hoffnungsschimmer schon bald für die SPD ein bitteres Erwachen ergeben. Die Umfragewerte lassen für die Landtags –und Bundestagswahl nicht Gutes erwarten. Sie dümpeln für die Partei unter der 20-Marke dahin. Matthias Jendricke kam zweifellos sein Amtsbonus zugute, sein Image als „Medienzar“, seine Präsenz bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Aber auch die Tatsache, es mit keinen Schwergewichten aus CDU und Linken als Gegenkandidaten zu tun gehabt zu haben. Doch schon rüstet sich die CDU, um das Nordhäuser Rathaus zu erobern. Ein potenzieller Kandidat steht da schon bereit.

Ich bin mir sicher: Dieser Landrat wird sich weiterhin mit Herz und Verstand für den Landkreis und seine Bürger einbringen. Mag er sich da mitunter auch etwas zu weit aus dem Fenster lehnen und mit Worten allzu verschwenderisch umgehen, doch Jendricke wäre nicht Jendricke, täte er das nicht. Trommeln gehört zum Handwerk. Wer es unterlässt, wird kaum gehört. Gratulation zum Sieg, Mathias Jendricke.
Kurt Frank
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

27.04.2021, 13.27 Uhr
DDR-Facharbeiter | Mit Verschiebung der "Elektrischen" Stadtverwaltung bis OB-Wahl ins Landratsamt ?
Landrat Jendricke hat viel für den Landkreis und das Wohl seiner Bürger bewirkt: Schulneubauten und -sanierungen, Feuerwache, Theater, Radwege, Hexenbesen, Fördermittel. Ich ergänze: Der Landrat hat damit auch viel für das Wohl der Nordhäuser Bürger bewirkt. Da kann man sich auch schon mal nachdenklich fragen, ob mit der Verschiebung unserer "Elektrischen" in die Obhut des Landrates nicht auch die Nordhäuser Stadtverwaltung zeitweilig in das Landratsamt eingeordnet werden sollte ? Warum warten bis zur Wahl einer neuen Oberbürgermeister*in? Stadt - Strassen immer löcheriger , unser Kulturerbe,( Park Lindenhof, Thomas-Mann-Haus ) zerfällt, Marktrecht der Freien Reichsstadt verhökert , Park Hohenrode, Promenade, nächtliche Strassen unsicher, Fallenstellerei seitens Parkwächtern, sinkende Einwohnerzahlen, gähnend leere Industrieflächen usw...
Die einst glänzende Industriestadt Nordhausen , einst ganz oben in Thüringen, strahlt nicht mehr.


Anmerkung techn. Support:
Die neue Feuerwache und das Theater sind eher Projekte der Stadt Nordhausen.
Sie wurden von der Stadt Nordhausen beantragt, beauftragt und die Stadt ist auch federführend bei der Umsetzung.
Ich habe das oben im Artikel korrigiert.

4   |  0     Login für Vote
27.04.2021, 13.48 Uhr
Audio | Vollkommen meine Meinung !
Bravo, Kurt, für deinen wirklich realen und ehrlichen Beitrag ! Entschuldige das "Du", aber wir kennen uns
schon sehr lange.
Wie ich bereits früher bemerkte: niemand ist vollkommen. Auch Mathias Jendricke nicht.
Aber wer macht es besser !? Die Arbeit des alten und neuen Landrates ist an seinen Taten erkenn- und messbar ! Es gibt leider noch eine Menge sogenannter "Kommunalpolitiker" im Landkreis, die viel sagen, ohne etwas getan zu haben.
Von manchen sieht und hört man garnichts , obwohl sie da sind und trotz Unfähigkeit hochbezahlt werden.
Ich glaube, die Wähler haben mit ihrem Entscheid für Mathias Jendricke eine guten "Riecher" bewiesen.

4   |  2     Login für Vote
27.04.2021, 15.56 Uhr
Marino50 | Unser Landrat
Herr Frank, warum müssen Sie in verheilten Wunden stacheln. Es ist eine Ewigkeit her. Wer völlig ohne eine Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Jeder hat mal in seinem Leben einen Fehler begangen, sicher auch Sie. Man sollte doch irgendwann mal die alten Geschichten ruhen lassen.
Herr Jendricke macht einen guten Job und das wird er auch weiterhin machen. Da ist es sicher auch völlig egal, welcher Partei er angehört.

2   |  3     Login für Vote
27.04.2021, 16.32 Uhr
Nordthüringer | Mich würde am Rande der Wahl interessieren ...
, ... wie hoch denn der Alterdurchschnitt jener Wähler ist,
welche für Jendricke stimmten.

Bewegt dieser sich eher in Richtung des Autors und bedenkt
man, dass in Nordhausens Strassen überdurchschnittlich viel alte Menschen unterwegs sind, wird schnell klar,
warum Jendricke haushoher Gewinner wurde.

Nicht auszudenken übrigens, wie das Ergebnis gewesen wäre, hätte es womöglich einen AfD-Kandidaten namens Prophet gegeben.

Aber Herr Jendricke, gewonnen ist gewonnen ...

3   |  1     Login für Vote
27.04.2021, 18.04 Uhr
Marino50 | Nordthüringer
Der Altersdurchschnitt ist doch völlig egal. Sie hätten auch einen zusätzlichen Kandidaten auf Ihren Zettel schreiben können oder Ihren eigenen Namen. Vielleicht können die älteren Wähler besser einschätzen wie die Arbeit des Landrates war. Ältere kennen auch andere ehemalige Landräte oder -tinnen. Er hat viel gemacht im Kreis, auch was Freiwillige Feuerwehren und Katastrophenschutz betrifft. Ich denke da nur an die schlimmen Flächenbrände 2019 und den Einsatz für die Beschaffung von Gerätschaften und Fahrzeugen. Wie gesagt. Das ist nur eine Seite.

3   |  3     Login für Vote
27.04.2021, 21.55 Uhr
Paul | Marino50
Genau so sehe ich das auch, und sicher nicht nur ich! Sicher sind auch Veränderungen wichtig, wenn sie Sinn machen. Und auf keinen Fall sollte man auf Erfahrungen verzichten, die halt die Älteren haben. Aber es sollten öfter junge Kader mit ins Boot geholt werden. Und das nicht nur im Nordhäuser Rathaus & Co.

0   |  1     Login für Vote
27.04.2021, 22.03 Uhr
Richard Z.& Paul | @Marino50
Was soll der Schwachsinn?
Anderen Kandidaten oder eigenen Namen auf den Wahlzettel schreiben?
Dann ist die Stimme ungültig und man gleich zu Hause bleiben.
Gute Besserung!

1   |  1     Login für Vote
27.04.2021, 23.15 Uhr
Halssteckenbleib | Was so ein Dingsprojekt
so alles bewirken kann...hätte ich nicht besser machen können. Hätte gerne wenn anders gehabt. Mich hat leider niemand gefragt. Schade,.,

0   |  2     Login für Vote
28.04.2021, 00.29 Uhr
grobschmied56 | Meine Stimme...
... hat er bekommen. Nicht mit allzu viel Begeisterung.

Warnhinweis!
Als alter weißer Mann verwendet Grobschmied56 grundsätzlich keine Gender*, Unter_ oder Binnen-I. Er pfeift auf 'political correctness' und 'antirassistischen Säuberungswahn' , welcher Denkmale stürzt, Straßen
umbenennt und Kunstwerke fälscht. Stattdessen hält er sich an den Leipzig/Mannheimer Duden von 1991. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Immerhin ist man bei Jendricke an einer Hausnummer, bei der man weiß, was dahinter steckt.
Eine gewisse Kontinuität, Verlässlichkeit und Solidität.

Nichts übles gegen seine Mitbewerber übrigens - sowohl die CDU-Politikerin als auch der Bewerber der LINKEN hatten aus meiner Sicht einen Achtungserfolg.

2   |  0     Login für Vote
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.