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Do, 10:08 Uhr
29.04.2021
Arbeitsmarkt im April

Erstmals weniger Arbeitslose seit Pandemiebeginn

„Wir haben gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt“, beginnt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, den Bericht zum Arbeitsmarkt für den Monat April. Die aktuelle Entwicklung zeigt jetzt aber wieder in die richtige Richtung...

Grafik (Foto: Arbeitsagentur Nordhausen) Grafik (Foto: Arbeitsagentur Nordhausen)
Die Zahl der Arbeitslosen in Nordthüringen ist Ende April zum Vorjahr erstmals seit Beginn der Pandemie gesunken. 8.781 Arbeitslose waren im vergangenen Monat gemeldet, rund 360 weniger als im März und über 200 weniger als im April 2020.

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Vor allem die Arbeitslosen mit abgeschlossener Berufsausbildung profitieren jetzt von der Arbeitskräftenachfrage. In den Außenberufen, wie auf dem Bau, der Landwirtschaft oder dem Gartenbau finden wieder vermehrt Menschen eine neue Beschäftigung.

Auch in Teilen des verarbeitenden Gewerbes, wie beispielsweise der Kunststoffverarbeitung oder der Metallbearbeitung, werden derzeit mehr freie Stellen als im vergangenen Jahr gemeldet. In der Gastronomie, Hotellerie und im Tourismus bleibt die Lage angespannt. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent, gegenüber einer Quote im März von 6,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 6,7 Prozent.

Jugendarbeitslosigkeit geht im April zurück
„Die vergangenen zwölf Monate waren für die jungen Leute schwierig“, bestätigt Froböse. „Die Arbeitslosigkeit ist deutlich angestiegen. Jetzt ist eine Verbesserung in Sicht. Die Arbeitslosigkeit geht zurück.“ Das sei ermutigend. Froböse unterstreicht in dem Zusammenhang noch einmal, wie wichtig es sei, gut qualifiziert zu sein: „Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit. Ausbildung beendet Arbeitslosigkeit.“

681 unter 25-Jährige waren in der Agentur und in den drei Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das waren 32 weniger als im März und über 10 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen liegt aktuell bei 6,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 7,8 Prozent.

Viele gute Ausbildungsstellen
„Wir haben viele gute Ausbildungsstellen“, sagt Karsten Froböse. „Es sind deutlich mehr Stellen als Bewerber.“ Das Abschlussjahr koste in diesem Jahr bei Schülerinnen und Schülern besonders viel Kraft. Kurzarbeit, Personalabbau, Unsicherheit über die Zukunft und einige Firmenschließungen seien erst einmal keine positiven Signale für den Ausbildungsbeginn 2021. „Uns fehlen die Ausbildungsbewerber“, so Froböse. 721 Jugendliche haben sich für eine Ausbildung bis jetzt gemeldet. Um knapp 28 Prozent ist ihre Zahl zum Vorjahr gesunken.

Dementgegen ist die Ausbildungsbereitschaft in Nordthüringen hoch. Bis heute waren 1.208 Ausbildungsstellen gemeldet. Damit liegt die Zahl sogar leicht über der des Vorjahres. Vor allem in der Metall- Elektrobranche und im Bau gibt es mehr Ausbildungsstellen als im vergangenen Jahr. 800 Stellen sind aktuell noch frei. Es sei fast paradox, so Froböse. „In der Corona Pandemie stehen jedem Ausbildungsbewerber mehr Stellen gegenüber, als vor zwei Jahren.“

Die Beratung laufe weiter auf Hochtouren. Die Berufsberatung hat mit allen Schulen Kontakt. Unter Corona-Bedingungen sei die Videoberatung momentan, neben der Telefonie, die beste Kontaktmöglichkeit für Jugendliche und Eltern. „Ich würde mir wünschen, dass viele junge Leute dieses Angebot nutzen. Bis zum Ausbildungsbeginn ist nicht mehr viel Zeit“, so der Agenturchef. Deshalb schnell einen Termin unter Tel: 0800 4 555500 (kostenfrei). vereinbaren.

Kurzarbeitergeld federt weiterhin Arbeitsausfälle ab
Nach dem Anstieg im Frühjahr 2020 ging die Kurzarbeit bis in den Herbst hinein zurück. Der erneute Lockdown hat die Zahlen wieder ansteigen lassen. Durch das anhaltend hohe Infektionsgeschehen mussten auch im April viele Menschen die Pandemie mit Kurzarbeit überbrücken. Das betraf weiterhin vor allem den Einzelhandel, die Gastronomie, Fitnessstudios und die Tourismusbranche. Rund 6.000 Menschen waren zum Jahresende im Agenturbezirk in Kurzarbeit. Die genauen Zahlen für das Frühjahr werde man erst in einigen Monaten benennen können, da Unternehmen drei Monate Zeit zur Abrechnung haben.

Der Blick in die Landkreise
Im Landkreis Nordhausen wurden im Februar 3.354 Arbeitslose registriert, 45 Personen weniger als vier Wochen zuvor und knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent. Im Jahr zuvor betrug sie 7,8 Prozent.

Im Kyffhäuserkreis waren im letzten Monat 3.023 Personen ohne Arbeit, 200 Menschen weniger als vier Wochen zuvor und knapp 200 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt im Landkreis jetzt bei 8,1 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,6 Prozent.

2.404 Arbeitslose waren im Landkreis Eichsfeld auf Jobsuche, über 100 weniger als im März und 50 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 4,6 Prozent.

Die ausführliche Statistik findet sich hier
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Kommentare

29.04.2021, 14.16 Uhr
DDR-Facharbeiter | Warum im Landkreis Nordhausen relativ und absolut mehr Entlassungen?
Warum gibt es im Landkreis Eichsfeld nur 4,5 % = 2404 Arbeitslose bei 100 Prozent = 53'422 Arbeitsplätzen ?

Warum gibt es im Landkreis Nordhausen viel höhere
7,9 % = 3354 Arbeitslose bei 100 % = 42456 Arbeitsplätzen ?
Warum entlassen die Eichsfelder Arbeitgeber relativ (und absolut) weniger Arbeitnehmer als die Arbeitgeber im Nordhäuser Landkreis ? ? Was wird im Landkreis Eichsfeld anders und besser gemacht als in Stadt und Land Nordhausen ?
Schlage - als auch einmal ohne Eigenschuld entlassener Handwerker- vor, dass von einer Gewerkschaft und/oder Fachschule geschulte Wirtschafts-Praktiker ohne Partei- Gelaber diese für Stadt und Land Nordhausen überlebens - notwendigen Fragen beantworten.

4   |  1     Login für Vote
29.04.2021, 18.28 Uhr
N. Baxter | Warum, warum, warum?
warum sind im Eichsfeld, die Straßen besser, ausgebaute Radewege vorhanden, volle Gewerbegebiete, mehr Neubau-Wohngebiete anzufinden und selbst der Rasen grüner? Warum pendeln viele auch von hier dort hin...?

4   |  0     Login für Vote
29.04.2021, 18.43 Uhr
Kobold2 | Ich hatte schon ein mal
, als es um Süddeutschland ging, angemerkt, das es auch eine Mentalitäfsfrage ist.
Die Leute fühlen sich dort mit ihrer Region verbundener, denken und Handeln regionaler, helfen sich damit gegenseitig und stehen sich nicht im Weg. Da wir weniger gemeckert und gejammert sondern einfach gemacht und geschafft.
Für die miese Arbeitskultur in vielen unserer Firmen ist nicht die Politik Schuld sondern die Leute die dort beschäftigt sind einschließlich die Führungsebene. Ein Grossteil hat noch immer nicht begriffen, das gutes Personal die beste Investion ist und auch entsprechend behandelt gehört.
Ich habe so einige Firmen kennenlernen müssen, die immer mehr aus falschem Geiz, Stammpersonal abgebaut und durch Leiharbeiter ersetzt haben.
Es wurde in jeder dieser Firmen zusehends schlechter.
So macht man ganze Regionen und Landstriche kaputt.

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29.04.2021, 22.46 Uhr
DDR-Facharbeiter | Wirtschaftsförderer muss überzeugende Persönlichkeit sein
Es braucht keinen Akten-Schimmel-Reiter, sondern eine Persönlichkeit mit Ideen und Überzeugungsvermögen. Diese Person darf nicht menschenscheu sein. Sie sollte aufgeschlossen und bodenständig sein. Wirtschaftsförderung kann man studieren, aber es gibt auch Naturtalente mit Praxis oder einer abgeschlossenen Ausbildung im Handwerk oder in einem Fachstudium.
Der Wirtschaftsförderer ist mit den Besonderheiten der Kommunen vertraut und kennt die Anforderungen regionaler, nationaler und europäischer sowie weltweit tätiger Unternehmen. Im Idealfall ist er ein Wirtschafts- und Marketingexperte. Er kennt Förder- und Finanzierungsprogramme und kann Konzepte für den Wirtschaftsstandort entwickeln und sie praktisch bei Behörden und in der Politik vertreten und umsetzen.

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