Sa, 15:48 Uhr
07.08.2021
Was wurde aus dem KZ-Generaldirektor Rickhey?
V-Waffe und Ritterkreuz
Bis 1945 war Rickhey der Generaldirektor des Mittelwerks, der mit der SS koordinierte. Er residierte in einer auch durch Häftlinge ausgestatteten Luxusbaracke, die seinerzeit die Stabsbaracke (Ilfeld) genannt wurde. Was wurde damals aus dem Generaldirektor?, fragt sich Tim Schäfer...
Er war ein promovierter Ingenieur und wurde 1944 zum Generaldirektor der Mittelwerk GmbH (A4-V2, V1 Waffenproduzent) berufen: Dr.-Ing. Georg Johannes Rickhey. Bereits im Dezember 1944 erhielt er, offenbar gemeinsam mit Wernher von Braun und Walter Dornberger, das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz von Adolf Hitler verliehen. Aufgrund der Verdienste um die Produktion der V-Waffen.
Wir alle wissen, dass diese Produktion auf dem Rücken der KZ-Häftlinge des Konzentrationslagers Mittelbau, unter den grauenhaften Bedingungen der NS- Zwangsarbeit, organisiert worden ist. Nur Herr Dr. Rickhey wusste nach 1945 davon so gut wie nichts mehr. Natürlich auch, um sich selbst zu schützen. Die Abbildung anbei zeigt ein Glückwunschschreiben vom 07.12.1944 des Ammoniakwerk Merseburg (IG Farben).
Manfred Bornemann beschreibt, dass die Luxus-Wohnung Rickhey in Ilfeld 50 x 12m groß war. Diese wurde als Stabsbaracke benannt.
Gelegen war diese demnach beim Pfarrgarten, am Burgberg bei Ilfeld. Mit fünf Bädern, Zentralheizung, großem Kamin, Speisekammer und Küche. Silvester 1944 fand hier eine ausschweifende Party mit erlesenen Gästen statt. Viele Getränke und lukullische Genüsse gab die Speisekammer hervor. Rickhey ließ sich durch die Mittelwerk- Werkstätten und unter Häftlingseinsatz Ausrüstungen in die Stabsbaracke herstellen und einbauen. Darunter besondere Möbel und zwei Panoramafenster nebst einer zweiflügligen Terassentür.
Sozusagen als seine Führerbaracke, wie diese zynisch auch bezeichnet worden ist (vgl. Baudrexl: Das Jahrhundert der entarteten Politik in Deutschland, Rückblicke…Band 1943-45, S. 735 ff.). Rickhey wird 1945 mit Schätzen in Verbindung gebracht, die hier in der Region versteckt worden sind. Diese Depots sollen hier nur bedingt Schätze umfasst haben. Auch das legendäre Bernsteinzimmer ist wohl, bestimmte Gerüchte sind offenbar unwahr, niemals hier versteckt worden.
Die US- Truppen fanden viele solcher Depots mit technischen oder anderen Unterlagen recht schnell. Auch Herr Dr.-Ing. Rickhey kam in die USA und wirkte dort offenbar weiter. Darüber ist bisher zu wenig bekannt. Nur 1947 zum Dachauer Dora-Prozess wurde er angeklagt und stellte sich dem Prozess. Allerdings wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Entlastet wurde Rhickhey auch durch Angaben von Wernher von Braun. Was die Amerikaner hier alles gefunden haben, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Auch das weitere Wirken des ehem. Generaldirektors der Mittelwerk GmbH in den USA ist unklar.
Dass der Mittelwerksgeneraldirektor nichts von den grauenhaften Zuständen der NS-Zwangsarbeit gewusst haben will, ist seine offensichtliche Schutzversion, deren Wahrheitsgehalt eher verneint werden kann.
Tim Schäfer
Autor: redEr war ein promovierter Ingenieur und wurde 1944 zum Generaldirektor der Mittelwerk GmbH (A4-V2, V1 Waffenproduzent) berufen: Dr.-Ing. Georg Johannes Rickhey. Bereits im Dezember 1944 erhielt er, offenbar gemeinsam mit Wernher von Braun und Walter Dornberger, das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz von Adolf Hitler verliehen. Aufgrund der Verdienste um die Produktion der V-Waffen.
Wir alle wissen, dass diese Produktion auf dem Rücken der KZ-Häftlinge des Konzentrationslagers Mittelbau, unter den grauenhaften Bedingungen der NS- Zwangsarbeit, organisiert worden ist. Nur Herr Dr. Rickhey wusste nach 1945 davon so gut wie nichts mehr. Natürlich auch, um sich selbst zu schützen. Die Abbildung anbei zeigt ein Glückwunschschreiben vom 07.12.1944 des Ammoniakwerk Merseburg (IG Farben).
Manfred Bornemann beschreibt, dass die Luxus-Wohnung Rickhey in Ilfeld 50 x 12m groß war. Diese wurde als Stabsbaracke benannt.
Gelegen war diese demnach beim Pfarrgarten, am Burgberg bei Ilfeld. Mit fünf Bädern, Zentralheizung, großem Kamin, Speisekammer und Küche. Silvester 1944 fand hier eine ausschweifende Party mit erlesenen Gästen statt. Viele Getränke und lukullische Genüsse gab die Speisekammer hervor. Rickhey ließ sich durch die Mittelwerk- Werkstätten und unter Häftlingseinsatz Ausrüstungen in die Stabsbaracke herstellen und einbauen. Darunter besondere Möbel und zwei Panoramafenster nebst einer zweiflügligen Terassentür.
Sozusagen als seine Führerbaracke, wie diese zynisch auch bezeichnet worden ist (vgl. Baudrexl: Das Jahrhundert der entarteten Politik in Deutschland, Rückblicke…Band 1943-45, S. 735 ff.). Rickhey wird 1945 mit Schätzen in Verbindung gebracht, die hier in der Region versteckt worden sind. Diese Depots sollen hier nur bedingt Schätze umfasst haben. Auch das legendäre Bernsteinzimmer ist wohl, bestimmte Gerüchte sind offenbar unwahr, niemals hier versteckt worden.
Die US- Truppen fanden viele solcher Depots mit technischen oder anderen Unterlagen recht schnell. Auch Herr Dr.-Ing. Rickhey kam in die USA und wirkte dort offenbar weiter. Darüber ist bisher zu wenig bekannt. Nur 1947 zum Dachauer Dora-Prozess wurde er angeklagt und stellte sich dem Prozess. Allerdings wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Entlastet wurde Rhickhey auch durch Angaben von Wernher von Braun. Was die Amerikaner hier alles gefunden haben, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Auch das weitere Wirken des ehem. Generaldirektors der Mittelwerk GmbH in den USA ist unklar.
Dass der Mittelwerksgeneraldirektor nichts von den grauenhaften Zuständen der NS-Zwangsarbeit gewusst haben will, ist seine offensichtliche Schutzversion, deren Wahrheitsgehalt eher verneint werden kann.
Tim Schäfer



