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Fr, 12:38 Uhr
15.10.2021
NABU und BUND zur Roten Liste Thüringen

Die Ampeln stehen auf Rot

40 Prozent der Arten in Thüringen gelten als gefährdet, für sie stehen die Ampeln auf Rot. Dies zeigt sich in den heute veröffentlichten Roten Listen Thüringens deutlich, meint man beim Naturschutzbund NABU. Die Umweltsschützer vom BUND weisen auch auf den "Raubbau" im Südharz hin...

"Die kleine Verbesserung von 1,1 Prozent im Gegensatz zu 2011 zeigt zwar, dass einige Maßnahmen, die die Landesregierung in Thüringen auf den Weg gebracht hat, greifen. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch mehr Anstrengungen erfordert. Vor allem, wenn wir den Blick auf die Artenvielfalt bewirtschafteter Flächen richten, dort werden zum Beispiel Feldhamster und viele Blütenpflanzen zurückgedrängt. Es fehlt an Strukturen in unserer Landschaft, ein bundesweites Problem.“, sagt Martin Schmidt, der Vorsitzende des NABU Thüringen.

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Zu diesem Schluss kommt auch die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), in der sich 31 Interessenvertreter aus Landwirtschaft, Natur-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz sowie Wissenschaft und Wirtschaft berieten, in ihrem Abschlussbericht an die Bundesregierung.

„Das Thüringer Becken steht exemplarisch für die mangelnde Strukturvielfalt in der Landschaft des Freistaats“, so Schmidt weiter. „Es ist wichtig, diese Problematik nicht auf die lange Bank zu schieben und systematisch anzugehen. Wir fordern deshalb Aktionsprogramme, die Strukturen wie Baumreihen, Hecken und blütenreiche Wegsäume entwickeln und damit die Landschaft bereichern. Ebenso müssen die Auen belebt werden. Dafür braucht es eine entsprechende Förderkulisse.“

Beim BUND blickt man auch die Situation im Südharz: „Immer intensivere Bewirtschaftungsmethoden in Land- und Forstwirtschaft und eine völlig überzogene Straßenbaupolitik sind die Treiber des Artenverlustes in Thüringen. Dazu kommt noch der Raubbau in der artenreichen Gipskarstlandschaft Südharz“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Trotz dieses Negativtrends will das Landwirtschaftsministerium bei der neuen EU-Agrarförderperiode Naturschutz mit einem zu geringen Budget ausstatten und Naturschutzmaßnahmen fördern, die wirkungslos bleiben.“

Vogel fordert endlich eine Wende zu einer bauern-, tier- und umweltfreundlichen Agrarpolitik in Thüringen. Pestizide und Stickstoffüberschüsse müssten reduziert und der Ökolandbau sowie regionale Wertschöpfungsketten attraktiver gemacht werden. Auch bei Forstflächen seien Richtlinien für eine neue Form der Bewirtschaftung dringend notwendig. Vor allem beim öffentlichen Wald seien die Gemeinwohlinteressen in Zukunft über die Gewinninteressen der Holzwirtschaft zu stellen.

Vogel: „Nur mit vereinten Kräften können wir das Artensterben stoppen und die Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten sichern. Dazu gehört es auch, wieder Verbindungen zwischen Lebensräumen zu schaffen, die durch die intensive Landnutzung verinselt wurden. Davon profitiert in Thüringen nicht nur die Wildkatze. Das Biotopverbundkonzept des Umweltministeriums muss in eine verbindliche Planung überführt werden. Ein Biotopverbundplan muss zukünftig rechtsverbindlicher Bestandteil auf allen Raumplanungsebenen sein. Nur so können wir das Netz des Lebens auch in Zukunft bewahren.“
Autor: red

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