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Do, 10:45 Uhr
21.10.2021
Über 1.600 Arbeitsplätze im Südharz in der Gipsindustrie

Naturverträglicher Gipsabbau auf Dauer in Gefahr

Die wirtschaftliche Bedeutung der Gipsindustrie im Südharz ist in den letzten drei Jahren annähernd konstant geblieben. Das ist das Ergebnis der mittlerweile dritten Untersuchung, die DIW Econ (das Beratungsunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Berlin) heute in Erfurt präsentiert hat...

Demnach hat die gesamte Bruttowertschöpfung, die von der Gipsindustrie im Südharz ausgeht, seit 2014 um 17 Prozent auf 107,5 Millionen Euro im Jahr 2020 zugenommen, zwischen 2018 und 2020 gab es einen minimalen Rückgang um ein Prozent. Die Zahl der Beschäftigten ging im selben Zeitraum um knapp drei Prozent auf 1.602 zurück.

Die Beträge der Unternehmen im Bereich freiwilliger sozialer Engagements betrugen zusammen 146.800 Euro. Damit konnte sich die Gipsindustrie insgesamt während der Corona-Pandemie trotz verschärfter Rahmenbedingungen behaupten.

„Wir sind angesichts der jetzigen Situation grundsätzlich zufrieden“, sagt Lars Kothe, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Harzer Gipsunternehmen (AHG). „Die Gipsindustrie ist auch in schwierigen Zeiten ein Garant für gut bezahlte Arbeitsplätze, solide öffentliche Einnahmen und gesellschaftliches Engagement.“ Dennoch sorgen politische und behördliche Restriktionen für zunehmende Einschränkungen in der Region. „Wir bauen den Gips naturverträglich und ortsnah ab und sorgen so für den bestmöglichen ökologischen Fußabdruck.“, so Kothe weiter. „Der Naturgipsabbau gerät aber auf Dauer in Gefahr, wenn wir keine Planungssicherheit mehr haben!“

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DIW Econ bescheinigt dies im Rahmen erster für den Südharz vorgestellten Ergebnisse: „Die Bedeutung der Gipsindustrie ist im Südharz trotz Corona anhaltend hoch.“ Ein minimaler Rückgang diverser Effekte gebe es zwar im Vergleich zur letzten Studie von 2018. Der Rückgang sei aber vor allem auf eine minimal geringere direkte Beschäftigung und einen leichten Rückgang der getätigten Investitionen in 2020 zurückzuführen.

Die Ergebnisse in Kurzform:
Je 100 Euro direkte Bruttowertschöpfung (BWS) werden deutschlandweit weitere 290 Euro BWS in anderen Bereichen realisiert.

In den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen entsteht zusätzliche indirekte und induzierte Bruttowertschöpfung von 35,3 Millionen Euro. Die Hälfte der Wertschöpfungseffekte entsteht in der Region Südharz (54,0 Millionen Euro).

Je 100 direkt Beschäftigten werden deutschlandweit weitere 270 Beschäftigungsverhältnisse in anderen Bereichen gesichert (indirekt und induziert).

In den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen werden durch die Gipsindustrie im Südharz insgesamt 1.033 Arbeitsplätze gesichert. In der Region Südharz wurden insgesamt 884 Arbeitsplätze gesichert. An Standorten im Südharz sind insgesamt 434 Mitarbeiter direkt bei den betrachteten Unternehmen beschäftigt.
Autor: red

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Kommentare

21.10.2021, 12.11 Uhr
Envites | Gibt es den naturverträglichen Gips-Abbau schon?
Keine Sorge, Gipsabbau im Südharz hat Tradition und wird weitergehen, hoffentlich möglichst nachhaltig und im Einklang mit Schutzzielen, die die Naturverträglichkeit sichern. Ist dazu das Potenzial bei den Gipskonzernen, der Planung, der Kontrollen durch die Behörden schon im Einklang mit dem selbst definierten Begriff der Naturverträglichkeit? Ich glaube das eher nicht. Es gibt noch deutlich Luft nach oben! Das sieht man doch, überall! Auch die Frage Kooperationen vs. eigener Tagebaue usw., in dem Sinne und für die nächsten Generationen wäre es wünschenswert, wenn hier endlich ein adäquates Niveau auch bei den zuständigen Behörden etabliert werden würde, Oder?

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