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Do, 18:55 Uhr
27.01.2022
Röhrigschacht Wettelrode

Studierende der Geotechnik der Hochschule Nordhausen auf Exkursion

Wissensvermittlung und Abenteuer schließen sich keinesfalls gegenseitig aus! 15 Studierende der Fachrichtung Geotechnik der Hochschule Nordhausen erlebten dies vor kurzem im Rahmen einer Exkursion lebendig und anschaulich. Unter Leitung ihres Dozenten Bernd Aberle erkundeten Sie den Röhrigschacht in Wettelrode...

Studierende der Hochschule Nordhausen im Röhrigschacht  (Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH ) Studierende der Hochschule Nordhausen im Röhrigschacht (Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH )


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Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der Rosenstadt Sangerhausen GmbH Matthias Grünberg gab es eine Einführung in die Geschichte des Bergbaumuseums direkt vom früherem langjährigen Leiter Erich Hartung. Dann ging es per Seilfahrt mittels einer der ältesten in Betrieb befindlichen Fördermaschinen Deutschlands (2022 wird sie 100 Jahre alt!) bis in 163m Tiefe zum Füllort des Segen-Gottes-Stollens in Grubenbaue aus der Zeit um 1880. Noch heute sind die harte Arbeit und die ungeheuren Leistungen der Bergleute allgegenwärtig.

Unter der fachlich fundierten Führung des Leiters des Röhrigschachtes Thomas Wäsche konnten alle aufkommenden Fragen zur Geologie, Geschichte und Wasserhaltung direkt am praktischen Beispiel beantwortet werden. Der Schwerpunkt der Exkursion lag auf den geologischen Besonderheiten des Kupferschiefers im Sangerhäuser Revier. Besonderes Augenmerk verlangte hier stets die Wasserhaltung. Für den Abbau musste das Grundwasser abgesenkt werden. Wasserlösestollen sorgten großflächig dafür, dass der Bergbau vom Ausbiss in immer größere Tiefen möglich war. Später kamen leistungsfähige Pumpen zum Einsatz, um zufließendes Wasser von den Schächten, Strecken und Abbauörtern fernzuhalten. Bis heute wird der untertägige Bereich des Schaubergwerks nur durch Pumpen trocken gehalten und somit der weitere Betrieb des Bergbaumuseums gewährleistet.

Die Studierenden waren beeindruckt. Sie sind sich einig, dass die Tour im Röhrigschacht einer der Höhepunkte ihres ganzen Studiums war. In nächster Zeit wollen sie jedenfalls mit Freunden und Familien wiederkommen, um noch mehr zu erkunden.

In Nordhausen werden seit vielen Jahren Ingenieure ausgebildet. Der Lehrstuhl Geotechnik an der Hochschule Nordhausen vermittelt das Wissen für die Ermittlung und Beschreibung der technischen Eigenschaften des Baugrundes beim Bauen auf, in oder mit Boden bzw. Fels. Dies umfasst traditionelle Themen wie die Gewinnung von Rohstoffen und Trinkwasser aber auch aktuelle Themen wie die geotechnische Bemessung von Windkraftanlagen und die Nutzung geothermischer Ressourcen.

Zum Studium in Nordhausen gehört die Vorlesung: „Folgen des Bergbaus“. Seit seinen Anfängen mit dem Abbau von Feuerstein in der Steinzeit hinterließ der Bergbau in fast jeder Region Deutschlands seine Spuren, egal ob es sich um Metalle, Salze, Kohle oder Uran handelte.

800 Jahre Kupferschieferbergbau haben Sangerhausen geprägt und verändert. Die Halden sind heute noch eine sichtbare Folge des Bergbaus. Hinzu kommt aber auch die Veränderung des Grundwassers durch die Wasserlösestollen und Bergsenkungen. Und nicht zuletzt bedeutete die Einstellung des Kupferschieferbergbaus 1990 den Wegfall der Existenzgrundlage der ganzen Region.
Autor: nis

Kommentare
elektriker
27.01.2022, 19.17 Uhr
Kupferschiefer
In Ilfeld gibt es auch ein Besucherbergwerk. Da hätte man sogar tätig werden können. Wissen muß man´s.
Bodo Bagger
28.01.2022, 10.00 Uhr
Maßstab....
der historische Kupferschieferbergbau in der langen Wand in Ilfeld dürfte wohl kaum mit den, im industriellen Maßstab betriebenen Kupferschieferberbau im Mansfelder und Sangerhäuser Revier und seinen Hinterlassenschaften vergleichbar sein und darum ging es wohl bei der durchgeführten Exkursion der Studenten.
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