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So, 14:00 Uhr
01.03.2026
Barbarossa-Musical startet Crowdfunding

Zum Greifen nah

Vor zehn Jahren ging Gerald Michael Fähnrich mit einem Traum hausieren und fand schnell Mitstreiter: aus der Geschichte Barbarossa sollte ein Musical werden - aus der Region für die Region. Die Verwirklichung des Traums ist jetzt zum Greifen nah…

Nach 10 Jahren will Gerald Michael "Fähni" Fähnrich seinen Traum vom "Barbarossa-Musical" diesen Sommer in Sondershausen verwirklichen (Foto: Christoph Keil) Nach 10 Jahren will Gerald Michael "Fähni" Fähnrich seinen Traum vom "Barbarossa-Musical" diesen Sommer in Sondershausen verwirklichen (Foto: Christoph Keil)

Ernst und bestimmt blickt Barbarossa heute in Stein gehauen vom Kyffhäuser hinab, seine Zeit ist lang vergangen, seine Geschichte zur Legende geworden. Die Erzählungen um den alten Rotbart haben auch Gerald Michael Fähnrich - kurz „Fähni“ genannt - seit jeher fasziniert. Vor über einem Jahrzehnt kam dem Musiker eine Idee - dem Barbarossa müsste man ein Spektakel widmen, ein große Musicalshow, mit Songs, Show und Musik. Was Rügen der Störtebecker geworden ist, das könnte Barbarossa für Südharz und Kyffhäuser werden.

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Der Geschichte des „Barbarossa-Musicals“ erging es seitdem ein wenig wie dem Kreuzzug, den der Kaiser Friedrich gegen Ende des 12 Jahrhunderts in das gelobte Land führten: ein Anfang voller Enthusiasmus dem langen Weg vor Augen zum Trotze, viele Hürden, manche Mitstreiter der ersten Stunde, die es nicht bis zum Ende schaffen und eine Katastrophe, die alles zu beerdigen droht.

Ein erstes Casting führte man damals in Nordhausen durch, es fand sich ein Chor und eine Band, es wurden Songs geschrieben und auch aufgeführt, man machte kleine Schritte, kam aber voran. „Dann kam Corona und da ist fast alles wieder zusammengebrochen. Einige Leute, die am Anfang eifrig dabei waren, konnten nicht mehr, aus verschiedenen Gründen. Aber der Traum ist nie ganz gestorben. Durch eine glückliche Fügung bin ich mit Prof. Andre Schmidt von der Hochschule Franz Liszt in Weimar zusammengekommen, das hat der Sache neuen Schub und Motivation gegeben. Musikalisch kommen wir aus zwei völlig unterschiedlichen Universen aber das ergänzt sich fantastisch“, erzählt „Fähni“ im Gespräch mit der nnz. Mit einem Rocker und einem Musikprofessor an der Spitze kam man künstlerisch wieder voran, 20 Songs für Chor, Solisten und dem Zusammenspiel aus beiden hat man zu Papier und Probe gebracht.

Aufbruch nach Jerusalem
Zur Musik kommt die Geschichte und die beginnt im Jahr 1187 mit den Vorbereitungen für die letzte Großtat des alternden Kaisers Friedrich Barbarossa. Nach dem scheitern des zweiten Kreuzzuges ruft der Papst die christlichen Herrscher Europas erneut zu den Waffen und verspricht das Seelenheil für die, die in den heiligen Krieg ziehen. Neben dem französischen König Phillip II und dem englischen König Richard Löwenherz nimmt auch Barbarossa das Kreuz, anders als die Engländer und Franzosen, die sich in Italien einschiffen, wählt man im Kaiserreich aber den langen und beschwerlichen Weg über Land.

„Als wir die Idee das erste Mal vorgestellt haben, sind direkt Stimmen laut geworden dass man damit Krieg und Kreuzzug verherrlichen würde. Darum geht es uns nicht, im Gegenteil. Die, die „Gott will es“ gerufen und das Seelenheil im Märtyertum versprochen haben, waren Scharlatane. Aus Barbarossas Heer ist kaum jemand zurückgekommen, der „Heilige Krieg“ war völlig sinnlos und diese Sinnlosigkeit soll auch gezeigt werden.“, sagt Fähnrich. Man werde eine gute Geschichte erzählen, eine spannende Geschichte, die ohne Überhöhung auskommt, rund um Kaiser Barbarossa, seinen Sohn Konrad von Schwaben und die Menschen, die sich mit ihnen auf den Weg nach Jerusalem gemacht haben.

Das Ziel vor Augen
Wer im Geschichtsunterricht gut aufgepasst hat, weiß wie die Reise am Ende ausgeht. Anders als für den Staufer-Kaiser ist „Fähnis“ gelobtes Land inzwischen zum greifen nah. Die Lieder sind geschrieben, der Chor ist eingeübt und voll besetzt. Das von Prof. Schmidt geleitete Chorprojekt „Thuringia Cantat“ bringt rund 150 geübte Sängerinnen und Sänger auf die Bühne und auch die Solisten stehen fest, sollen aber noch nicht verraten werden. Zu fünf Einzelrollen kommen zudem rund 50 Nebenrollen und Statisten.

Mit dem Sondershäuser Marktplatz kann man vor passender Kulisse spielen, bei der Stadt habe man ein offenes Ohr gefunden. „Man merkt den Titel „Musikstadt“ deutlich, uns wurden da viele Türen geöffnet. Es gibt regelmäßige Treffen und wir können für Logistik und Sicherheit auf die Unterstützung aus dem Rathaus bauen“, berichtet Fähnrich. Der Spielort steht - 500 Sitz- und 1000 Stehplätze sind geplant - und man hat ein Datum: am 29. August soll „Barbarossa - Aufbruch nach Jerusalem“ in Sondershausen Premiere feiern. Es ist fast alles bereit. Fast.

Rückschlag zu Weihnachten
Aus reiner Lust und Freude ist so ein Großprojekt nicht zu stemmen, auch wenn die meisten, die hier mittun, ehrenamtlich dabei sind und an dem Barbarossa-Spektakel keinen Heller verdienen werden, gibt es doch Kosten, um die man nicht umhin kommt. Um finanzielle Unterstützung hat man deswegen auch beim Land geworben, genauer bei der Thüringer Kulturstiftung und hatte es im Herbst hier auch in die engere Auswahl geschafft. „Wir haben aus Erfurt wohlwollende Signale bekommen, aus der Staatskanzlei und auch von Seiten der Politik. Das Projekt ist aus der Region, für die Region, alles kommt aus Thüringen, mehr Thüringen geht nicht. Gereicht hat es leider nicht.“, berichtet Gerald Fähnrich. Das Kuratorium hatte Anfang Dezember gegen den Antrag der Nordthüringer entschieden, das kurze Schreiben mit der Absage war eine Woche vor Weihnachten im Briefkasten.

Manches ist noch mit der heißen Nadel gestrickt - Bilder in Kostümierung und voller Montur konnte man bisher nicht machen, für den Webauftritt hat man deswegen auch auf KI generierte Bilder zurückgegriffen. Doch die sollen ersetzt werden, sobald es möglich ist. (Foto: Website der Barbarossa-Music-Show) Manches ist noch mit der heißen Nadel gestrickt - Bilder in Kostümierung und voller Montur konnte man bisher nicht machen, für den Webauftritt hat man deswegen auch auf KI generierte Bilder zurückgegriffen. Doch die sollen ersetzt werden, sobald es möglich ist. (Foto: Website der Barbarossa-Music-Show)

Crowdfunding für Barbarossa
Ein herber Schlag, doch nach einer Dekade habe man gelernt, damit umzugehen, meint „Fähni“, aufgeben will man nicht mehr. Wo das Land nicht einspringen mag, hofft man jetzt auf die Musikfreunde und Enthusiasten in der Region und darüber hinaus. „Ab dem heutigen Sonntag starten wir eine Crowdfunding Kampagne, um den letzten Satz ins Ziel zu machen.“, sagt Fähnrich.

Als Ziel hat man für den Moment 35.000 Euro anvisiert, vor allem um die nötige Technik bezahlen und zumindest den Hauptdarstellern eine Gage bieten zu können. Gespendet werden können kleinere und größere Beträge, gestaffelt nach 25, 50, 75 und 100 Euro. Unterstützer sollen ein paar schicke Barbarossa-Goodies bekommen, etwa Aufkleber, Schilder oder Fan-Shirts, bei größeren Spenden ist das Ticket gleich mit dabei.

Gespendet werden kann ab sofort bis zum 31. Mai auf der Seite startnext.

Einen ersten Vorgeschmack auf das, was kommen soll, wird es im Mai geben, am 08. und 10.05. werden alle Chorlieder und Solostücke noch einmal mit Bandbegleitung durchgeprobt, die Details werden noch bekannt gegeben. Der Workshop wird über den Chorverband finanziert, weiterer Dank gilt schon jetzt der Stadt Sondershausen, der Landesmusikakademie und all denen, die über die Jahre an den Traum geglaubt haben.

Die Premiere soll am 29. August auf dem Marktplatz in Sondershausen stattfinden. Loslegen will man dann bereits am Nachmittag mit Feuershow, Mittelalterband und Gauklern, ehe am Abend der Vorhang für die „Barbarossa-Music-Show“ fällt. Geht die Premiere gut über die Bühne und im Applaus zu Ende, wird die erste Show vielleicht auch nicht die letzte sein. Im kommenden Jahr gäbe es da noch einen größeren Anlass, dem ein ordentliches Spektakel gut zu Gesicht stände. Und vielleicht, wenn man noch ein wenig weiter träumen darf, kommt die Show irgendwann einmal vielleicht auch dorthin, wo sie „Fähni“ und Freunde vor über zehn Jahren gesehen haben: unter dem steinern strengen Blick des alten Rotbarts und direkt zu seinen Füßen am Kyffhäuser-Denkmal.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
G.M.F.
01.03.2026, 14:41 Uhr
Vielen herzlichen Dank,
lieber Angelo! Sehr schön geschrieben!

Wer sich auch persönlich bei uns einbringen möchte, egal ob als Helfer vor und hinter der Bühne, als Statisten oder bei der Orga - es gibt viel zu tun!

Und wenn ihr euren Teil dazu beitragen möchtet: Herzlich willkommen!

Meldet euch einfach direkt unter

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01578 45 65 75 3

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