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Do, 18:00 Uhr
19.02.2026
Runder Tisch tagte

Mehr Präsenz in Uniform

Nach den Vorkommnissen an und in der Südharz-Galerie hatte man im Rathaus angekündigt, einen runden Tisch zusammenrufen zu wollen. Der hat nun getagt, jetzt sollen Taten folgen…

Im Rathaus kam heute der Runde Tisch zum Thema Kriminalität im Bahnhofsviertel zusammen (Foto: agl) Im Rathaus kam heute der Runde Tisch zum Thema Kriminalität im Bahnhofsviertel zusammen (Foto: agl)

Im Rathaus kamen gestern die Stadtverwaltung mit dem Ordnungsamt, die Polizei und Vertreter der Südharz-Galerie zusammen, um die Lage im Bahnhofsviertel zu besprechen. Die Polizei war hier und an anderen „Brennpunkten“ wie der Promenade in den letzten Monaten bereits verstärkt präsent, zwischen Landgrabenstraße, Bahnhofsvorplatz und Uferstraße wurde seit August vergangenen Jahres vermehrt Streifendienst gefahren.

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Nun soll noch einmal eine Schippe drauf gelegt werden. Zusätzlich zu den Damen und Herren in Uniform wird auch die „Zivile Einsatzgruppe“ zur Bekämpfung von Straßenkriminalität „lageangepasst“ zum Einsatz gebracht, ist von Seiten der Polizei zu erfahren. Für die Sicherheit der unbescholtenen Bürger sei aber die sichtbare Präsenz in Uniform wichtiger.

„Wir haben uns darauf geeinigt, die sichtbare Präsenz sowohl der Polizei als auch des Ordnungsdienstes zu verstärken. Dazu gehören auch Fuß- und Zivilstreifen. Zudem war auch die Videoüberwachung in der Galerie und der Bahnhofstraße Thema“, sagt Bürgermeisterin Rieger gegenüber der nnz. Hierzu seien noch datenschutzrechtliche Abstimmungen mit dem zuständigen Datenschutzbeauftragten erforderlich. Polizei und Ordnungsdienst handeln dabei in den Grenzen ihrer Aufgabengebiete - die Bediensteten der Stadt können Ordnungswidrigkeiten ahnden, die Polizei darf als Exekutivgewalt deutlich mehr.

Bürgermeisterin Rieger, die Polizei sowie Frau Viol vom Centermanagement appellieren zudem eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger: Bei akuten Vorfällen ist unverzüglich die Sicherheitsfirma des Centers oder direkt die Polizei zu verständigen. Bei Straftaten ist es unabdingbar, vorhandenes Videomaterial oder Fotos umgehend an die Polizei weiterzuleiten. Nur durch konsequente Anzeige und Beweissicherung könnten Straftaten aufgeklärt und ähnliche Vorkommnisse künftig minimiert werden.

Verstärkte Polizeipräsenz und Videoüberwachung sind indes kein Allheilmittel, wird der Druck an einem „Brennpunkt“ erhöht, wandert eher der Brennpunkt, als das dass Problem im Grundsatz verschwindet, lehrt die Erfahrung. Im Moment liegt der Fokus, witterungsbedingt, auf geschützten Räumen wie der Südharz-Galerie, heißt es von Seiten der Polizei, wird es wieder wärmer, ändern sich auch die Schwerpunkte und Einsatzgebiete. Entsprechend müssen Ressourcen und Maßnahmen angepasst werden.

Einer anderen Problematik ist deutlich schwerer beizukommen, meint Bürgermeisterin Rieger. „Wir tun das, was wir können und dürfen, jeder im Bereich seiner Aufgabengebiete. Aber weder die Stadtverwaltung noch die Polizei können der allgemeinen Verrohung der Gesellschaft beikommen. Unsere eigenen Mitarbeiter im Ordnungsamt sehen das tagtäglich und auch die Polizei hat uns gespiegelt, dass die Leute gegenüber ihren Beamten häufiger ausfällig und beleidigend werden. Wir haben nichts dagegen, wenn sich die Menschen in der Stadt aufhalten, das begrüßen wir ja gerade. Aber wir dulden keine rechtsfreien Räume. Man muss sich auch benehmen können und das ist ein gesellschaftliches Problem, das wir nicht einfach so lösen werden.“

„Weichere“ Mittel zum Umgang mit gesellschaftlichen Problemfällen, etwa die aufsuchende soziale Arbeit durch Leute vom Fach- landläufig als „Streetworker“ bekannt - gehören nicht mehr zum Werkzeugkasten des Rathauses. Ausgeschriebene Stellen waren über Jahre hinweg vakant, es fand sich kein Personal, teilt die Bürgermeisterin mit. Im vergangenen Jahr wurde die Position aus dem Haushalt gestrichen, ob die „Streetworker“ im neuen Etat für 2026 wieder auftauchen könnten, vermochte Rieger nicht zu sagen. Weiterhin aktiv ist der Kriminalpräventive Rat, der tagt allerdings nicht-öffentlich, über die Effektivität der Runde oder auch nur die regelmäßige Anwesenheit der Damen und Herren Stadträte lässt sich deswegen keine feste Aussage treffen.

Der Draht zur Nordthüringer Polizei sei indes sehr gut, versichert Rieger, mit Polizeichef Matthias Bollenbach treffe man sich regelmäßig, auch kurzfristig, wenn nötig. Nordhausen stehe geschlossen für Ordnung, Sicherheit und ein respekvolles Miteinander, so die Bürgermeisterin, den „runden Tisch“ mit weiteren Beteiligten werde man aufrecht erhalten. Was es bringt, muss die Zukunft zeigen und da wird es nicht reichen, nur auf die Bahnhofsstraße zu blicken.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Echter Sundhäuser
19.02.2026, 18:57 Uhr
Alles schön und gut...
Aber außer das Platzverweise ausgesprochen und Personalien aufgenommen werden bei einer verübten Straftat wird
wohl nicht viel passieren.
Täterschutz geht in Deutschland ja inzwischen vor Opferschutz.
Landstreicher
19.02.2026, 19:10 Uhr
Wehret den Anfängen
Ich sag's mal so: der Zug "wehret den Anfängen" - ist leider schon sehr lange abgefahren. Den holen wir nicht mehr ein. Eher dreht sich die Spirale immer höher, rückwärts kaum. Das beginnt mit antiautoritärer Erziehung im Kindergarten und in der Schule, wo Pädagogen Grenzen gesetzt werden und endet im Elternhaus.
Zu der gescheiterten Einwanderungspolitik, die nicht beachtete, dass gegensätzliche Kulturen sich nicht wie Puzzleteile reibungslos ineinanderfügen, will ich nicht weiter ausführen.

Die Polizisten und anderen Sicherheitskräfte tun mir teilweise leid. Sie sind auch nur Menschen, haben auch ein Recht auf ihr eigenes Schutzbedürfnis. Sie setzen nicht selten ihre Gesundheit und ihr Leben zum Schutz anderer auf's Spiel. Sie sind auch Töchter und Söhne ihrer Mütter, die nun ausbaden müssen, was das System uns allen einbrockte.
free Gigi
19.02.2026, 19:27 Uhr
guter Ansatz
Runder Tisch statt geschlossener Grenzen....*Ironie*
P.Burkhardt
19.02.2026, 19:56 Uhr
ich erinnere mich...
...dass alle hier nach mehr Polizeistreifen gerufen haben... jetzt wird es mehr geben.... und was passiert ? Es war so erwartbar: Es wird weiter genörgelt ! Seid doch mal froh, dass sich für Schutz eingesetzt wird - was habt ihr denn erwartet - dass Panzer vorfahren, oder einfach nur dass jeder der falsch guckt oder falsch aussieht gleich in Handschellen abgeführt und lebenslänglich verknackt oder ausgewiesen wird wird ? Wie war das mit dem Hirn und den Ziegelsteinen - fällt mir gerade nicht ein !
Kobold2
19.02.2026, 20:11 Uhr
Endet im Elternhaus....
nein, dort beginnt die Spirale.....
emmerssen
19.02.2026, 21:09 Uhr
Don Quijote lässt grüßen
Man bekämpft die Auswirkungen aber die Ursachen für die Misere belässt man gleich. Die Leute welche es jetzt richten sollen kämpfen wie Don Quijote gegen Windmühlen.
Solange man das Übel nicht bei der Wurzel anpackt, wird sich nicht viel ändern.
Echter Sundhäuser
20.02.2026, 02:46 Uhr
@P. Burkhardt
Was haben z.B. die Attentate vom Berliner Breitscheidplatz, Aschaffenburg, Solingen und Mannheim gemeinsam?
Ich sage es ihnen, alle Täter waren vorher bereits polizeibekannt und teilweise seit Jahren ausreisepflichtig!
Wir haben hier eine Justiz die mit Wattebäuschen wirft und einen politischen Unwillen auch nur im Ansatz daran etwas zu ändern.
Es hätten hundert Polizisten auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt Streife laufen können und trotzdem wäre Taleb A. mit seinem Wagen da durchgerast.
Solange wie man nur an den Symptomen rumdoktert und dem Bürger Sicherheit vorgaukelt, wird es weiterhin unschuldige Opfer geben und vielleicht schafft es ja sogar Nordhausen mal bis in die Tagesschau...
Jäger53
20.02.2026, 10:04 Uhr
Präsenz
Fr. Merkel hat doch aber gesagt wir schaffen das. Sie hat doch nur vergessen zu sagen wie lange es dauert.
Piet
20.02.2026, 13:14 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Totofino
20.02.2026, 15:36 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
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