Sa, 14:39 Uhr
14.02.2026
NNZ-Forum: Mensa am Humboldt-Gymnasium
Eine vertane Chance
Als im Mai 2024 die Pläne für den Mensa-Neubau des Humboldt-Gymnasiums vorgestellt wurden, war der Entwurf vielversprechend: Eine Fachwerkfassade an der Münzgasse, ein Satteldach mit Gauben, dahinter ein moderner Speisesaal. In den Gremien des Kreises fand der Vorschlag breite Zustimmung. Doch von der ursprünglichen Vision ist wenig übrig geblieben...
So sieht der aktuelle Entwurf der Mensa, Stand November 2025, aus. (Foto: Visualisierung: Landratsamt Nordhausen)
Eine altstadtgerechte Lückenbebauung sollte es werden, ein zweigeschossiger Neubau mit Fachwerkfassade, Gauben und warmer Ziegelbedachung, der dem alten Haus, in dem heute das Café Felix beheimatet ist, ein würdiges Pendant geben sollte. Hinter dieser historischen Front ein Gebäudeteil im modernen Stil mit dem zentralen Speisesaal; eine Verbindung von Zweckbau und Stadtreparatur, von Schulinfrastruktur und historischer Sensibilität.
Umso größer war meine Enttäuschung, als im November 2025 im letzten Schulausschuss des Landkreises die überarbeiteten Pläne vorgestellt wurden. Von der einst versprochenen Fachwerkfassade ist nichts übriggeblieben. Zur Münzgasse hin präsentiert sich nun ein schlichter, verputzter Baukörper. Die Fensterformate variieren ohne erkennbare Ordnung, schmale Hochformate wechseln sich mit breiten Öffnungen ab und erzeugen ein unruhiges Fassadenbild. Dahinter erstreckt sich ein lang gestreckter Flachbau, der sich bis zur Turnhalle zieht. Das Gebäude mag funktional durchdacht sein, doch reiht es sich ein in jene Beliebigkeit, die unsere Innenstädte seit Jahrzehnten kennzeichnen.
Eine dünne Schicht entscheidet gegen die Mehrheit
Bevor Vorwürfe an die falschen Adressaten gehen, muss eines klargestellt werden: Die Aufgabe der ursprünglichen Fachwerkfassade ist nicht dem Willen der ausführenden Planer oder der Landkreisverwaltung geschuldet, sondern den Vorgaben des Thüringer Denkmalschutzes. Denn in der deutschen Denkmalpflege hat sich seit den 1960er-Jahren ein Dogma etabliert: Neubauten in der Umgebung denkmalgeschützter Gebäude müssen als zeitgenössisch erkennbar und ablesbar sein. Historisierende Fassaden, die den Eindruck historischer Originalsubstanz erwecken könnten, werden als Geschichtsfälschung abgelehnt. Ein Neubau, so will es die Zunft, dürfe nicht vortäuschen, etwas zu sein, das er nicht ist.
Der erste Entwurf der Mensa hatte wohl, so heißt es aus dem Denkmalbeirat der Stadt, ein denkmalpflegerisches Problem. Er knüpfte an die Fassade des Café Felix an, so dass der historische Eckbaukörper als eigenständiges Gebäude negiert worden wäre. Dieses Eckhaus entstand bald nach 1800 als Ersatz für das Innere Barfüßertor, das an dieser Stelle seitlich in die Häuserzeile eingebunden war; ein historischer Fakt, der bis heute im skurrilen Grundriss des Felix ablesbar ist. Durch die weitgehende Anpassung des Neubaus an das Nachbargebäude wäre diese Ablesbarkeit verwischt worden. Der Beirat empfahl deshalb, sich stattdessen am Vorgängerbau zu orientieren. Aus gestalterischen Gründen wurde zusätzlich dafür votiert, den Neubau mit Fensterläden auszustatten. Einem Element, das im Nordhäuser Altstadtbild heute fast völlig verschwunden ist und das dem Bau ein eigenständiges, aber altstadtgerechtes Gesicht gegeben hätte.
Es gab also einen gangbaren Mittelweg: eine zum Ensemble passende Fassade, die sich in die Münzgasse einfügt, ohne das Felix-Haus zu kopieren. Stattdessen ist man nun ins andere Extrem verfallen. Von der Spiegelung zum völligen Bruch mit der Umgebung. Der jetzige Entwurf überrascht auch Mitglieder des Denkmalbeirates.
Was in der Theorie nach einem nachvollziehbaren Grundsatz klingt, führt in der Praxis zu absurden Ergebnissen. Denn das sogenannte Kontrastgebot bewirkt, dass Neubauten in historischen Altstädten sich gerade nicht in ihre Umgebung einfügen dürfen, sondern sich unter allen Umständen bewusst von ihr abheben müssen. Im Namen des Denkmalschutzes werden die visuellen Ensembles zerstört, die der Denkmalschutz eigentlich bewahren soll. Statt harmonischer Straßenbilder entstehen Brüche und Kontraste, die die Bürger wohl wenig als Bereicherung empfinden, außer einer dünnen Schicht von Fachleuten, Behördenvertretern und akademischen Meinungsführern, die seit Jahrzehnten die Deutungshoheit über das Bauen in Deutschland beanspruchen.
Umfrage um Umfrage bestätigt, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung traditionelle Stadtbilder bevorzugt und sich von klassischen Formen, Proportionen und Materialien angezogen fühlt. Nicht aus Unwissenheit, nicht aus politischem Kalkül, sondern aus einem tief verwurzelten Bedürfnis nach Schönheit, Zugehörigkeit und Geschichtstiefe im Raum. Die Ästhetik der schmucklosen Putz- und Rasterfassaden ist nicht Ausdruck eines neutralen Pragmatismus, sie ist Ergebnis ideologischer Vorentscheidungen, die seit der Nachkriegszeit das Bauen in Deutschland prägen und den Bürgern ein Stadtbild aufzwingen, das sie sich so nie gewünscht haben.
Die Angst vor dem schönen Bauen
Es geht nicht um Kosten, nicht um Statik, nicht um technische Unmöglichkeit. Es geht um eine Haltung, die in weiten Teilen des deutschen Architektur- und Denkmalschutzbetriebs vorherrscht und die man nur als eine Art Angst vor dem schönen Bauen bezeichnen kann.
Ich mache jetzt ein großes Fass auf, das weit über die Nordhäuser Kommunalpolitik hinausgeht, aber die Mensa ist eben auch ein Symptom. Seit der Nachkriegszeit hat sich in Deutschland ein Verständnis von Architektur durchgesetzt, das Schmucklosigkeit mit Ehrlichkeit und Funktionalität mit Fortschritt gleichsetzt. Wer dagegen an Proportionen, Ornament und historische Bezüge anknüpft, sieht sich rasch dem Vorwurf der Rückwärtsgewandtheit ausgesetzt – oder Schlimmerem. Rekonstruktionsprojekte in ganz Deutschland wurden und werden regelmäßig diffamiert. Der Disneyland!-Vorwurf ist da noch der harmloseste. Als ob der Wunsch nach einem Stadtbild mit Identität bereits ein politisches Vergehen wäre. Die Frankfurter Altstadt-Rekonstruktion, der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, die Dresdner Neumarktbebauung, die Potsdamer Garnisonskirche; sie alle mussten sich gegen Kampagnen behaupten.
Überall dort, wo man den Mut hatte, sich über das starre Kontrastgebot hinwegzusetzen, sind lebendige, von Bürgern und Touristen geliebte Stadträume entstanden. Die Menschen strömen dorthin, nicht in die Fußgängerzonen der 1970er-Jahre mit ihren Waschbetonfassaden.
Das Dogma gehört auf den Prüfstand
Die Charta von Venedig wurde 1964 formuliert, also zu einer Zeit, in der es um die Restaurierung beschädigter Denkmäler ging, nicht um die Gestaltung von Neubauten in ihrer Nachbarschaft. Ihr Artikel 9 besagt, dass Ergänzungen den Charakter unserer Zeit aufzuweisen haben und erkennbar sein müssen. Dieser Grundsatz ist längst von einer kleinen, einflussreichen Fachelite zu einem Totschlagargument gegen jede Form historischer Anknüpfung umgemünzt worden. Dabei ist das Argument der Geschichtsfälschung absurd. Niemand käme auf die Idee, einen neu errichteten Fachwerkbau mit modernster Technik für ein Gebäude des 16. Jahrhunderts zu halten.
Was bleibt, ist ein Dogma, das den Bürgern diktiert, wie ihre Städte auszusehen haben. Eine starre Vorgabe, die die Machtverhältnisse in der deutschen Architekturdebatte spiegelt. Hier die Fachleute, die wissen, was gut ist – dort die Bevölkerung, die es zu erziehen gilt. Hier die avantgardistische Theorie – dort das unpassende Schönheitsempfinden der Bürger. Es ist eine zutiefst undemokratische Haltung, die sich hinter fachlicher Autorität verbirgt.
Was versprochen wurde
Auch am Humboldt-Gymnasium selbst gibt es den Gegenbeweis. Der historisierende Neubau des Oberstufengebäudes wurde von der Architektenkammer Thüringen als gelungene Verbindung von Moderne und Historie im inneren Stadtkern von Nordhausen gewürdigt. Dass dieses preisgekrönte Konzept ausgerechnet am selben Schulstandort bei der Mensa nicht fortgeführt wird, ist schwer nachvollziehbar. Der Kontrast zwischen den Planungen könnte kaum größer sein.
Es ist ein seltsames Phänomen. Es werden im immergleichen Formrepertoire schmuckloser Blöcke errichtet, als hätten ausgerechnet die Orte des Gemeinwesens keine Gestaltung verdient. Nordhausen hat durch die Luftangriffe vom April 1945 einen Großteil seiner historischen Substanz verloren. Die DDR-Zeit hat die Wunden nicht geheilt, sondern vertieft. Umso wertvoller ist jede Gelegenheit zur Stadtreparatur und umso bitterer ist es, wenn ein Dogma genau das verhindert. Der Mensa-Neubau war für mich ein Brennglas auf diese Fehlentwicklung.
Die Schüler indes wird all das wahrscheinlich wenig interessieren, sie warten seit Jahren auf den Neubau. In der Oberstufe diente ein Zelt auf einem Schotterplatz als Speisesaal, die Unterstufe war im Keller der Domstraße untergebracht. Die Teilnahme an der Schulspeisung ist deutlich zurückgegangen.
Der Mensa-Neubau darf nun nicht noch länger auf sich warten lassen. Das Gebäude wird seinen Zweck erfüllen. Die Schüler essen seit Jahren in provisorischen Unterkünften und das wiegt schwerer als jede Fassadenfrage.
Vincent Eisfeld, AfD-Mitglied im Schulausschuss des Landkreises Nordhausen
Autor: red
So sieht der aktuelle Entwurf der Mensa, Stand November 2025, aus. (Foto: Visualisierung: Landratsamt Nordhausen)
Umso größer war meine Enttäuschung, als im November 2025 im letzten Schulausschuss des Landkreises die überarbeiteten Pläne vorgestellt wurden. Von der einst versprochenen Fachwerkfassade ist nichts übriggeblieben. Zur Münzgasse hin präsentiert sich nun ein schlichter, verputzter Baukörper. Die Fensterformate variieren ohne erkennbare Ordnung, schmale Hochformate wechseln sich mit breiten Öffnungen ab und erzeugen ein unruhiges Fassadenbild. Dahinter erstreckt sich ein lang gestreckter Flachbau, der sich bis zur Turnhalle zieht. Das Gebäude mag funktional durchdacht sein, doch reiht es sich ein in jene Beliebigkeit, die unsere Innenstädte seit Jahrzehnten kennzeichnen.
Eine dünne Schicht entscheidet gegen die Mehrheit
Bevor Vorwürfe an die falschen Adressaten gehen, muss eines klargestellt werden: Die Aufgabe der ursprünglichen Fachwerkfassade ist nicht dem Willen der ausführenden Planer oder der Landkreisverwaltung geschuldet, sondern den Vorgaben des Thüringer Denkmalschutzes. Denn in der deutschen Denkmalpflege hat sich seit den 1960er-Jahren ein Dogma etabliert: Neubauten in der Umgebung denkmalgeschützter Gebäude müssen als zeitgenössisch erkennbar und ablesbar sein. Historisierende Fassaden, die den Eindruck historischer Originalsubstanz erwecken könnten, werden als Geschichtsfälschung abgelehnt. Ein Neubau, so will es die Zunft, dürfe nicht vortäuschen, etwas zu sein, das er nicht ist.
Der erste Entwurf der Mensa hatte wohl, so heißt es aus dem Denkmalbeirat der Stadt, ein denkmalpflegerisches Problem. Er knüpfte an die Fassade des Café Felix an, so dass der historische Eckbaukörper als eigenständiges Gebäude negiert worden wäre. Dieses Eckhaus entstand bald nach 1800 als Ersatz für das Innere Barfüßertor, das an dieser Stelle seitlich in die Häuserzeile eingebunden war; ein historischer Fakt, der bis heute im skurrilen Grundriss des Felix ablesbar ist. Durch die weitgehende Anpassung des Neubaus an das Nachbargebäude wäre diese Ablesbarkeit verwischt worden. Der Beirat empfahl deshalb, sich stattdessen am Vorgängerbau zu orientieren. Aus gestalterischen Gründen wurde zusätzlich dafür votiert, den Neubau mit Fensterläden auszustatten. Einem Element, das im Nordhäuser Altstadtbild heute fast völlig verschwunden ist und das dem Bau ein eigenständiges, aber altstadtgerechtes Gesicht gegeben hätte.
Es gab also einen gangbaren Mittelweg: eine zum Ensemble passende Fassade, die sich in die Münzgasse einfügt, ohne das Felix-Haus zu kopieren. Stattdessen ist man nun ins andere Extrem verfallen. Von der Spiegelung zum völligen Bruch mit der Umgebung. Der jetzige Entwurf überrascht auch Mitglieder des Denkmalbeirates.
Was in der Theorie nach einem nachvollziehbaren Grundsatz klingt, führt in der Praxis zu absurden Ergebnissen. Denn das sogenannte Kontrastgebot bewirkt, dass Neubauten in historischen Altstädten sich gerade nicht in ihre Umgebung einfügen dürfen, sondern sich unter allen Umständen bewusst von ihr abheben müssen. Im Namen des Denkmalschutzes werden die visuellen Ensembles zerstört, die der Denkmalschutz eigentlich bewahren soll. Statt harmonischer Straßenbilder entstehen Brüche und Kontraste, die die Bürger wohl wenig als Bereicherung empfinden, außer einer dünnen Schicht von Fachleuten, Behördenvertretern und akademischen Meinungsführern, die seit Jahrzehnten die Deutungshoheit über das Bauen in Deutschland beanspruchen.
Umfrage um Umfrage bestätigt, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung traditionelle Stadtbilder bevorzugt und sich von klassischen Formen, Proportionen und Materialien angezogen fühlt. Nicht aus Unwissenheit, nicht aus politischem Kalkül, sondern aus einem tief verwurzelten Bedürfnis nach Schönheit, Zugehörigkeit und Geschichtstiefe im Raum. Die Ästhetik der schmucklosen Putz- und Rasterfassaden ist nicht Ausdruck eines neutralen Pragmatismus, sie ist Ergebnis ideologischer Vorentscheidungen, die seit der Nachkriegszeit das Bauen in Deutschland prägen und den Bürgern ein Stadtbild aufzwingen, das sie sich so nie gewünscht haben.
Die Angst vor dem schönen Bauen
Es geht nicht um Kosten, nicht um Statik, nicht um technische Unmöglichkeit. Es geht um eine Haltung, die in weiten Teilen des deutschen Architektur- und Denkmalschutzbetriebs vorherrscht und die man nur als eine Art Angst vor dem schönen Bauen bezeichnen kann.
Ich mache jetzt ein großes Fass auf, das weit über die Nordhäuser Kommunalpolitik hinausgeht, aber die Mensa ist eben auch ein Symptom. Seit der Nachkriegszeit hat sich in Deutschland ein Verständnis von Architektur durchgesetzt, das Schmucklosigkeit mit Ehrlichkeit und Funktionalität mit Fortschritt gleichsetzt. Wer dagegen an Proportionen, Ornament und historische Bezüge anknüpft, sieht sich rasch dem Vorwurf der Rückwärtsgewandtheit ausgesetzt – oder Schlimmerem. Rekonstruktionsprojekte in ganz Deutschland wurden und werden regelmäßig diffamiert. Der Disneyland!-Vorwurf ist da noch der harmloseste. Als ob der Wunsch nach einem Stadtbild mit Identität bereits ein politisches Vergehen wäre. Die Frankfurter Altstadt-Rekonstruktion, der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, die Dresdner Neumarktbebauung, die Potsdamer Garnisonskirche; sie alle mussten sich gegen Kampagnen behaupten.
Überall dort, wo man den Mut hatte, sich über das starre Kontrastgebot hinwegzusetzen, sind lebendige, von Bürgern und Touristen geliebte Stadträume entstanden. Die Menschen strömen dorthin, nicht in die Fußgängerzonen der 1970er-Jahre mit ihren Waschbetonfassaden.
Das Dogma gehört auf den Prüfstand
Die Charta von Venedig wurde 1964 formuliert, also zu einer Zeit, in der es um die Restaurierung beschädigter Denkmäler ging, nicht um die Gestaltung von Neubauten in ihrer Nachbarschaft. Ihr Artikel 9 besagt, dass Ergänzungen den Charakter unserer Zeit aufzuweisen haben und erkennbar sein müssen. Dieser Grundsatz ist längst von einer kleinen, einflussreichen Fachelite zu einem Totschlagargument gegen jede Form historischer Anknüpfung umgemünzt worden. Dabei ist das Argument der Geschichtsfälschung absurd. Niemand käme auf die Idee, einen neu errichteten Fachwerkbau mit modernster Technik für ein Gebäude des 16. Jahrhunderts zu halten.
Was bleibt, ist ein Dogma, das den Bürgern diktiert, wie ihre Städte auszusehen haben. Eine starre Vorgabe, die die Machtverhältnisse in der deutschen Architekturdebatte spiegelt. Hier die Fachleute, die wissen, was gut ist – dort die Bevölkerung, die es zu erziehen gilt. Hier die avantgardistische Theorie – dort das unpassende Schönheitsempfinden der Bürger. Es ist eine zutiefst undemokratische Haltung, die sich hinter fachlicher Autorität verbirgt.
Was versprochen wurde
Auch am Humboldt-Gymnasium selbst gibt es den Gegenbeweis. Der historisierende Neubau des Oberstufengebäudes wurde von der Architektenkammer Thüringen als gelungene Verbindung von Moderne und Historie im inneren Stadtkern von Nordhausen gewürdigt. Dass dieses preisgekrönte Konzept ausgerechnet am selben Schulstandort bei der Mensa nicht fortgeführt wird, ist schwer nachvollziehbar. Der Kontrast zwischen den Planungen könnte kaum größer sein.
Es ist ein seltsames Phänomen. Es werden im immergleichen Formrepertoire schmuckloser Blöcke errichtet, als hätten ausgerechnet die Orte des Gemeinwesens keine Gestaltung verdient. Nordhausen hat durch die Luftangriffe vom April 1945 einen Großteil seiner historischen Substanz verloren. Die DDR-Zeit hat die Wunden nicht geheilt, sondern vertieft. Umso wertvoller ist jede Gelegenheit zur Stadtreparatur und umso bitterer ist es, wenn ein Dogma genau das verhindert. Der Mensa-Neubau war für mich ein Brennglas auf diese Fehlentwicklung.
Die Schüler indes wird all das wahrscheinlich wenig interessieren, sie warten seit Jahren auf den Neubau. In der Oberstufe diente ein Zelt auf einem Schotterplatz als Speisesaal, die Unterstufe war im Keller der Domstraße untergebracht. Die Teilnahme an der Schulspeisung ist deutlich zurückgegangen.
Der Mensa-Neubau darf nun nicht noch länger auf sich warten lassen. Das Gebäude wird seinen Zweck erfüllen. Die Schüler essen seit Jahren in provisorischen Unterkünften und das wiegt schwerer als jede Fassadenfrage.
Vincent Eisfeld, AfD-Mitglied im Schulausschuss des Landkreises Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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