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Mi, 10:52 Uhr
17.08.2022
Der Hohnsteiner Graf Heinrich, Thüringen & die Wettiner,

Aus der Geschichte Neustadts

In Kürze feiert man in Neustadt (u. Hohnstein) in der Gemeinde Harztor (Landkreis Nordhausen) das 650. Jubiläum. Einst, über viele Jahrhunderte hinweg, benannte sich ein wichtiges Harzgrafengeschlecht im Mittelalter nach Hohnstein, heute Neustadt...

Dessen Bedeutung soll in diesem kurzen Beitrag an einem Beispiel beschrieben werden. Denn der Graf Heinrich manifestierte 1250 nichts weniger als den Beistand und die Behauptung von Thüringen selbst.
Wer sich noch etwas an den Geschichtsunterricht erinnert, hat zumindest einmal vom Thüringischen Erbfolgekrieg gehört. Final konnten sich die Wettiner, die Markgrafen von Meißen, Thüringen sichern.

Im thüringisch-hessischem Erbfolgekrieg, der von 1247 bis 1264 andauerte, ging es um die Herrschaftsnachfolge für Großteile Thüringens und die hessischen Grafschaften. Der Markgraf von Meißen (heute Freistaat Sachsen), Heinrich der Erlauchte 1), spielte insbesondere eine wichtige Rolle. Die Hohnsteiner hatten schon einige Güter im in Rede stehenden Bereich, waren Vasallen des Landgrafen Raspe, der 1247 starb.

Heinrich der Erlauchte war ein aussichtsreicher Erbe in dieser Auseinandersetzung. Offenbar kannten sich beide Heinrichs bereits gut. Bereits Heinrichs Vater hatte sich positioniert. Dann 1248, hielt Heinrich der Erlauchte bei Nordhausen (Hermannsacker?- d.A.) ein prächtiges Turnier ab. Hier spielte der Hohnsteiner Heinrich offenbar eine herausragende Rolle. Die alten Quellen 2) berichten, dass ein Baum mit goldenen und silbernen Blättern als Belohnung aufgestellt war.

Jedenfalls auf einem Landding oder Vorläufer eines Landtages zu Buttstädt 1250 gab Graf Heinrich zu Honstein das Gelöbnis seines Beistandes zur Behauptung der Landgrafschaft Thüringens ab 3). Dies muss in der Folge sich als wertvoll und strategisch klug ausgewiesen haben, denn die Ho(h)nsteiner gewannen erheblich weiteren Einfluss und Macht auch in Thüringen hinzu. Ohne dies im Rahmen dieses nachrichtlichen Beitrags detailliert ausführen zu können.

Es ist festzustellen, dass entscheidende Grundlagen der Herrschaft die Honsteiner im 13. Jahrhundert dem Landgrafen Thüringens verdanken. Denn, die Grafen von Hohnstein zählten fortan zu den bedeutendsten Lehnsträgern der Wettiner in Thüringen, sie scheinen dem neuen Landgrafen beste Dienste geleistet zu haben, wofür er sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit zahlreichen Lehen und Rechten in Nord- und Mittelthüringen belohnte. Es ist aber auch nicht unangemessen sich vor Augen zu führen, dass der Hohnsteiner Graf Heinrich das damalige Thüringen mit manifestiert hat. Graf Heinrich von Hohnstein starb offenbar 1283 und hinterließ 10 Kinder.
Tim Schäfer

Nachweise:
1) Dr. Tittmann, Geschichte Heinrich des Erlauchten, Dresden und Leipzig, 1845 in Nationalbibliothek Wien, digitalisiert von Google 2) Johann Gottfried Hoche, Grafschaft Hohenstein, 1790, Verlag Steffen Iffland, Nordhausen, 2000, S. 64 ff., auch Anmerkung 12 3) Jovius, Geschichte der Grafen von Honstein in den Verm. Nachr. Zur sächs. Gesch. 10, 21, in Bayrische Staatsbibliothek, digital, VD18 10864 296
Ergänzende Literaturhinweise: K. Meyer, Die Gf.en v. H., Zs. des Harzvereins 28, 1895, 397-541 - K. Mascher, Reichsgut und Komitat am Südharz im HochMA, Mitteldt. Forsch. 9, 1957, 46-70 - H. Eberhardt, Landgericht und Reichsgut im n. Thüringen, BDLG 95, 1959, 67-108, Hans Patze/Walter Schlesinger: Seite 185 "Geschichte Thüringens".
Die Grafen von Honstein | mittelalterverein (hohnsteiner-mittelalterverein-ev.de)
(Hinweis: Honstein war die damals gebräuchliche Schreibweise, später auch Hohnstein oder Hohenstein. -d.A.)
Autor: red

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