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Mi, 18:14 Uhr
25.01.2023
Sicherungsarbeiten am Brunnen abgeschlossen

Hohnstein schläft nicht

Egal ob es regnet oder schneit, einen Weg zur Burgruine Hohnstein finden immer ein paar Leute. Damit das möglichst lange auch so bleibt, wurde der Hohnsteiner Mittelalterverein vor etwas über 20 Jahren ins Leben gerufen. Und auch den hält ein wenig Wetter nicht von der Arbeit ab…

Die Burgruine Hohnstein im Winterkleid (Foto: agl) Die Burgruine Hohnstein im Winterkleid (Foto: agl)


Wer den Wanderweg scheut, der kommt im Moment nur mit Schneeketten zur Burgruine Hohnstein, so die Warnung auf einem improvisierten Schild am Fuße des Berges hinter Neustadt. Rutschig ist es, vereist und kalt, schlechte Sicht.

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Nicht das beste Wetter, um dem alten Gemäuer einen Besuch abzustatten, möchte man meinen doch man würde sich täuschen. Schneebedeckte Ruinen im Nebel haben ihren ganz eigenen Charme und wer man einmal oben angekommen ist, der sollte auch ganz gut aufgewärmt sein.

Hinauf auf die Burg trieb es heute auch Harald Ströbele und Maik Linde, wieder einmal. Beide kennen sich bestens aus, der eine, weil er dem Förderverein vorsteht, der sich dem Erhalt der Burg verschrieben hat, der andere, weil er für Ilfelder Bergwacht schon manches mal Hand angelegt hat am Gemäuer.

Viele kleine Handgriffe und manch großen Einsatz haben Harald Ströbele mit dem Hohnsteiner Mittelalterverein und Maik Linde mit der Ilfelder Bergwacht schon getan (Foto: agl) Viele kleine Handgriffe und manch großen Einsatz haben Harald Ströbele mit dem Hohnsteiner Mittelalterverein und Maik Linde mit der Ilfelder Bergwacht schon getan (Foto: agl)


Auch bei dem frostigen Besuch heute ging es um Handfestes: die Bergwacht hat für den alten Burgbrunnen eine neue Überdachung angefertigt. Nötig geworden war die, weil sich manch Besucher nicht damit zufrieden gibt, nur ein paar Kiesel in den rund 28 Meter tiefen Schacht plumpsen zu lassen. „Es gibt leider Leute, die haben hier regelrechte Brocken reingeschmissen“, berichtet Ströbele, „das hat uns die Beleuchtung gekostet, die Abdeckung und die Scheinwerfer wurden schlicht zerschmettert.“ Deswegen hat man nun das Grundgerüst der Abdeckung saniert, mit frischem Witterungsschutz versehen und einem engmaschigerem Draht überzogen. Außerdem gab’s zur optischen Zierde ein Krönchen oben drauf.

Die Beleuchtung des alten Burgbrunnens hatte der Hohnsteiner Mittelalterverein anno 2017 in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk für rund 5.1000 Euro installiert. Keine leichte Aufgabe, schließlich musste man sich erst einmal in die Tiefe abseilen und dort ein wenig Ordnung schaffen. Die Installation wurde so gleichsam zur Übung für die Kameraden.

Mit Vandalismus habe man eigentlich keine größeren Probleme, berichtet Ströbele, aber die Scheinwerfer hat man bereits zwei mal ersetzen müssen. Ob dabei Vorwand im Spiel ist oder letztlich nur übereifrige Kinder am Werk waren, das lässt sich nicht sagen. Mit der neuen Abdeckung sollte das nun aber kein Problem mehr sein und die neuen Lampen werden hoffentlich etwas länger halten. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Freunde von der Bergsicherung haben wie immer kompetent und sauber gearbeitet und wir können und wollen uns ganz herzlich bei allen Freunden, Unterstützern und Sponsoren bedanken“, sagt sich der Vereinschef am Vormittag.

Rund 200 Arbeitsstunden leisten die 33 Burgfreunde jedes Jahr auf dem Gelände und unterstützen damit das Landratsamt als Hausherr. Die Zusammenarbeit klappe bestens, weiß Ströbele zu berichten, man finde beim Landkreis auch für die kleinen und größeren Wunschprojekte der Vereinsfreunde immer wieder Unterstützung. Neben dem sprechenden Brunnen war das zuletzt dass „Verlies“ in der Oberburg, dass man auch Dank dem Landratsamt während der Pandemie einrichten konnte.

Seine Ursprünge hat der Mittelalterverein in den Burgfesten und Zeltlagern Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre. „Wir haben hier viele schöne Abende verbracht, das war unser Refugium und irgendwann haben wir gesagt: „wenn wir das erhalten wollen, dann lasst es uns doch richtig machen“ und wir haben den Verein gegründet. Die Kooperation mit dem Landratsamt kam dann 2005 und seitdem sind wir hier zu Gange“.

Zum Vereinswochenende im September schlägt man hier immer noch die Zelte auf, größere Veranstaltungen wie die Burgfeste von damals seien aber schwieriger geworden, berichtet Ströbele. „Wir wollen in diesem Jahr, wahrscheinlich Anfang Juni, einen Musikabend auf die Beine stellen. Aber so Sachen wie „Burg in Flammen“ oder die Mittelalterfeste wird es erst einmal nicht geben. Der Aufwand ist einfach zu hoch. Es ist schön wenn man das aus Spaß und Freude machen kann, aber für ein ordentliches Fest braucht man einen richtigen Veranstalter und Schausteller, die davon Leben können müssen. An der Stelle wird es leider schwierig.“

Man kann den Festen nachtrauern, muss es aber nicht. Besucher lockt die Ruine auch ohne großes Tamtam. Selbst bei eher suboptimalen Bedingungen wie heute waren am Vormittag ein paar Hartgesottene Wanderer unterwegs. Hohnstein ist immer einen Ausflug wehrt, auch dank Leuten wie Linde, Ströbele und ihren Mitstreitern und Kollegen. Wer sich selbst ein Bild vom Verein und seinem Wirken machen will, der muss aber nicht die Wanderstiefel anziehen, ein Blick ins Netz reicht aus.
Angelo Glashagel
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Winter auf Hohnstein (Foto: agl)
Autor: red

Kommentare
Envites
25.01.2023, 19.58 Uhr
Tolles Engagement
Detaillierter Bericht, es ist gut, dass dieses Ehrenamt derart gewürdigt wird! Nur, ich habe Zweifel an dem Brunnen, war es tatsächlich einer, konnte dort Wasser aus dem Grund geschöpft werden oder handelt es sich bei Burgruine Honstein (ältere Schreibweise) um eine Art Zisterne, Notvorrat, Regenwassersammler? Wenn es tatsächlich ein Brunnen für Grund oder Schichtwssser war, dann ist mglw. der Honstein in seiner Bedeutung unterbewertet!
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