Sa, 16:00 Uhr
23.05.2026
Zugehört:
Ein Krieg wäre vielleicht gut”
Ende vorigen Jahres hatte die CDU des Landkreises Nordhausen Norbert Lammert in die Räume der Pro Vita Akademie eingeladen. Das war eine höchst interessante Veranstaltung. Wer allerdings dachte, dass die Einlassungen Lammerts nicht zu toppen wären, der wurde am Donnerstagabend eines Besseren belehrt…
Generalmajor a.D. Markus Kurczyk bei seinem Vortrag (Foto: nnz)
Während Lammert selbst den Menschen ein Begriff sein könnte, die sich nicht tagaus, tagein für Politik in diesem Lande interessieren, ist der Name Markus Kurczyk doch eher eine personifizierte Unbekannte. Kurczyk ist Generalmajor a.D., hat drei Einsätze in Afghanistan absolviert und ist ehrenamtlicher Vorstand von MISI.
MISI - das ist das Mitteldeutsche Institut für Rüstungsindustrie. Und so war es nicht verwunderlich, dass der Vortrag, den Kurczyk hielt, unter der Überschrift Wir gewinnen Gefechte, aber verlieren wir den Krieg?” stand. Zum Verständnis sei noch erwähnt, dass der General a.D. während seiner Bundeswehrlaufbahn ein Studium der Pädagogik, Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität der Bundeswehr in München absolvierte und erfolgreich abschloss.
Und so begann der Referent seinen Vortrag mit einem Blick in das Grundgesetz dieser Republik. Es sei genau dieses Gesetz, dessen Paragrafen 1 und 20 niemals verändert werden dürfen, auf das alle Soldaten der Bundeswehr ihren Eid schwören. Vielleicht sei es nicht jedem bewusst, dass sie unserem Land treu dienen” (ohne Nazis zu sein) und unser Land tapfer verteidigen müssen.
Es sei vielen jungen Menschen heute auch nicht bewusst, was das Wort tapfer für einen Uniformträger eigentlich bedeutet? Kurczyk verdeutlichte das mit einer Episode aus seinen eigenen Erfahrungen als Vater. Mit einem seiner Söhne musste er zu einer Sprechstunde” in die Schule, weil der Sohn beim Fußball einen Spieler der anderen Mannschaft gefoult habe. Und er fragte den Schulleiter: Mein Sohn muss in zehn Jahren vielleicht Menschen erschießen und er darf jetzt nicht beim Fußball foulen?”
Kurzes Schweigen bei den rund 30 Zuhörern, doch auch nachdenkliches Nicken, denn diesen Zusammenhang gibt es, wenn man tapfer verteidigen will und schließlich auch muss. Der General a.D. spricht damit indirekt eine Thematik an, die so unterschwellig wabert: Sind die Deutschen eigentlich bereit, dieses Deutschland, das immer noch das beste aller Zeiten ist, mit ihrem Leben zu verteidigen? Er selbst hegt da vermutlich seine Zweifel. Bei den US-amerikanischen Soldaten, mit denen er in Afghanistan zu tun hatte, hegte er diese Zweifel nicht. Die würden für ihr Land kämpfen und die waren - in der Zeit der ersten Trump-Administration - mit ihrem Präsidenten glücklich”. Für den Referenten der Gegensatz zu dem, was die deutschen Medien ihren Rezipienten weis machen wollten und wollen.
Auf den Punkt gebracht, verband Kurczyk seine Schlussfolgerung mit einem historischen Ausflug: Kaiser Barbarossa sollte wieder auftauchen, weil wir ihn brauchen”.
Ja aber, wer soll denn nun als Soldat diesem Land treu und tapfer dienen, fragte der Berufssoldat a.D.? Linke und AfD Anhänger wohl kaum, die würden von der politischen Bürokratie keine Sicherheitsfreigabe erhalten, die CDU sei in weiten Teilen überaltert, die FDP nicht mehr vorhanden, die SPD degeneriert weiter und erstickt an der Frage der Quotenregelung. Bleibt also nur noch die Mitgliedschaft im BSW, die unverdächtig erscheint. Gott sei Dank gibt es ja noch diejenigen Wehrhaften, die keiner Partei angehören und den Verfassungsschützern nicht aufgefallen sind.
Im zweiten Teil des Vortrags wurde es pädagogisch, denn letztlich ist Markus Kurczyk auch studierter Pädagoge. Wie sieht es aus mit dem Deutsch-Sein in der Schule? Diese Frage kann sich wohl jeder selbst beantworten. Und wie stehe es mit der deutschen Überheblichkeit, mit der man AKW abschaltete oder der Empfehlung männliche Küken nicht zu essen?
Sicher, diese Themen sind enorm gespreizt, das ist gewollt, denn es geht in der soldatischen Erziehung immer auch um Charakterbildung mit dem Ziel: Ich will gewinnen, ich will siegen.
Damit endete der Vortrag, es war kurzzeitig sehr still im Auditorium. Dann waren Fragen zugelassen. So fragte ein Mitglied des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), wie der General die Annäherung der Bundesregierung an die Taliban bewerte? Kurze Antwort: Es darf keinen Pakt mit den Mördern unserer Soldaten geben.”
Angesprochen wurde zudem, warum der Osten und der Westen Deutschlands in punkto Vaterland und Heimat so unterschiedlich ticken? Das sei das Ergebnis der unterschiedlichen Individualisierung, die im Westen stärker ausgeprägt sei als in den neuen Bundesländern. Die wiederum in den Erfahrungen mit gesellschaftlichen Umbrüchen zu finden seien. Hier würden diese Begriffe noch zur Kultur gehören. Und nicht jeder, der für einen Ernstfall privat vorsorge, sei ein Nazi.
Wie soll diese Individualisierung gestoppt werden? Die Antwort provokant: Ein Krieg wäre vielleicht gut!” Dazu gab es keine Kommentare, weder vom Referenten noch von den Zuhörern.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Generalmajor a.D. Markus Kurczyk bei seinem Vortrag (Foto: nnz)
Während Lammert selbst den Menschen ein Begriff sein könnte, die sich nicht tagaus, tagein für Politik in diesem Lande interessieren, ist der Name Markus Kurczyk doch eher eine personifizierte Unbekannte. Kurczyk ist Generalmajor a.D., hat drei Einsätze in Afghanistan absolviert und ist ehrenamtlicher Vorstand von MISI.
MISI - das ist das Mitteldeutsche Institut für Rüstungsindustrie. Und so war es nicht verwunderlich, dass der Vortrag, den Kurczyk hielt, unter der Überschrift Wir gewinnen Gefechte, aber verlieren wir den Krieg?” stand. Zum Verständnis sei noch erwähnt, dass der General a.D. während seiner Bundeswehrlaufbahn ein Studium der Pädagogik, Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität der Bundeswehr in München absolvierte und erfolgreich abschloss.
Und so begann der Referent seinen Vortrag mit einem Blick in das Grundgesetz dieser Republik. Es sei genau dieses Gesetz, dessen Paragrafen 1 und 20 niemals verändert werden dürfen, auf das alle Soldaten der Bundeswehr ihren Eid schwören. Vielleicht sei es nicht jedem bewusst, dass sie unserem Land treu dienen” (ohne Nazis zu sein) und unser Land tapfer verteidigen müssen.
Es sei vielen jungen Menschen heute auch nicht bewusst, was das Wort tapfer für einen Uniformträger eigentlich bedeutet? Kurczyk verdeutlichte das mit einer Episode aus seinen eigenen Erfahrungen als Vater. Mit einem seiner Söhne musste er zu einer Sprechstunde” in die Schule, weil der Sohn beim Fußball einen Spieler der anderen Mannschaft gefoult habe. Und er fragte den Schulleiter: Mein Sohn muss in zehn Jahren vielleicht Menschen erschießen und er darf jetzt nicht beim Fußball foulen?”
Kurzes Schweigen bei den rund 30 Zuhörern, doch auch nachdenkliches Nicken, denn diesen Zusammenhang gibt es, wenn man tapfer verteidigen will und schließlich auch muss. Der General a.D. spricht damit indirekt eine Thematik an, die so unterschwellig wabert: Sind die Deutschen eigentlich bereit, dieses Deutschland, das immer noch das beste aller Zeiten ist, mit ihrem Leben zu verteidigen? Er selbst hegt da vermutlich seine Zweifel. Bei den US-amerikanischen Soldaten, mit denen er in Afghanistan zu tun hatte, hegte er diese Zweifel nicht. Die würden für ihr Land kämpfen und die waren - in der Zeit der ersten Trump-Administration - mit ihrem Präsidenten glücklich”. Für den Referenten der Gegensatz zu dem, was die deutschen Medien ihren Rezipienten weis machen wollten und wollen.
Auf den Punkt gebracht, verband Kurczyk seine Schlussfolgerung mit einem historischen Ausflug: Kaiser Barbarossa sollte wieder auftauchen, weil wir ihn brauchen”.
Ja aber, wer soll denn nun als Soldat diesem Land treu und tapfer dienen, fragte der Berufssoldat a.D.? Linke und AfD Anhänger wohl kaum, die würden von der politischen Bürokratie keine Sicherheitsfreigabe erhalten, die CDU sei in weiten Teilen überaltert, die FDP nicht mehr vorhanden, die SPD degeneriert weiter und erstickt an der Frage der Quotenregelung. Bleibt also nur noch die Mitgliedschaft im BSW, die unverdächtig erscheint. Gott sei Dank gibt es ja noch diejenigen Wehrhaften, die keiner Partei angehören und den Verfassungsschützern nicht aufgefallen sind.
Im zweiten Teil des Vortrags wurde es pädagogisch, denn letztlich ist Markus Kurczyk auch studierter Pädagoge. Wie sieht es aus mit dem Deutsch-Sein in der Schule? Diese Frage kann sich wohl jeder selbst beantworten. Und wie stehe es mit der deutschen Überheblichkeit, mit der man AKW abschaltete oder der Empfehlung männliche Küken nicht zu essen?
Sicher, diese Themen sind enorm gespreizt, das ist gewollt, denn es geht in der soldatischen Erziehung immer auch um Charakterbildung mit dem Ziel: Ich will gewinnen, ich will siegen.
Damit endete der Vortrag, es war kurzzeitig sehr still im Auditorium. Dann waren Fragen zugelassen. So fragte ein Mitglied des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), wie der General die Annäherung der Bundesregierung an die Taliban bewerte? Kurze Antwort: Es darf keinen Pakt mit den Mördern unserer Soldaten geben.”
Angesprochen wurde zudem, warum der Osten und der Westen Deutschlands in punkto Vaterland und Heimat so unterschiedlich ticken? Das sei das Ergebnis der unterschiedlichen Individualisierung, die im Westen stärker ausgeprägt sei als in den neuen Bundesländern. Die wiederum in den Erfahrungen mit gesellschaftlichen Umbrüchen zu finden seien. Hier würden diese Begriffe noch zur Kultur gehören. Und nicht jeder, der für einen Ernstfall privat vorsorge, sei ein Nazi.
Wie soll diese Individualisierung gestoppt werden? Die Antwort provokant: Ein Krieg wäre vielleicht gut!” Dazu gab es keine Kommentare, weder vom Referenten noch von den Zuhörern.
Peter-Stefan Greiner

