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Di, 20:10 Uhr
22.09.2020
Aus dem Jugendhilfeausschuss

Check das mal

Im Jugendhilfeausschuss hatte man heute neben der Kindergartenplanung und einem Zwischenstand zum Jugendförderplan unter anderem über die Einführung eines „Jugendcheck“ zu beraten…

Der erste Punkt auf der Tagesordnung befasst sich aber erst einmal mit dem Mehrgenerationenhaus, kurz „MeGeHa“. Die Einrichtung wird seit 2006 jährlich mit rund 10.000 Euro durch den Landkreis gefördert, die Finanzierung muss nun wieder einmal neu beschlossen werden. Viel Diskussion gab es dazu nicht, zumal der Ausschuss hier lediglich eine Empfehlung an den Kreistag abgeben kann, die wie zu erwarten positiv ausfiel.

Überarbeitung Kita-Bedarfsplanung
Zur Kindergarten-Bedarfsplanung hatte man bereits in einer frühreren Sitzung inhaltlich diskutiert, inzwischen lag die Planung öffentlich aus. Zu dem Papier gab es diverse Einwände.

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So würde man in Harztor gerne mehr Kinder aufnehmen, gültig sei jedoch der Stichtag der Erhebung, erläuterte Sabine Reich aus dem Jugendamt, daher werde man dem Einwand nicht stattgeben können. Der Stadt Nordhausen schwebt eine andere statistische Betrachtung vor. Im Landkreis betrachtet man in der Planung die Zahl der schulpflichtigen Kinder, nicht aber die der sogenannten „Schulrücksteller“, also der Kinder, die zwar theoretisch im schulpflichtigen Alter sind, aber noch ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben. Statistisch lasse sich die Diskrepanz im aktuellen Plan nicht mehr darstellen, in der nächsten Planungsrunde werde man die Problematik aber genauer diskutieren, kündigte Reich an. Ein weiterer Einwand erreichte den Kreis aus der Landgemeinde Bleicherode. Die sähe es gerne, wenn die ehemalige VG Hainleite gesondert betrachtet würde. Tatsächlich sei das bereits geschehen, führte Reich aus. Der Bitte der Kita „Zwergenstübchen“ weitere Plätze einrichten zu können entsprach man nicht. Auch wenn die Kita im Moment starke Geburtenjahrgänge habe, gebe es im weiteren Sozialraum noch ausreichend Kapazitäten. Für Familien sei das zwar nicht ideal, planerisch aber zumutbar, so Reich, die Kita könnte sich in Zukunft für Investitionsmaßnahmen bewerben um weitere Plätze schaffen zu können.

Seit Anfang Mai arbeitet sich Dustin Hoffmann als Fachberater in Sachen Jugendarbeit im Landratsamt ein. Hoffmann war zehn Jahre lang in der Jugendarbeit tätig und bekommt sein Fachgebiet nun von der anderen Seite zu sehen. Im Jugendhilfeausschuss stellte er heute seine Person und seine Arbeit vor. Im Mittelpunkt stehen dabei zur Zeit die „Wirksamkeitsdialoge“, die den Stand der Dinge aller Jugendprojekte im Landkreis erfassen soll. Hinzu kommt bald die Arbeit am „Jugendcheck“, über den später noch zu sprechen war. Ziel seines Wirkens sei die intensive Vernetzung mit Trägern und ihren einzelnen Projekten. Absprachen zu Bedarfen der Träger sollten auf kurzen Wegen erfolgen und zu schnellen Lösungen führen.

Der „Jugendcheck“
Der Landkreis prüft zur Zeit inwiefern die Interessen von Jugendlichen einen deutlicheren Niederschlag in Entscheidungen der Kreisebene Beachtung finden können. Das Modellvorhaben firmiert unter dem Namen „Jugendcheck“ und wird in Zusammenarbeit mit dem Land und dem Kreis Sömmerda vorbereitet. Sabine Reich stellte heute die Grundidee vor, machte aber auch deutlich das noch viele Fragen ungeklärt seien.

Im Kern soll es darum gehen, Anträge und Beschlüsse in begrenztem Rahmen auf mögliche Auswirkungen bezüglich des jugendlichen Lebens hin zu prüfen. Entscheidungsträgern wie den Kreistagsmitgliedern sollen so mehr Informationen zugänglich gemacht werden.

In einer ersten Videokonferenz habe man einen ganzen Katalog an Fragen zusammengetragen, berichtete Reich. Geklärt werden muss unter anderem, welche Stellen für eine solche Betrachtung zuständig wären, wer die genauen Adressaten sein sollen, wieviel Zeit für die Prüfung realistisch veranschlagt werden kann, ob Jugendliche direkt mit eingebunden werden können und noch eine ganze Menge mehr. „Das Vorhaben hat große Dimensionen, man muss realistisch bleiben und sehen was machbar ist“, sagte Reich. Von Seiten ihres Fachbereiches wird die Schaffung eines Unterausschusses vorgeschlagen, der auch Vertreter des Jugendparlaments einbezieht. Das Ziel sei, das man am Ende mehr als ein „Konzept für die Ablage“ habe.

Bilanz gezogen
Nach gut zweieinhalb Jahren ist man im Jugendamt derzeit dabei, zum aktuellen Förderplan eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die Projekte würden dabei nicht grundsätzlich in Frage gestellt, man wolle lediglich den Stand der Dinge erfassen, erläuterte Sabine Reich. Problematisch sei dabei die allgemeine Datenlage. Trotz mehrfacher Hinweise und Bitten gelinge es vielen Trägern nicht, die Zahl ihrer Teilnehmer einheitlich zu erfassen. Hinzu kommt das man zum Teil auf Erhebungen des Landesamtes für Statistik zurückgreifen muss.

Die legt etwa für die Zahl der Nutzer einen monatlichen Maßstab an. Im Landratsamt würde man lieber die tägliche Nutzung von Angeboten der Jugendhilfe betrachten, um eine detaillierteres Bild zu bekommen. Die aktuelle Methode listet im Durchschnitt pro Monat im Landkreis Nordhausen etwa 1.110 Nutzer aus, wobei 57% Angebote der allgemeinen Jugendarbeit annehmen und 43% auf die Arbeit von Verbänden wie den freiwilligen Feuerwehren zugreifen. Weiterhin zählt die Statistik 291 Ehrenamtliche, die sich in der Jugendarbeit engagieren, wobei die Mehrzahl unter 27 Jahre alt ist. Die Anzahl der Angebote liegt insgesamt bei 149, auf die Verbandsarbeit entfallen dabei 120 Angebote und auf die außerschulische Jugendbildung 84.
Angelo Glashagel
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