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03.03.2021
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Auf der roten Liste

Rund 70.000 Tier- Pflanzen- und Pilzarten stehen in Deutschland auf der Roten Liste. Im Zeitalter des größten Artensterbens seit Anwesenheit des Menschen macht sich Manfred Kappler Gedanken rund um den heutigen Tag des Artenschutzes...

In Thüringen sind es ca. 16.850 Tier und Pflanzenarten, hinzu kommen 686 Pflanzengesellschaften und 76 Biotope. Fehlen tuen hier lebenswichtige Kleinstlebewesen und Boden- und Microorganisten. Weltweit sind über eine Million, Tendenz steigend, von Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Ursache ist unser Lebensstil, denn es Ökonomie vor Ökologie. Immer mehr natürliche Lebensräume schrumpfen und werden ganz, unwiederbringlich durch uns Menschen zerstört. Der Zustand unserer Umwelt und Natur verschlechtert sich zusehends dramatisch.

Wir Menschen sind dabei unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Die Herausforderung des Artensterbens ist dem Klimawandel gleichgesetzt und stehen teilweise im Zusammenhang, so unsere Bundesumweltministerin Schulze. Drei Viertel der Landoberfläche, zwei Drittel der Meeresfläche sind bedroht. Über 85% der Feuchtgebiete sind schon zerstört worden. Feuchtgebiete und Moore sind mit unsere größten CO² Speicher.

70% der Tiere sind Insekten, davon sind ca. 50% gefährdet oder schon ausgestorben. Für über 2/3 steht die Ampel auf Rot. Von den Flächen sind über 70% in einem nicht zu vertretenden Zustand. Das sind vor allem landwirtschaftliche Grünflächen, Seen und Moore.
Weil diese Situation sehr dramatisch ist fordern die Wissenschaftler eine neue Agrarpolitik.

In Stellungsnamen von Wissenschaftlern heißt es: „Die europäische Agrarpolitik zerstöre die noch vorhandene Artenvielfalt. Eine geplante Reform kommt nicht vorwärts, wird zerredet und blockiert. Hierbei spielt auch Deutschland eine entsprechende Rolle“.
Die Zerstörung der biologischen Vielfalt in der Land- und Forstwirtschaft ist so dramatisch, dass ernsthafte Folgen zu erwarten sind. Die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme ist hier infrage gestellt. Somit sind auch Störungen des menschlichen Wohlergehens zu erwarten.

Einige Ursachen sind: zu große Flächen, zu schwere, große Technik, Monokulturen, Massentierhaltung, Einsatz von zu vielen Insektiziden, Herbiziden und Pestiziden bis hin zu, zu viel Gülle und Überdüngung.
Es wird nicht reichen einzelne Teile des Systems zu ändern, hier bedarf es einer gesamten Veränderung hin zu einer nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft.
Die Rettung der Artenvielfalt und der Klimaschutz sind nicht voneinander zu trennen, sie sind die größten Herausforderungen vor welchen wir stehen.

Wir Menschen sind die Ursache für den Rückgang und die Zerstörung der Artenvielfalt. Immer mehr Natur und Lebensraum wird von uns beansprucht und verbraucht. Durch den Verbrauch von Land für Gebäude, Straßen und Infrastruktur, durch intensive Umweltverschmutzung von Land, Luft und Wasser und die Zerstörung unserer Wälder, der Tier und Pflanzenwelt bis hinein in die Microorganisten zerstören wir die Lebensgrundlage und nicht zuletzt unsere eigenen.

Verursacher für den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt sind wir Menschen. Wir dringen in vormals unberührte Natur und in die Lebensräume von Wildtieren ein. Durch Landverbrauch für Gebäude und Infrastruktur, durch Umweltverschmutzung, intensive Landwirtschaft und Rodung von (Ur-)Wäldern verändern wir die Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenwelt. Wir zerstören ihre Lebensgrundlagen - und unsere eigenen.

Eine Hand voll Boden enthält mehr Bodenorganismen als es Menschen auf der Erde gibt. Versiegelter Boden ist toter Boden und zusammengepresster Boden ist halbtoter Boden welcher kaum zu reaktivieren ist. Boden ist nicht einfach nur Dreck sondern Leben Leben auch für uns!

Wenn der Wald und die Artenvielfalt stirbt wird auch der Mensch keine Lebensgrundlage mehr haben.
Gebt den Kindern eine Chance Sie haben ein Recht auf Leben Leben in einer intakten, lebenswerten Welt.
Am 19. März ist GLOBALER KLIMASTREIK TAG
Beginnt endlich zu Handeln es geht ums Überleben. Geld oder Chipkarte vom Konto kann man schwierig essen.
Manfred Kappler Ilfeld
Anmerkung der Redaktion:
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