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Di, 11:00 Uhr
27.04.2021
HILFE FÜR DEGAMBA

Not und Hoffnung

Zwischen der Nordhäuser Montessori-Schule und der Degamba Schule im armen Äthiopien besteht seit Jahren eine schulische Partnerschaft. Die Paten aus der Rolandstadt helfen tatkräftig, um den Mädchen und Jungen in Degamba ein gutes Lerenn zu ermöglichen. Über die Beziehungen schreibt für die nnz regelmäßig Katrin Cieslak...


Nordhausen/Degamba. Liebe Äthiopienpaten und -freunde, endlich gibt es neben neuen traurigen Nachrichten mal erfreuliche Informationen aus Äthiopien. In winzigen Schritten kehrt etwas Normalität in das Leben der Menschen zurück. Banken arbeiten wieder und es gibt endlich wieder Internet, sofern der Strom da ist. Wer also Geld hat und in die Stadt kommt, kann sich teuer Lebensmittel in Mekelle kaufen.

Der Krieg jedoch geht immer noch weiter. Leider hat Aby nicht wie versprochen die eriträischen Truppen außer Landes geschickt, sondern es kommen gerade noch mehr ins Land. Und es wird weiter gekämpft. Das ist neben der Freude ein bitterer Wermutstropen. Inzwischen spricht man auch auf internationaler Ebene von einem Völkermord und einer ethnischen Säuberung Tigrays. Dazu hat Aby zu seinen eigenen Truppen die eriträische Armee ins Land geholt und arbeitet mit den Amhara Milizen zusammen.

Kiros berichtete mir, dass die Lage der Menschen vor allem in den Dörfern insgesamt nicht besser wird und weiterhin viele Greueltaten geschehen. Menschen werden erschossen, Dörfer ausgeraubt und niedergebrannt, Frauen vergewaltigt, Hunger als Waffe eingesetzt um den Widerstand der Menschen endlich zu brechen. Leider hört man in Deutschland nach wie vor wenig aus Tigray, da wir hier alle sehr mit Corona beschäftigt sind.

In der Osterwoche machte sich Kiros auf den Weg nach Mekelle, um eine erneute Lebensmittellieferung für uns nach Degamba auf den Weg zu bringen. Doch nachdem alles eingekauft war, brachen erneute Kämpfe aus und die Straßen nach Hawzen wurden gesperrt, so dass Hagos (der zuständige Dorfälteste) nicht nach Degamba zurück fahren konnte. Dann verlagerten sich die Kämpfe nach Degamba, so dass die Bewohner vorübergehend von hier fliehen mussten.

hat gemeinsam mit Kiros die Lebensmittel eingekauft, um sie nach Degamba zu bringen. (Foto: privat) hat gemeinsam mit Kiros die Lebensmittel eingekauft, um sie nach Degamba zu bringen. (Foto: privat)
Inzwischen konnte Hagos über Umwege (Adigrat) und erschwerten Bedingungen die Lebensmittel nach Degamba bringen und heute endlich verteilen. So müssen sich erneut 55 Familien für einen weiteren Monat nicht um Hunger sorgen. Leider gibt es keine direkten Fotos aus Degamba, da die Menschen meist keine Smartphones besitzen oder sie keins bei sich tragen. Aus Angst, dass es ihnen bei einer Kontrolle abgenommen wird. So schicke ich diesmal nur ein Bild von Hagos, dem Dorfältesten aus Degamba. Er hat gemeinsam mit Kiros die Lebensmittel eingekauft um sie nach Degamba zu bringen.

Hagos teilte uns mit, dass Degamba bisher nur durch uns mit Lebensmitteln versorgt wird. Die wenigen Hilfsorganisationen, die inzwischen in Tigray im Einsatz sind, versorgen nur die Menschen an den großen Hauptstraßen oder in den größeren Städten. In die abgelegenen Dörfer kommt nichts. Auch werden trotz aller Vorsicht Lebensmittellieferungen gestohlen oder von den Verteilern einbehalten und gelangen so gar nicht zu den Bedürftigen. So haben von 4 Millionen bedürftigen Menschen bisher nur 1 Millionen Menschen Hilfe erhalten. Eine Besserung ist nach wie vor nicht in Sicht. Die Bilder aus Tigray, die mich erreichen, sind so erschreckend!

Luwana (Foto: privat) Luwana (Foto: privat) Die Hilfen durch private Organisatoren wie uns und andere Freunde von mir, die ebenfalls verschiedene sehr abgelegene Dörfer unterstützen, sind deshalb nach wie vor besonders wichtig und unentbehrlich. Einen riesigen Dank also an dieser Stelle für alle Eure Spenden, von mir, aber besonders von den Menschen aus Degamba! Eure Spenden kommen an, wo die Not am größten ist und ich hoffe, dass wir auch bald wieder Fotos von den Menschen in Degamba bekommen werden. Auch wenn es schwierig ist, wir wollen die Menschen in Degamba nicht im Stich lassen und auch weiterhin unterstützen.

Ihr könnt also gerne weiterhin auf das bekannte Spendenkonto bei schrankenlos e.V., IBAN: DE83 8205 4052 0305 0189 49, Sparkasse Nordhausen unter dem Stichwort Degamba spenden. Mein ganz persönlicher Hoffnungs- und Motivationsschimmer für Tigray ist immer Luwana, die Tochter von Kiros. Sie fragte mich bei unserem letzten Telefonat, wann ich sie wieder besuchen komme. Da es derzeit keine Fotos von den Kindern aus der Schule gibt, schicke ich mal ein Foto von ihr mit.
Katrin Cieslak
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