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Mo, 16:08 Uhr
10.05.2021
CDU will mehr Holz in Thüringen verarbeiten lassen

Handwerker finden kein Holz mehr

Der forstpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion fordert eine stärkere Ausrichtung der Landeswirtschaftspolitik auf regionale mittelständische Sägewerke. „Sie verarbeiten Thüringer Bäume zu Thüringer Schnittholz und beliefern den Thüringer Dachdecker“, so Malsch...

Aber diese Strukturen fehlen hierzulande. Stattdessen werde das geschlagene Holz von wenigen Großsägereien aufgekauft, die es anschließend schiffeweise nach China und in die USA exportieren. „Unser heimischer Dachdecker und mit ihm der Thüringer Häuslebauer haben da keine Chancen“, so Malsch weiter.

Handwerk und Endkunde im Freistaat bräuchten eine Infrastruktur, die die kostenintensivere, weil kleinteilige Verarbeitung und Aufbereitung des Holzes vor Ort wirtschaftlicher macht, als die großindustrielle Verarbeitung dieses Rohstoffs irgendwo in der Bundesrepublik. „Hier müssen wir dringend über Investitionsförderprogramme für bestehende Betriebe und Gründer in Thüringen nachdenken“, so Malsch.

Den Ruf nach europaweit verordneten Exportbeschränkungen von Bauholz durch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nannte Malsch jedenfalls „ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver.“ Die rot-rot-grüne Landesregierung habe es bis jetzt ja noch nicht einmal geschafft, den vom Landtag einstimmig beschlossenen Antrag zur Förderung des Bauens mit Holz umzusetzen.
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Kommentare

10.05.2021, 16.39 Uhr
Fönix | Reregionialisierung der Wirtschaftskreisläufe
fordere ich hier schon seit Jahren. Und zwar für alle relevanten Branchen!

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10.05.2021, 21.59 Uhr
Harzer66 | So ist das...
....gewollt und geregelt im globalisierten Markt. Die Schiffe fahren unser Holz nach China und bringen uns jede Menge Müll wieder her. Sinnlose Plastetiere weswegen die Kinder bei McDonald essen wollen. Und so geht es weiter. Selbst im Ü Ei steckt nur China Müll der morgen dort landet.
Zurück zum Holz. Wer weiß, ob nicht das Boot voller Holz nach China oder USA nicht auf halbem Weg umdrehen weil das Holz teuer als exportiert wieder importiert wird.
Deutschland ist aber auch nicht besser. Anstatt Pfleger und Mediziner selbst auszubilden rekrutieren wir auch die Welt ab. Egal was dort wird. Schönen Abend noch.

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11.05.2021, 07.16 Uhr
altmeister | Marktregulierung
Ein einfaches Mittel zur Marktregulierung wäre die Erhebung von Ausfuhrzöllen.
Damit könnte auf einfache Weise der Binnenmarkt und die eigene Wirtschaft geschützt werden.
Wenn es darum geht, den deutschen Steuerzahler mit zusätzlichen Kosten zu "beglücken" hat die Politik doch nie Bauchschmerzen, warum da nicht da?
Leider kommt vom Holzpreis beim Waldbauer nichts an, da dieser gute Preis von der Sägewerkindustrie, welche ihre Kapazitäten voll ausschöpft, vereinnahmt wird.

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11.05.2021, 07.24 Uhr
Gehard Gösebrecht | Das ist Global Trading
Das Holz im deutschen Wald gehört bereits den Amis oder Chinesen.
Auch sind ganze Industriezweige mit den zugehörigen Anlagen nach Asien ausgelagert worden.
Nur die Rechte am Trinkwasser in Deutschland sind noch nicht verkauft.
Aber das kommt auch noch.
Wenn die Kinder in der Schule irgendwann Chinesisch sprechen müssen, weil der Weltmarkt das angeblich erfordert, dann spätestens sollte man sich fragen was man falsch gemacht haben könnte.

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11.05.2021, 08.17 Uhr
Jörg Thümmel | Aus- und Einfuhrzölle haben die unangehme
Nebenwirkung, dass diese als strategisches Mittel zur Schwächung jeder Volkswirtschaft eingesetz werden können.

Dann haben sie zwar vielleicht Holz, wobei das Bauholz für die Dachdecker zum Grpßteil eh aus dem nichteuropäischen Ausland und dort primär aus Russland zu uns kam, dafür aber vielleicht keinen Stahl und kein Alu mehr, da das dafür notwendige Eisenerz und Bauxit im Gegenzug von den anderen Staaten mit einem Ausfuhrverbot belegt wird.

Das fehlende Holz ist hauptsächlich dem geschuldet, dass es aufgrund einer Borkenkäferplage in Kanada derzeit keine Holzimporte von dort nach den USA gibt und zudem, und das wiegt für unsere eigene Holzwirtschaft noch viel schwerer, keine direkten Exporte von Holz mehr aus Russland and die USA gibt.

Die kürzlich in den Medien kolpotierten Bilder von Holzladungen, die gerade im Hafen Rostock aufs Schiff gen USA verladen wurden, zeigten diesen Handel von Russland nach USA über den Umweg Deutschland. Zudem zeigt sich weiter, wie es um die reelle Kaufkraft des EURO im Vergleich zu den anderen Weltwährungen aussieht. Derzeit kämpft der Euroraum mit Inflationsraten von 2,5% pro MONAT, also hochgerechnet aufs Jahr rund 30% Kaufkraftverlust.

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11.05.2021, 10.34 Uhr
Fönix | Das ist nur die halbe Wahrheit, Herr Thümmel!
Zitat Jörg Thümmel:
"Dann haben sie zwar vielleicht Holz, wobei das Bauholz für die Dachdecker zum Grpßteil eh aus dem nichteuropäischen Ausland und dort primär aus Russland zu uns kam, dafür aber vielleicht keinen Stahl und kein Alu mehr, da das dafür notwendige Eisenerz und Bauxit im Gegenzug von den anderen Staaten mit einem Ausfuhrverbot belegt wird."

Viele Staaten, allen voran Russland, Kasachstan und Weißrussland, sind darauf angewiesen, ihre Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu verkaufen, sonst fehlt die (finanzielle) Substanz für lebensnotwendige Importe von Maschinentechnik, EDV etc. Diese Länder werden auf lange Sicht offen sein für umfängliche Handelsabkommen mit ausgewogenem Warenverkehr, sonst gehen ihre Volkswirtschaften krachen.

Das Problem, dass die EU und allen voran Deutschland hat, kennen zumindest die Älteren unter uns nur zu gut: Wir verhökern alles, was sich irgendwie zu Geld machen lässt, in alle Welt. Selbst Schlüsseltechnologien z.B. im Maschinen- und Werkzeugbau wurden aus der Hand gegeben und sogar die Produktion von im wahrsten Sinne lebensnotwendigen Waren wie Arzneimittel wurde in die erste, zweite und dritte Welt verlagert mit der Folge, dass man sich unwiderruflich abhängig macht. Wie kann es sein, dass ein deutsches Unternehmen (BionTec) einen wichtigen, weltweit dringend benötigten Impfstoff entwickelt, diesen dann aber über ein US-amerikanisches Unternehmen (Pfizer), vermarktet, dass dann gemäß der Weisung des US-Präsidenten erst mal überwiegend nur den eigenen Markt versorgt?

Die DDR hatte damals auch von Kalidüngemitteln über Möbel und Bekleidung bis hin zum halben Katalogsortiment von Quelle, OTTO und Co. alles, was sich irgendwie gegen Devisen verscherbeln ließ, für eine Handvoll Dollars zum Klassenfeind exportiert. Wo eine solche Wirtschaftspolitik hinführt, haben wir 1989 gesehen…

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