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Mi, 13:08 Uhr
22.06.2022
Strom, Gas und Wärme

Es wird drastische Steigerungen geben

Am Donnerstag der vergangenen Woche trafen sich die gewählten Vertreter der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) zu ihrer alljährlichen ordentlichen Vertreterversammlung. Es war seit 2019 die erste Versammlung, die nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmt wurde. Dafür bringt die Weltlage jetzt neue Schwierigkeiten mit sich, gerade auch für Mieter und Vermieter...

Zu Beginn der Versammlung ging Finanzvorstand Steffen Loup auf die allgemeine Entwicklung der Wohnungswirtschaft in Thüringen ein. So bewege sich der Landkreis Nordhausen mit einer Durchschnittsmiete von 5,10 Euro unter dem Thüringer Wert von 5,26 Euro. Wenig verändert habe sich auch der Altersdurchschnitt der Genossenschaftsmitglieder. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe sei mit rund 2.000 Mitgliedern die der 71-jährigen und älter.

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Dafür wird es im Bereich der Mietnebenkosten zu teils drastischen Steigerungen kommen, die, so Loup, nicht von der Wohnungswirtschaft, sondern vor allem in politischen Entscheidungen der Bundesregierung ihre Ursachen haben. Neben den Strom- und Gaspreisen sind es auch die Kosten für die Fernwärme, die Anlass zur Sorge geben. So sei Thüringen mit 95,19 Euro je MWh der Spitzenreiter in Deutschland, wohingegen die Nachbarn in Sachsen-Anhalt fast 25 Euro weniger zahlen müssen. Umso wichtiger ist es daher, gemeinsam mit den regionalen Energieversorgern nach verträglichen Lösungen für die WBG-Mitglieder zu suchen

Steffen Loup berichtete den Vertretern der Genossenschaft, dass seit 1993 rund 344 Millionen Euro von der WBG Südharz und ihrer Tochter, der WVG Nordhausen mbH, investiert wurden. Die Hälfte gehe auf das Konto der Modernisierung, lediglich sechs Prozent in den Neubau von Wohnungen, dafür 44 Prozent in die Instandhaltung des Wohnungsbestandes.

Die erste Vertreterversammlung der WBG ohne Corona-Einschränkungen (Foto: WBG Südharz) Die erste Vertreterversammlung der WBG ohne Corona-Einschränkungen (Foto: WBG Südharz)


Einen breiten Raum in der Berichterstattung nahm die Digitalisierung der Verwaltungs- und Abrechnungsprozesse ein. Beginnend bei der digitalen Rechnungslegung, werden nun auch die Heizkosten “ins eigene Haus” zur Tochtergesellschaft WVG geholt. Damit kann auch in diesem Segment der Nebenkosten effektiver und kostensparender gearbeitet werden, so Loup. Für die Mieter selbst wurde das digitale Serviceportal “Meine Südharz” mit der entsprechenden Mieter-App als weitere Schnittstelle erfolgreich eingeführt. Der WBG-Vorstand hofft hier in den kommenden Monaten auf weitere aktive Anmeldung und Nutzung durch die WBG-Mitglieder.

In seinem Rückblick ging der Vorstand Wohnen, Sven Dörmann, auf entscheidende WBG-Kennziffern ein. Mit einer Leerstandsquote von 6,8 Prozent hat dieser Wert wieder das Niveau von 2005 erreicht. Ähnlich sieht es im Bereich der Mitglieder aus. In den zurückliegenden zwei Corona-Jahren ging deren Zahl deutlich unter die Marke von 7.000 zurück. Diese Entwicklung sei auch dem Wegfall der Präsenzlehre an der Hochschule geschuldet. Die geplante Wiederaufnahme des Präsenzstudiums sollte dem Trend zum Wintersemester entgegenwirken, hofft Dörmann.

Die Erschließungsarbeiten zur Erweiterung der Fernwärmeversorgung in Nordhausen haben in den beiden zurückliegenden Jahren im Bereich des Weinbergs sowie des Ammerbergs begonnen. In den nächsten Jahren soll es am Weinberg, in der Kleiststraße sowie am Stresemannring weitergehen. Perspektivisch laufen bereits die Planungen und Verhandlungen mit der EVN für Weberstraße bis Morgenröte sowie für Baltzerstraße bis Pferdemarkt.

Weitere Themen, über die Sven Dörmann berichtete, waren die Etablierung eines eigenen Glasfasernetzes durch die Tochtergesellschaft der Genossenschaft, das nicht nur schnelles Internet sondern auch die Realisierung der Strategie “WBG TV 2030” in möglichst allen genossenschaftlichen Wohnungen vorsieht. Bis zum Jahresende sollen bereits über 4000 WBG-Wohnungen Zugang zu diesen neuen Netzen haben.

Trotz sich rapide nach oben entwickelnder Preise im Bereich Bauen konnten sämtliche Wartungs-, Instandhaltungs- und die Baumaßnahmen am „SENIORENWOHNENPLUS am Aueblick“ sowie die Balkonanbauten in Nordhausen und Bleicherode weitestgehend im Rahmen der Zeit- und Budgetpläne umgesetzt werden. Nicht mehr möglich war dies lediglich beim Neubauprojekt „WBGGREENONE“ in der Stolberger Straße 18 in Nordhausen, was u. a. der zwischenzeitlichen Insolvenz des Hauptauftragnehmers geschuldet war.

Sven Dörmann ging darüber hinaus auf die neue Situation in Bezug auf die Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine ein. So konnte die Genossenschaft zu Beginn der Krise dem Landratsamt binnen eines Tages 50 Appartements in der Thomas-Müntzer-Straße sowie im Bochumer Hof zur Verfügung stellen.

Abschließend umriss Sven Dörmann jedoch auch die unsicheren Aussichten in der Zukunft. Eine seriöse Planung größerer Projekte sei unter den gegenwärtigen Bedingungen auf absehbare Zeit nicht möglich. Auch deshalb konzentriere sich der WBG-Vorstand in verstärkt auf die weitere technische Sicherung ihrer Bestände durch umfangreiche laufende Instandhaltungen, Strangsanierungen, qualitativ hochwertige Wohnungsherrichtungen oder den weiteren Fernwärmeausbau. Allein für die Instandhaltungsmaßnahmen stehen in diesem Jahr fast neun Millionen Euro zur Verfügung.

Gunter Hebestreit und Mike Szybalski (Foto: WBG Südharz) Gunter Hebestreit und Mike Szybalski (Foto: WBG Südharz)


Nach der Vorstellung des Jahresabschlusses 2021 sowie der weiteren gesetzlich vorgeschriebenen Formalitäten, konnte Finanzvorstand Steffen Loup auch nach zwei schwierigen Corona-Jahren einen Jahresüberschuss von rund 3,5 Millionen Euro sowie eine stabile und sichere Liquiditätssituation der WBG Südharz konstatieren. Durch die 55 anwesenden gewählten Vertreter der Genossenschaft wurden abschließend Gunther Hebestreit, Mike Szybalski sowie André Vollmer für eine weitere dreijährige Amtszeit als Mitglieder des WBG-Aufsichtsrates bestätigt.
Autor: red

Kommentare
Nordhäuser
23.06.2022, 13.58 Uhr
Mal die Mieter informieren
Mal bitte die Mieter der WBG Südharz informieren wie sich die Fernwärme zusammen setzt. Aus Gas? Aus Strom? Oder Müllverbrennung und was es nicht sonst noch gibt. Aber ein Anruf bei der WBG Südharz brachte mir auch keinerlei Auskunft. Aber wer weiß es dann?
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