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Mi, 15:00 Uhr
05.10.2022
Viele Veranstaltungen für Groß und Klein

Der Leseherbst ist eingeläutet

Die Stadtbibliothek Nordhausen findet nach dem Schlummer der Corona-Jahre zu alter Stärke zurück. Für die kommenden Monate steht eine breite Palette an Veranstaltungen auf dem Kalender, die jetzt von Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel vorgestellt wurden…

Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel (Foto: nnz-Archiv) Bibliotheksleiterin Hildegard Seidel (Foto: nnz-Archiv)


In der Nordhäuser Stadtbibliothek ist wieder was los. „Wir sind zurückgekommen“, sagt die Leiterin Hildegard Seidel, man nähere sich inzwischen wieder dem Vor-Corona-Niveau an. „Bibliotheken sind heute auch Aufenthaltsorte. Wir haben fast jeden Tag Kinder und Jugendliche hier, die zum Beispiel Hausaufgaben machen. Außerdem sind die Schulen und Kindergärten wieder gut vertreten. Manchmal ist das fast schon ein bisschen zuviel aber unter dem Strich kann es natürlich nie genug sein“.

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In Größe und Ausstattung ist die Nordhäuser Stadtbibliothek die letzte ihre Art in der weiteren Region. In der Bildungsarbeit ist man denn auch im ganzen Landkreis aktiv, etwa über die „Leseäffchen“ oder das jüngst gestartete „Mentor“-Programm. „Die möglichst kostenfreie Teilhabe, das ist das wichtigste an der Bibliothek, also vor allem die Leseförderung. Das ist unser Credo und unsere Herausforderung“, sagt Seidel. Wer lesen kann, der wird ein Teil der Gesellschaft, das habe schon Luther vor 500 Jahren so gesehen. Just um Luther und seinen Verdienst um die deutsche Sprache dreht sich auch die aktuelle Sonderausstellung in der Flohburg. In deren Rahmen lädt die Bibliothek bereits heute Nachmittag ab 16 Uhr zu einem Vortrag, der sich mit den Frauen der Reformation befassen wird.

Mittwoch Mittendrin und mehr


Es gibt viele Wege, wie man den Mensch im Allgemeinen dazu bringen kann, sich dem geschriebenen Wort zuzuwenden. Unter den regulären Nutzern etwa wird die digitale Bibliothek, die „Onleihe“, immer beliebter und hat dem Nordhäuser Haus inzwischen tatsächlich einige Nutzer hinter den Grenzen des Kreises eingebracht. Den Nachwuchs versucht man mit diversen Aktionen und Veranstaltungen für das Lesen zu begeistern und von denen gibt es in den kommenden Wochen wieder eine ganze Menge.

Beliebt ist zum Beispiel die Reihe „Mittwoch Mittendrin“ der Kinderbibliothek. Pünktlich um 16 Uhr setzt man sich wöchentlich mit einem neuem Thema auseinander. Heute wird das, passend zur Luther-Ausstellung, ein Schreibworkshop rund um Feder und (Zauber-)Tinte sein.

Kommende Woche wird man sich in der „Code Week“ in Zusammenarbeit mit dem Schülerforschungszentrum der Hochschule mit „Sprache“ einmal anders befassen - es geht ums Programmieren.

Am 19. Oktober sind die “Leseratten“ zum Abschlussfest der Aktion aus den Sommerferien eingeladen. Als besonderen Gast freut man sich auf Jugendbuchautor Benedict Mirow der für seine Chroniken von Mistle End bekannt ist.

Eine Woche später erwartet man mit Ingrid Annel und ihrer fleißigen Gärtnerin Floriane Blütenblatt erneut Autorenbesuch und hofft auf viele junge Lesefreunde.

Was für den Nachwuchs der „Mittwoch Mittendrin“ ist, ist für den Literatur- und Kulturaffinen Mitmenschen das „Lesecafé“. Sigrun Reinhardt und Christel Laude stellen hier am 02. November ein Stück Musikgeschichte vor und beleuchten unter dem Motto “Musik der Träume Leben und Werk von Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Und schließlich, kurz vor dem Fest, am 07. Dezember, wird der Förderverein der Bibliothek in die Vergangenheit blicken und von Weihnachtsfesten vergangener Tagen erzählen.

Veranstaltungen zum Leseherbst



Soweit das „übliche“ Programm. Bis zum Ende des Jahres gibt es aber auch noch eine ganze Reihe weiterer literarischer Highlights vom Krimiabend über Politik und Zeitgeschichte, den zweiten Teil der „jüdisch-israelischen Kulturtage“ bis zu Lesungen, die auf vielfachen Besucherwunsch hin in das Programm aufgenommen wurden.

Oktober

Donnerstag | 06. Oktober | 19:30 Uhr
Ronald Lange: Harzhunde – Harzkriminacht

DER TOD KOMMT AUF LEISEN PFOTEN Was war das für eine Bestie? Das fragt sich Daniel Kranz, der nachts einem riesigen Wolf gegenübersteht. In letzter Sekunde entkommt er der Kreatur. War es Einbildung? Nein, die Risswunde an seiner Wade ist echt! Für Schafzüchter Thiele steht fest: Es sind Wölfe, die durch den Harz streifen und seine Tiere töten. Er macht die Wolfsexpertin Maria Hübner dafür verantwortlich. Privatdetektiv Stefan Blume steht Maria zur Seite. Dabei stößt er auf Spuren von Hunden, die zu Killern abgerichtet werden. Wenig später entdeckt jemand die Leiche einer Frau. Sie wurde von Raubtieren zerfleischt. 
Bürgerhaus I Stadtbibliothek Nordhausen | Ratssaal
Eintritt: 10 Euro


Donnerstag | 20. Oktober | 19:30 Uhr
Michael Lüders: Hybris am Hindukusch. Wie der Westen am Hindukusch scheiterte

Nach 9/11 stürzten die USA die Taliban in Kabul. Es war der Auftakt im «Krieg gegen den Terror». Allein in Afghanistan gab Washington dafür in 20 Jahren mehr als 2000 Milliarden Dollar aus. Doch jetzt sind die Taliban erneut an der Macht. Wie konnte es soweit kommen? Michael Lüders zieht eine schonungslose Bilanz des Desasters am Hindukusch und erklärt, warum der Westen dort scheitern musste.
Bürgerhaus I Stadtbibliothek Nordhausen | Ratssaal
Eintritt:15 Euro

Donnerstag | 26. Oktober | 19:00 Uhr
Siegfried Wittenburg: Zwischen Lüge und Zorn oder Die Kluft zwischen Lüge und Realität

Die Teilung Deutschlands, Europas und die bipolare Welt von 1945 bis 1989 hat Spuren hinterlassen, die unser heutiges Leben beeinflussen. Dieser Vortrag erzählt vom Leben der Menschen im „real existierenden Sozialismus“ östlich des Eisernen Vorhangs. Wie funktioniert eine Diktatur? Wie wirken die von staatlich kontrollierten Medien verbreiteten Lügen auf Menschen, die weder Rede- noch Meinungsfreiheit besitzen? Welche Auswirkungen haben diese auf das allgemeine Bewusstsein? Wo können sich die Menschen die notwendigen Informationen holen, die für die Orientierung im täglichen Leben notwendig sind? Wie fanden die Menschen einen Weg hinaus aus diesen Zwängen? Der Fotograf, Zeitzeuge und Autor Siegfried Wittenburg erzählt anhand eigener Fotografien aus seinem persönlichen Leben in einer Diktatur namens Deutsche „Demokratische Republik“, eingebettet im sowjet-russischen Herrschaftsbereich Moskaus. Eine Veranstaltung des Vereins Gegen Vergessen für Demokratie.
Eintritt ist frei

Freitag | 27. Oktober | 19:00 Uhr
Jüdische Kultur(en): Die USA – Die Südstaaten – ein Abend mit Musik und Vortrag
Anton Jakobowetz, Musik und Anton Hieke, Vortrag

Die USA waren immer schon auch Ziel der Auswandernden aus den jüdischen Gemeinden Deutschlands, nicht nur aus Thüringen. Auch in den Südstaaten mit ihrer besonderen Geschichte und Mentalität fanden sie eine neue Heimat. Was ist jedoch die jüdische Kultur in den Südstaaten? Dort gründete sich die erste Gemeinde schon 1733 (in Savannah, Georgia) und damit lange vor dem Bürgerkrieg. In Charleston, South Carolina, entstand die erste Reformgemeinde auf amerikanischem Boden. Kommen Sie mit auf eine faszinierende Reise durch den jüdischen Süden der USA.
Und, wie klingen die Vereinigten Staaten live? Lassen Sie sich angenehm überraschen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdisch-Israelischen Kulturtage. Er ist ein Angebot des Projektes „Jüdische Kultur(en)“ des Kulturrats Thüringen e.V. und der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Nordhausen. Eintritt frei. Um eine Spende wird gebeten.




November

Samstag | 12. November | 16:00 Uhr
Elli H Radinger: Abschied vom geliebten Hund- Trauern, loslassen, neuen Mut fassen.

Was Hunde über das Sterben und die Liebe lehren.
Als ihre Labradorhündin Shira starb und Elli Radinger ihre Trauer darüber öffentlich machte, erreichten sie tausende Nachrichten: Menschen aus aller Welt erzählten der bekannten Wolfs- und Hunde-Expertin von ihren alten, kranken oder verstorbenen Tieren. Von dem tiefen Kummer, der Verzweiflung und von ihrer Einsamkeit und Hilflosigkeit, weil der Schmerz um ein Tier oft nur begrenztes Verständnis im Umfeld findet. Elli Radinger möchte Betroffenen Kraft geben und sie vorbereiten, wenn sie für einen Hund sorgen, der bald sterben wird oder wenn sie um einen Hund trauern, der sie bereits verlassen hat. Der Abschied von einem Herzenstier muss nicht zwingend nur das Ende von etwas sein, es kann ein Anfang sein, auf jeden Fall aber kann es ein Geschenk sein. Elli Radinger zeigt, welche Stärke und Zuversicht darin liegt, wenn wir uns mutig auf dieses letzte Geschenk unseres Hundes einlassen, und was wir in den letzten Momenten des Lebens von unseren Tieren lernen können. Ein berührendes Buch für alle, die sich und ihren Tieren helfen wollen, Abschied zu nehmen, und ein herzerwärmender Begleiter durch die Traurigkeit und den Schmerz nach dem Tod des Tieres – bis hin zu neuem hoffnungsvollem Mut für das Weiterleben.
Bürgerhaus I Stadtbibliothek Nordhausen | Ratssaal
Eintritt: 10 Euro





Dezember

Samstag | 17. Dezember| 19:00 Uhr
Marion Mitterhammer: Die Dame mit dem Hündchen

„Die Dame mit dem Hündchen“ und andere winterliche Lieblingsgeschichten. Lesungen gibt es viele. Das Besondere an dieser Lesung ist das Persönliche: Die aus TV und Kino bekannte Schauspielerin Marion Mitterhammer liest vor Live-Publikum Erzählungen der Weltliteratur, die ihr persönlich sehr am Herzen liegen und die sie selber besonders mag: Allem voran eine Wintergeschichte des russischen Schriftstellers Anton Tschechow „Die Dame mit dem Hündchen“ – für Marion Mitterhammer eine der größten und wahrhaftigsten Liebesgeschichten überhaupt. Sie gibt dabei Einblicke in ihre ganz persönliche Beziehung zu den SchriftstellerInnen und ihren Werken. Es verspricht ein warmherzig unterhaltsamer, aber auch nachdenklicher Abend quer durch die Weltliteratur zu werden. Musikalisch und atmosphärisch begleitet wird Marion Mitterhammer vom Komponisten und Multiinstrumentalisten Matthias Müller, der in dem von Marion Mitterhammer produzierten kürzlich erschienenen Kinofilm „Taktik“ für die Filmmusik verantwortlich zeichnete.
Eintritt: 25 Euro
Autor: red

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