So, 17:08 Uhr
16.02.2025
Demokratiefest auf dem Rathausplatz
Ein Flackern im Schnee
Das Bündnis Nordhausen zusammen lud heute wieder auf den Rathausplatz zu Demokratiefest und Beisammensein. Die Botschaft ging buchstäblich im Schneegestöber unter, aber man harrte dennoch aus…
Als im Herbst 2023 die Nordhäuser Wähler den ersten OB-Posten für einen AfD-Kandidaten verhinderten, da war das auch ein Sieg für das damals eilig entstandene Bündnis Nordhausen zusammen. Viel Aufmerksamkeit gab es damals für die Stadt und ihre engagierten Bürger. Anfang 2025 schafft es die Stadt wieder in die Nachrichten, in den Tagesthemen wurde Nordhausen vergangene Woche der Titel AfD Hochburg verliehen.
Der Thüringer Norden also fest in der Hand des Rechtsrucks? Nicht ganz, Nordhausen zusammen gibt es immer noch, heute Nachmittag lud man unter dem Motto Lasst uns bunt und munter sein wieder auf den Rathausplatz. Bei Minusgrad und Schneegestöber verzeichnete man keine Besucherrekorde, aber es werden auch nicht deutlich weniger Menschen, die dem Ruf noch folgen. Von knapp 300 Teilnehmern sprechen die Organisatoren, zumindest zwischenzeitlich. Von einer spontanen Demonstration, wie es sie vielerorts in Deutschland in den zurückliegenden Wochen gab, habe man zu Gunsten des lange geplanten Festes abgesehen, sagen die Organisatoren von Nordhausen zusammen.
Wir wollten eine ruhige und friedliche Veranstaltung, die die Menschlichkeit feiert. Die Probleme die wir im Land haben sind vielfach punktuell, an sich funktioniert die Demokratie. An sich können wir friedlich miteinander leben, wenn wir die Menschlichkeit nicht zu kurz kommen lassen. Damit das nicht passiert, damit wir weiter beieinander stehen können und ein Land der demokratischen Vielfalt bleiben, dafür muss man kämpfen und dafür sind wir hier., sagt einer der Organisatoren am Rande.
Unter den Teilnehmern ist zu hören, dass auch die Gemeinschaft an sich wichtig sei, dass es gut sei zu sehen, dass man mit den eigenen Sorgen ob der gesellschaftlichen Entwicklung und Lage nicht alleine da steht und das Meinung nicht allein digital vertreten wird. Im Winter 2025 mag das Feuer nicht mehr lodern, aber es flackert noch, trotz Schneegestöber und Minusgraden. Man ist noch da.
Auf dem Programm stehen Musik und Redebeiträge, die übliche Kost zu derlei Gelegenheiten und ein kleine Kunstaktion. Mit bunter Kreide und der Kernbotschaft des Bündnisses sollte der Rathausplatz verziert werden. Dass die farbenfrohe Vielfalt alsbald von einer dicken Schicht reinweißen Schnees bedeckt wurde, mag wie ein Menetekel wirken. Wird die Metapher weiter gedacht, muss aber auch festgehalten werden: der Schnee wird schmelzen. Bleibt zu hoffen, dass die Botschaft darunter bis dahin erhalten bleibt.
Angelo Glashagel
Autor: redAls im Herbst 2023 die Nordhäuser Wähler den ersten OB-Posten für einen AfD-Kandidaten verhinderten, da war das auch ein Sieg für das damals eilig entstandene Bündnis Nordhausen zusammen. Viel Aufmerksamkeit gab es damals für die Stadt und ihre engagierten Bürger. Anfang 2025 schafft es die Stadt wieder in die Nachrichten, in den Tagesthemen wurde Nordhausen vergangene Woche der Titel AfD Hochburg verliehen.
Der Thüringer Norden also fest in der Hand des Rechtsrucks? Nicht ganz, Nordhausen zusammen gibt es immer noch, heute Nachmittag lud man unter dem Motto Lasst uns bunt und munter sein wieder auf den Rathausplatz. Bei Minusgrad und Schneegestöber verzeichnete man keine Besucherrekorde, aber es werden auch nicht deutlich weniger Menschen, die dem Ruf noch folgen. Von knapp 300 Teilnehmern sprechen die Organisatoren, zumindest zwischenzeitlich. Von einer spontanen Demonstration, wie es sie vielerorts in Deutschland in den zurückliegenden Wochen gab, habe man zu Gunsten des lange geplanten Festes abgesehen, sagen die Organisatoren von Nordhausen zusammen.
Wir wollten eine ruhige und friedliche Veranstaltung, die die Menschlichkeit feiert. Die Probleme die wir im Land haben sind vielfach punktuell, an sich funktioniert die Demokratie. An sich können wir friedlich miteinander leben, wenn wir die Menschlichkeit nicht zu kurz kommen lassen. Damit das nicht passiert, damit wir weiter beieinander stehen können und ein Land der demokratischen Vielfalt bleiben, dafür muss man kämpfen und dafür sind wir hier., sagt einer der Organisatoren am Rande.
Unter den Teilnehmern ist zu hören, dass auch die Gemeinschaft an sich wichtig sei, dass es gut sei zu sehen, dass man mit den eigenen Sorgen ob der gesellschaftlichen Entwicklung und Lage nicht alleine da steht und das Meinung nicht allein digital vertreten wird. Im Winter 2025 mag das Feuer nicht mehr lodern, aber es flackert noch, trotz Schneegestöber und Minusgraden. Man ist noch da.
Auf dem Programm stehen Musik und Redebeiträge, die übliche Kost zu derlei Gelegenheiten und ein kleine Kunstaktion. Mit bunter Kreide und der Kernbotschaft des Bündnisses sollte der Rathausplatz verziert werden. Dass die farbenfrohe Vielfalt alsbald von einer dicken Schicht reinweißen Schnees bedeckt wurde, mag wie ein Menetekel wirken. Wird die Metapher weiter gedacht, muss aber auch festgehalten werden: der Schnee wird schmelzen. Bleibt zu hoffen, dass die Botschaft darunter bis dahin erhalten bleibt.
Angelo Glashagel