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So, 16:45 Uhr
16.11.2025
Erinnerung an die Toten der beiden Weltkriege

“Was ist richtig, was ist falsch?”

In Deutschland wurde heute mit dem traditionellen Volkstrauertag an die Toten der beiden Weltkriege erinnert. Auch im Landkreis Nordhausen gab es Veranstaltungen. Eine ganz besondere jedoch in der St. Laurentius Kirche Sundhausen. Die nnz war am Nachmittag dabei…

Namen der Gefallenen (Foto: nnz) Namen der Gefallenen (Foto: nnz)
Nach einem einleitenden Glockengeläut begrüßte Diana Kupfer von der Kirchengemeinde die Gäste und freute sich über eine so volle Kirche. Viele Sundhäuser waren gekommen, um an diesem besonderen Sonntag dabei zu sein, wenn der alte, aber nun endlich neue Gedenkstein feierlich enthüllt werden kann, an dem die Namen der gefallenen Sundhäuser in den beiden Weltkriegen auf schwarzen Tafeln verewigt sind.

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Einer der Initiatoren und “Antreiber” der Aktion ist Alfred Krause. Gemeinsam mit Jens Mehler hatte er eine Spendenaktion ins Leben gerufen, in deren Ergebnis rund 5.000 Euro zusammenkamen. Es waren Firmen und Privatleute, die es möglich machen wollten, dass der alte Findling mit den mittlerweile unansehnlich gewordenen Inschriften wieder dem Anlass der Erinnerung gerecht werden sollte. Und sie schafften es, ohne staatliche Unterstützung.

Nachdenkliche Worte in der Sundhäuser Kirche (Foto: nnz) Nachdenkliche Worte in der Sundhäuser Kirche (Foto: nnz)
Diana Kupfer mahnte in ihren kurzen Worten, dass “wir die Toten nicht vergessen sollten, denn wenn keiner mehr an sie denkt, dann sind sie richtig tot.” Angesichts der aktuellen Situation in Europa fragte Frau Kupfer denn in die Zuhörerinnen und Zuhörer: “Tun wir immer das Richtige, was ist richtig, was ist falsch?

Das anschließende Gebet sprach der ehemalige Pfarrer der Sundhäuser Kirche, Peter Gerstenberger und Ortsteilbürgermeister Peter Grunwald ging in seinen nachdenklichen Worten sowohl auf die leidvolle Geschichte der beiden Weltkriege, als auch auf die aktuelle Situation in Europa ein. Die Epoche des Friedens sei seit 2022 vorbei, doch das müsse man nicht hinnehmen. Er mahnte zugleich an, dass nun endlich die Diplomatie zum Erfolg führen müsse.

Auf beiden Seiten des Findlings sind nun die Namen beider Weltkriegstoten eingetragen (Foto: nnz) Auf beiden Seiten des Findlings sind nun die Namen beider Weltkriegstoten eingetragen (Foto: nnz)
Besonders nachdenklich und still wurde es, als die Namen der gefallenen Sundhäuser verlesen wurden. Einige Familiennamen tauchten dabei mehrfach auf. Unvorstellbar damals das unendliche Leid, wenn Väter, Söhne oder Enkel nicht mehr aus dem Krieg zurückkamen. Musikalisch und gesanglich umrahmt wurde diese Feierstunde durch den Männergesangverein Sundhausen und einer Bläsergruppe des Südharzer Kirchenkreises.

Nach der Enthüllung der nun zwei Steinplatten, auf denen die Namen der Gefallenen zu lesen sind, legten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sowie viele Angehörige von Gefallenen Kränze und Blumen nieder. Das Kriegerdenkmal, das unter Denkmalschutz steht, wurde vom Steinmetzbetrieb Otto Hans rekonstruiert.

Kameraden der Feuerwehr legten einen Kranz für die Gemeinde nieder (Foto: nnz) Kameraden der Feuerwehr legten einen Kranz für die Gemeinde nieder (Foto: nnz)
Der Anlass für den Besuch in Sundhausen war heute wahrlich kein Lustiger. Aber er zeigt wieder einmal, dass die Gemeinschaft auf dem Lande noch funktioniert. Dort, wo sich die Menschen immer mal wieder “über den Weg” laufen, dort, wo Einzelne eine Idee haben, dann umsetzen, was letztlich dem Gemeinwohl und der eigenen Identität gut tut, das gilt es zu erhalten. In guten Zeiten und vor allen Dingen auch in weniger guten Zeiten.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
Anna Lüst
16.11.2025, 20:31 Uhr
Gut, dass es noch Patrioten gibt,
welche Traditionen und Erinnerung ehren.
Gut gemacht, Alfred Krause.
Wo soll denn die Stadt Nordhausen das Geld hernehmen?
Schließlich muss allein Zappelini mit 30.000 € gepampert werden.
Die eigene Geschichte ist doch unwichtig, oder?
Teja
16.11.2025, 20:37 Uhr
Richtig
Alle Opfer von Krieg und Vertreibung mahnen!!!
Nie wieder Krieg
Für Kriege gibt es keine Rechtfertigung,nur wie immer schreiben die sogenannten Sieger die Geschichte...
M. Bergmann
16.11.2025, 23:51 Uhr
Patrioten gegen Jugendarbeit?
Die Sache an sich und die Organisatoren haben meinen vollsten Respekt.

Das hier abermals wieder einmal Kommentatoren aus niederen parteipolitischen Gründen versuchen, solche Initiativen gegen aktuelle Jugendarbeit bei Zappelini auszuspielen zeigt, dass es sich bei denen um alles andere als um Patrioten handelt.
Selberdenker
17.11.2025, 00:11 Uhr
Was habt ihr plötzlich gegen Zappelini?
Ich finde nicht, dass man die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegen ein sinnvolles und angemessenes Gedenken an alle! Kriegsopfer ausspielen sollte!
Nordhausen hat nicht so sehr viele engagierte und attraktive Angebote für die Jugend. Zirkus Zappelini ist da wirklich absolut innovativ und vorbildlich. Und was die 30.000€ im Jahr angeht: Das ist weniger als ein mittelprächtiges Auto. Und dafür gibt es ein ganzes Jahr ein hochkarätiges Angebot für junge Leute aus allen Schichten der Gesellschaft und das für eine ganze Stadt. Sollte es uns das etwa nicht wert sein?
Selberdenker
17.11.2025, 00:47 Uhr
Wofür dankbar?
Also ich habe die Gedenktafeln nicht mit eigenen Augen gesehen aber auf den beiden Fotos, die es hier zu sehen gibt, stößt es mir schon sauer auf, dass dort von einer "dankbaren Gemeinde" die Rede ist.
Ist das wirklich ernst gemeint? Also zumindest aus heutiger Sicht? Wofür eigentlich dankbar? Das wäre doch eine Gelegenheit gewesen sich bei der Restaurierung dieses Denkmals auch mit dieser absurden Formulierung (Verirrung) auseinander zu setzen. Ist das wirklich nicht passiert oder wurde es einfach nur nicht kommuniziert? Weil ansonsten wären die 5000€ ziemlich schlecht investiert!
wissender
17.11.2025, 07:07 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bezug zum Artikel?
Totofino
17.11.2025, 07:56 Uhr
Fehlende Beteiligung der Stadt
Es war eine dem Anlass entsprechende würdige Veranstaltung, vielen Dank an die Initiatoren. Ein großer Teil der Sundhäuser Einwohner stand hinter der Initiative, was auch die große Beteiligung bei der Einweihung zeigt. Unverständlich war, dass kein Vertreter der Stadt Nordhausen bei der Veranstaltung anwesend war. Das zeigt das Desinteresse der Verwaltung der Stadt NDH an den Ortsteilen. Dabei sollte man auch wissen, der Eigentümer dieses Denkmals ist die Stadt NDH, auch wenn es auf Kirchengrund steht, meines Wissens hat sich die Stadt NDH noch nicht einmal finanziell an diesem Projekt beteiligt.
nur_mal_so
17.11.2025, 08:06 Uhr
Ich verstehe nicht ganz, warum man Patriot sein muss,
um der Gefallenen zweier Weltkriege zu gedenken oder gedenken zu dürfen. Ich halte es mit Oscar Wilde, nach dem Patriotismus die Tugend der Boshaften ist - was gleich im Folgenden bewiesen wird, wenn diese Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Sundhausen genutzt wird, um gegen eine seit den Neunziger Jahren etablierte Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit in Nordhausen zu feuern. Ein Zusammenhang, der sich mir nicht erschließt und wahrlich nur mit Boshaftigkeit herzustellen ist.
diskobolos
17.11.2025, 12:16 Uhr
Ein schwieriges Thema
Solche "Kriegerdenkmale" wurden ja nach dem 1. WK in fast allen Dörfern errichtet. Letzlich wurde also der Täter (die dann Opfer wurden) gedacht, die übrigen Opfer interessierten nicht. Frauen spielten z. B. nie eine Rolle.

Bei den Nazis wurde aus dem Volkstrauertag der Heldengedenktag und diente so der geistigen Vorbereitung des nächsten Krieges.

Die eigene Geschichte zu betrachten,ist schon wichtig, Anna. Aber dann bitte nicht einäugig . . .
Kobold2
17.11.2025, 15:25 Uhr
Erschütternd
wie man hier einen Veranstaltung missbraucht, um mit seiner Ideologie ein etabliertes Projekt für Kinder zu verunglimpfen. Beschämend auch die Reaktionen dazu.
An anderer Stelle wettert man dann gegen Kita und Schulschliessungen und fehlende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
Was stimmt mit euch nicht?
Lautaro
17.11.2025, 16:28 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Sorry, aber Zappelini ist nicht Thema des Artikels. Ich hätte das oben schon Sperren müssen.
Franz Haarkamm
17.11.2025, 18:23 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Sorry, aber Zappelini ist nicht Thema des Artikels. Ich hätte das oben schon Sperren müssen.
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