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Mo, 09:54 Uhr
02.02.2026
NUV appelliert an den Stadtrat

Das muss man sich erst einmal ausdenken

Im Hinblick auf die Sitzung des Nordhäuser Stadtrates am Mittwoch kommender Woche appelliert der Vorstand des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) an die Stadträte, ein deutliches Signal für die Anwendung des sogenannten “Bauturbos” zu senden...

Hintergrund sind Informationen, dass Teile der Stadtverwaltung dafür plädieren, die seitens der Wirtschaft seit langem geforderten Möglichkeiten, die die Bundesregierung jetzt eröffnet, in Nordhausen nicht nutzen zu wollen.

Zur Einordnung: Der „Bauturbo“ ist ein von der Bundesregierung beschlossenes Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus, das Planverfahren von Jahren auf Monate verkürzen soll, indem es bis Ende 2030 befristete Ausnahmen von Bauvorschriften ermöglicht. Kommunen können Genehmigungen für Wohnprojekte, Aufstockungen und Umnutzungen schneller erteilen, oft ohne langwierige Bebauungsplanänderungen.

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“Da hat die Bundesregierung nun schon die gesetzlichen Vorgaben für zügiges Bauen beschlossen und den Weg sowohl für kommunales und genossenschaftliches Wohnen sowie für private Investitionen auf dem Wohnungsmarkt frei gemacht, und dann kommt das Nordhäuser Rathaus mit einer Ablehnung. Das muss man sich erst einmal ausdenken”, zeigt sich Niels Neu als Vorstandsvorsitzender des NUV irritiert.

Aus Sicht des Unternehmerverbandes sollte die Kommune doch jegliche Investition in neuen modernen Wohnraum unterstützen. Niels Neu verweist dabei unter anderem auch auf die aktuelle Entscheidung der Bundeswehr, den Standort in Bad Frankenhausen mit bis zu 800 Soldaten aufzustocken. Das könnte auch Konsequenzen bis in den Landkreis Nordhausen hinein haben, denn in Bad Frankenhausen gibt es im Moment nicht genügend Wohnraum für die erwarteten Zeitsoldaten.

Im Hinblick auf mögliche Ansiedlungen im Industriegebiet, die durchaus im Hinblick auf erfolgte politische Weichenstellungen möglich sind, sei das Vorgehen der Verwaltung mehr als kontraproduktiv. Nordhausen muss hier als Oberzentrum in Vorleistung gehen und Wohnraum in allen Preiskategorien vorhalten. Statt des alleinigen pessimistischen Blicks auf die demografischen Zahlen gilt es, dem Einwohnerrückgang entgegen zu wirken und die Stadt für Investitionen und Zuzug attraktiv zu machen, statt mit Planvorgaben die Wirtschaft einzubremsen. Das hat schon beim Einzelhandelskonzept nicht funktioniert.

Am 23. Februar wird sich der Nordthüringer Unternehmerverband auf einer Veranstaltung mit dem zuständigen Minister Steffen Schütz und Vertretern der Bundeswehr speziell mit den künftigen Herausforderungen in Verbindung mit der Schaffung von moderner Infrastruktur und den zugehörigen Investitionen beschäftigen. Für den Mittwoch kommender Woche erwartet der NUV erst einmal positive Signale für die Zukunft Nordhausens seitens des Stadtrates.
Autor: red

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