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Mi, 14:36 Uhr
11.03.2026
Kripo ermittelt erneut

Todesdrohung gegen Landrat

Nach einer weiteren Todesdrohung gegen Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD) hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Das Schreiben ging im Landratsamt ein. Es steht im Zusammenhang mit einem umstrittenen Arbeitsmarktprojekt des Landkreises für junge Bürgergeldempfänger...

Landrat Matthias Jendricke wurde erneut heftig bedroht.  (Foto: oas) Landrat Matthias Jendricke wurde erneut heftig bedroht. (Foto: oas)
Wie Polizeisprecherin Vanessa Lundershausen am Mittwoch gegenüber nnz-online sagte, ermittelt die Nordhäuser Kriminalpolizei seit Mitte Februar wegen Bedrohungen, die sich gegen den Landrat richten. Dabei handelt es sich erneut um ein Schreiben, das im Landratsamt Nordhausen eingegangen ist. Einzelheiten zu dessen Inhalt wollte die Sprecherin „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht nennen. Man prüfe derzeit alle Ermittlungsansätze, bislang gebe es jedoch noch keine Ergebnisse.

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Bereits Ende vergangenen Jahres musste sich die Nordhäuser Polizei mit einem ähnlichen Fall befassen. Auch damals ging es um ein Schreiben, das im Landratsamt eingegangen war und in dem der Landrat bedroht wurde. Dieser Fall liegt inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und wird dort geprüft.

Wie Staatsanwaltschaftssprecher Dr. Benedikt Dietmar Ballhausen mitteilte, wird in diesem ersten Fall derzeit gegen Unbekannt ermittelt. Der Absender des Schreibens sei nicht mehr erkennbar. Sollte dieser nicht ermittelt werden können, müsse das Verfahren eingestellt werden.

Der aktuelle Fall sei jedoch deutlich schwerwiegender, so der Behördensprecher. Hier ermittelt derzeit noch das Staatsschutzkommissariat.

Da dem aktuellen Schreiben eine Kopie einer Pressemeldung beigefügt war, in der die von Jendricke initiierte Aktivierungsmaßnahme für junge Bürgergeldempfänger thematisiert wird, sei der Zusammenhang zu diesem Thema „gänzlich klar“, sagte Jendricke gegenüber nnz-online.

Bereits das erste Drohschreiben nahm teilweise ausdrücklich Bezug auf das Projekt, mit dem junge Bürgergeldempfänger zur Aufnahme von Arbeit bewegt werden sollen. Wer nicht zur Arbeit beim Horizont-Verein erscheint, bei dem klingelt der Vollzugsdienst des Landkreises und nimmt die Jugendlichen mit und bringt sie zur Arbeit. Wer nicht mitwirkt, dem drohen Leistungskürzungen. Die Herangehensweise ist auch innerhalb der SPD nicht unumstritten.

Jendricke sagte gegenüber nnz-online, dass er seit dem Start des Projekts zahlreiche Zuschriften aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten habe. Die meisten Rückmeldungen seien jedoch positiv. Unterstützung bekomme er unter anderem auch aus dem sogenannten "Seeheimer Kreis" innerhalb der SPD. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Bundestagsabgeordneten der Partei, der als konservativerer Flügel der SPD gilt.

Ein kleiner Teil der Zuschriften falle jedoch negativ aus. Zwei Schreiben hätten dabei eine deutliche Grenze überschritten, weshalb er Anzeige erstattet habe. „Ich lasse mich davon aber nicht einschüchtern“, sagte Jendricke. Die Maßnahme sei rechtmäßig. Am heutigen Abend will sich der Nordhäuser Landrat in der MDR-Sendung „Fakt ist!“ der Diskussion stellen. In der Talkrunde unter dem Titel „Bürgergeld geht – Grundsicherung kommt – Probleme bleiben?“ sprechen Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie aus den Sozialverbänden über die Folgen der Reform.

Der Bundestag hatte zuletzt die Grundsicherung beschlossen, die ab Juli schrittweise eingeführt werden soll. Vorgesehen sind unter anderem strengere Sanktionen, geringeres Schonvermögen und ein stärkerer Fokus auf die Vermittlung in Arbeit. Auch deshalb sieht Jendricke sein Projekt auf dem richtigen Weg.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Echter Sundhäuser
11.03.2026, 16:05 Uhr
Naja
Der oder die Täter dürften wohl dem Bürgergeldempfängermilieu zuzuordnen sein.
Das grenzt die Suche schon mal ein.
Hahaha
helm
11.03.2026, 17:16 Uhr
Todesdrohung,
Sundhäuser hat es es erkannt und ich vermute es auch.
Hoffe,das der "Drohende" bald ausfindig gemacht werden kann!
(das Ha Ha Ha ist unangebracht ! )
icke58
11.03.2026, 17:36 Uhr
Zum Landrat
Genau richtig was er macht müste noch schneller gehen mit Geldentzug...Und wenn Ich dann lese in der eigenen Partei Diskussions würdig die sollten sich mal das Wahlergebnis in Würtenberg ansehen die SPD lernt es einfach nicht..Glaube in 14.Tagen gibts die nächste Abrechnung in Rhainland Pfalz..Nur noch Kopf schütteln arme SPD...Habe fertig!!!!
Alex Gösel
11.03.2026, 18:17 Uhr
Pfui!
Eine (Todes)Drohung gegen einen Menschen oder Politiker, egal welcher Ausrichtung und Coleur, geht absolut gar nicht, egal, wie man zu dem steht und was man zu dem Politiker zu sagen hat!

Weiterhin geht aber auch das chauvinistische Gehetze, wie es die Vorkommentatoren hier tun, absolut nicht und gehört eigentlich bestraft oder zumindest gesperrt, aber wir leben ja in einem RECHTSstaat! Übrigens: Eine funktioierende, starke Demokratie müsste doch die paar "Arbeitsfaulen" aushalten, oder? So wie wir auch die Kommentare hier aushalten müssen, oder?

Mich würde es auch nicht wundern, wenn der oder die Täter aus einer ganz anderen Ecke kommen würden. Nur um abzulenken oder ähnliches.
Wanderwölfin
11.03.2026, 18:47 Uhr
Drohung mit dem Tod
Traurig, dass es so etwas gibt. Aber auch damals gegen Herrn Prophet. Die Handschrift an der Strassenbahn kenne ich, denn damit wurde vor vielen Jahren ein Bus in Niedersachswerfen beschmiert.
franz1985
11.03.2026, 19:35 Uhr
Solche Drohungen
kann man lassen und da ist eine Grenze
deutlich überschritten. Das Projekt ist an sich kein schlechter Gedanke, jedoch mit einem bitteren Beigeschmack.
Dieser Verein der das Projekt durchführt steht finanziell nicht gerade gut da. Zufälligerweise ist der Landrat und der Geschäftsführer des Vereins seit vielen Jahren in der selben Partei und ausgerechnet in diesem Zusammenhang sollen 150.000 € zur Verfügung gestellt
werden. Auf nicht wirkt das ganze Projekt
herbeigeführt um dem Horizont Geld
zuzuspielen.
P.Burkhardt
11.03.2026, 22:40 Uhr
insgesamt geht es wohl darum...
...junge Leute in Arbeit zu bringen. Wenn man jung ist, wenig Geld hat, dann sind zwar die Wünsche groß, aber die Ansprüche gering...

Ich meine, dass der Antritt des Landrates darin liegt, den jungen Leuten zu zeigen, dass es sich lohnt, den Hintern in Bewegung zu versetzen, dann zu merken, dass es ja auch noch sinnvoll sein kann, nicht auf der Couch zu lümmeln und vielleicht findet der Eine oder Andere auch noch Spaß daran...beginnt eine Ausbildung und wird am Ende ein nützlicher Teil unserer Gesellschaft.... was nebenbei der Öffentlichkeit auch noch Geld spart...

Ich glaube, das war das Ziel des Landrates ... und nicht die Finanzierung eines Vereins... das ist unfundiertes (vielleicht böswilliges) Gerede, liebe Vorkommentator.

Ich finde es gut und richtig, dass die Drohungen ernst genommen und verfolgt werden.
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