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Mo, 12:15 Uhr
30.03.2026
Unternehmerverband kritisiert Nordhausen

NUV: Stadt zeigt zu wenig Einsatz

Der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV) sieht deutlichen Nachholbedarf bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Nordhausen. Nach Ansicht des Verbandes fehle es seit längerer Zeit an ausreichend sichtbaren Bemühungen, den Standort für Investoren attraktiv zu gestalten. Die Diskussion um den Bauturbo sei das beste Beispiel...

Im Sommer 2025 wurde eine Task-Force gegründet. Von links: NUV-Chef Neu, MdL Gerbothe, Ministerin Boos-John, Silke Hesse und MdB Gregosz (Foto: NUV) Im Sommer 2025 wurde eine Task-Force gegründet. Von links: NUV-Chef Neu, MdL Gerbothe, Ministerin Boos-John, Silke Hesse und MdB Gregosz (Foto: NUV) Wenn sich Regionen, Landkreise oder Kommunen um Neuansiedlungen, um Investitionen, sprich: um ihre eigene Entwicklung bemühen, dann sollten sie aus Sicht des Vorstandes des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) durchaus attraktiv für mögliche Investoren sein. „Wir wollen es ganz einfach ausdrücken, sie müssen die Besten im Wettbewerb mit anderen Regionen sein“, sagt NUV-Vorstandsvorsitzender Niels Neu in einer Pressinformation.
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All dieses Bemühen, all dieses Werben vermisst der NUV in Nordhausen. Und das nicht erst seit kurzem, sondern seit vielen Monaten, wenn nicht seit Jahren. Statt positiver Nachrichten kommen die Botschaften aus Neueintragungen im Insolvenzregister oder aus den Medien. „Erst aktuell hat eine weitere, eine traditionsreiche Tiefbau- und Elektrofirma aus Nordhausen Insolvenz anmelden müssen, stehen Einkaufs- und Verbrauchermarktstandorte zur Disposition. Reaktionen darauf aus dem Rathaus? Fehlanzeige“, so Neu weiter.

Das teils unverständliche Verwaltungshandeln in Nordhausen wurde jüngst auch laut NUV durch den fragwürdigen Umgang mit einem erfolgreichen Sportverein sowie dem Team einer beliebten MDR-Fernsehsendung durch das Rathaus öffentlich dokumentiert. Neben den Mitgliedern des Unternehmerverbandes reiben sich laut Neu auch Stadträte die Augen und scheinen die kleine kommunale Welt im Nordhäuser Rathaus nicht mehr zu verstehen. "Die Bundesregierung hat mit der Änderung im Baurecht, dem Bau-Turbo, den Kommunen zusätzliche Spielräume im Planungs- und Genehmigungsrecht eröffnet. Umso bedauerlicher ist es, dass die Anwendung dieses Instruments in Nordhausen aktuell als nicht umsetzbar eingeschätzt wird. Aus unserer Sicht sollte daher geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt, die vorhandenen Spielräume dennoch bestmöglich zu nutzen", stellt Vorstandskollegin Carina Schmidt-Pförtner fest.

Doch aus Sicht des NUV kommt es noch schlimmer: Nach berechtigter Kritik aus dem Stadtrat präsentiert die Verwaltung um Oberbürgermeister Buchmann der Öffentlichkeit weitere Leitlinien, die den „Bau-Turbo“ weitestgehend nicht zur Anwendung bringen können.

Auch in einem Gespräch mit dem Chef der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), Andreas Krey, zu aktuellen Aktivitäten der LEG Thüringen hinsichtlich des Industriegebiets Goldene Aue wurde die Nichtanwendung des „Bau-Turbos“ thematisiert. Krey äußerte gegenüber dem NUV-Vorsitzenden große Bedenken, wenn „ein Instrument, das den Verwaltungen mehr Spielraum und schnelleres Handeln ermögliche, keine Anwendung fände.“ Insbesondere für Investoren halte Krey den „Bau-Turbo“ für durchaus förderlich.

Der NUV fordert die Verwaltung auf, das Bild vom Oberzentrum in der Öffentlichkeit nicht weiter durch Untätigkeit zu demontieren. Und noch schlimmer, einzelne Stadträte (Bürgerliste Südharz und Bündnisgrüne) des Stadtrates scheinen die Interessenlosigkeit der Verwaltung nicht nur zu unterstützen, sondern spielen Menschen in der Rolandstadt gegeneinander aus, indem sie sie in Kategorien “Reich” und “Nicht reich” einteilen.

An der vertrackten Situation um das Gebiet “Seelano” ist das ausgiebig zu beobachten. Dazu der NUV-Vorstand: “Es sind Nordhäuser Investoren, die Geld in die Hand und Risiken auf sich genommen haben, um im Süden der Stadt ein attraktives Wohngebiet zu schaffen. Was ist daran schlimm? Der Stadtrat hatte bereits für die Umwidmung gestimmt unter der Bedingung der Errichtung eines Campingplatzes und der Vorhaltung eines öffentlichen Zugangs zum See. Beides würde zusätzliche Investitionen auf der einen und einen Mehrwert für die Stadt Nordhausen auf der anderen Seite bedeuten.

“Das, was zum Beispiel Axel Heck und Silvio Wagner in den zurückliegenden Jahrzehnten für das Stadtbild geleistet haben, das kann sich durchaus auch überregional sehen lassen. Beispiele hierfür findet man bei den Studentenwohnungen am Taschenberg, den Wohn-und Geschäftsräumen in der Grimmelallee und dem Wohngebiet in Nordhausen Nord. Und ja, sie haben dabei auch Geld verdient, Geld, das mehrfach versteuert wurde”.

Sollte es im Nordhäuser Rathaus keine Umkehr in der Wirtschaftspolitik geben, dann wird es in den nächsten Jahren einen signifikanten Einbruch in der Gewerbesteuergeben. Noch klingelt der Euro in der Stadtkasse, doch diese Zeiten sind dann vorbei. Noch kann aus Sicht des NUV gegengesteuert werden, doch dazu brauchte es im Rathaus des Oberzentrums mindestens einen kompetenten Ansprechpartner, der sich um die Außenwirkung des kommunalen Handelns kümmert.
Autor: red

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Kommentare
KeinKreisverkehr
30.03.2026, 15:04 Uhr
Seelano und Bautorbo vermischt
Nordhäuser Unternehmer mit dickem Geldbeutel machen Werbung für die Akzeptanz Ihrer Privatinsel und schießen gleichzeitig gegen Parteien welche die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter wachsen sehen wollen.

Mich würde Mal interessieren wer von den anwesenden da gerade ein Haus gebaut hat und persönlich befangen ist?

Mehr Geld für die Region gibt's auf jedenfall nicht wenn dort keine Touristen einkehren sondern nur ein paar reiche Ihre mit 2. Und 3. Wohnung.
Pascal.Leibbrandt
30.03.2026, 15:13 Uhr
Berechtigte Anliegen oder Zuspitzung?
Die Stellungnahme des Nordthüringer Unternehmerverbandes enthält berechtigte Anliegen – etwa den Wunsch nach einer starken wirtschaftlichen Entwicklung für Nordhausen. In ihrer Zuspitzung wird sie der Realität unserer kommunalpolitischen Arbeit jedoch nicht gerecht.

So entsteht der Eindruck, es fehle grundsätzlich an Engagement für den Standort. Tatsächlich wird im Stadtrat und in der Verwaltung kontinuierlich an der Weiterentwicklung gearbeitet – oft weniger öffentlichkeitswirksam, dafür aber mit dem Anspruch, tragfähige und rechtssichere Lösungen zu schaffen. Wirtschaftsförderung besteht nicht nur aus Geschwindigkeit, sondern auch aus Verlässlichkeit, Infrastruktur, Fachkräftesicherung und einer funktionierenden Stadtgesellschaft.

Auch die Kritik an der Nichtanwendung des sogenannten „Bauturbos“ greift zu kurz. Dieses Instrument mag zusätzliche Spielräume eröffnen, ersetzt aber nicht die notwendige Abwägung vor Ort. Jede Kommune muss prüfen, ob und wo beschleunigte Verfahren sinnvoll sind – insbesondere mit Blick auf langfristige Stadtentwicklung, Umweltaspekte und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Eine pauschale Anwendung wäre weder verantwortungsvoll noch zielführend.

Was wir tun, ist darauf zu achten, dass städtebauliche Entwicklungen nicht einseitig wirken, sondern möglichst vielen Menschen zugutekommen. Das ist keine Spaltung, sondern ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Kommunalpolitik.

Nordhausen braucht Investitionen – darin sind sich alle einig. Aber Attraktivität entsteht nicht allein durch Tempo oder möglichst weitgehende Deregulierung. Sie entsteht durch kluge Entscheidungen, Planungssicherheit und eine Entwicklung, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Interessen zusammenführt.
Hayden 69
30.03.2026, 15:27 Uhr
Keinkreisverkehr
Lese ich da eventuell etwas Neid heraus, der NUV hat ganz recht und blickt ,eventuell im Gegensatz zu ihnen, über den Tellerrand hinaus.
NUV
30.03.2026, 16:02 Uhr
Bau-Turbo zur Klarstellung @keinKreisverkehr
Keiner der Vorstandsmitglieder des NUV hat an benanntem Baugebiet Seelano ein Grundstück. Vielmehr geht es dem NUV um eine sachliche Debatte für die Region im Sinne der Sache.

Nordthüringer Unternehmerverband
KeinKreisverkehr
30.03.2026, 16:18 Uhr
@NUV
Ich sprach übrigens nicht nur von Vorstandsmitgliedern. Sondern allen. Dass die 3 Vorstandsmitglieder keine Grundstücke haben würde ich ja sogar glauben. Aber so ein Verband besteht nun mal nicht nur aus den Vorständen.

Zum Glück muss man in den letzten Jahren nur Mal dort entlang spaziert sein und die Klingelschilder gelesen zu haben um die Befangenheit zu erkennen. Da liest, bzw las man nämlich allerhand bekannter Namen. ;)
Nörgler
30.03.2026, 16:45 Uhr
@Kreisverkehr und alle anderen Neider
Im Unternehmerverband sind nun mal Unternehmer organisiert und in der "Kleinen Freiheit" nun mal eher nicht. So ist das im Leben. Die, die Unternehmer sind, haben zum größten Teil (aufgrund ihres Alters) nach der Wende die Chance erkannt und ihr Unternehmen aufgebaut. Diese Möglichkeit hatten alle, auch "Kreisverkehre". Scheinbar hat der kleine Keinkreisverkehr keinen Bock auf Leistung, auf Anstrengen oder Risikeneingehen gehabt. Und so inspiziert er denn die Klingelschilder, schreibt fleißig Namen auf und... vielleicht sollte man den Kapitalisten, die die Erde in den Klimatod treiben, mal einen Besuch abstatten? Kommt mir alles bekannt vor. Muss aber nicht so sein - dafür ist es auf jeden Fall einfach erbärmlich.
Lautaro
30.03.2026, 17:00 Uhr
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ThorsHammer
30.03.2026, 17:12 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Hayden 69
30.03.2026, 17:15 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
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