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Di, 15:00 Uhr
24.03.2026
Nach Todesfall

Ärzte-Ehepaar sichert Versorgung für Patienten

Der Tod ihrer Hausärztin Dr. Antje Hagen hat viele Patienten verunsichert. In Sundhausen finden sie nun eine neue Anlaufstelle bei dem Ärzte-Ehepaar Mociran. Es setzt alles daran, die Versorgung aufrechtzuerhalten…

Mihai und Irina Mociran betreuen in ihrer Landarztpraxis in Sundhausen auch die Patienten der verstorbenen Dr. Antje Hagen. (Foto: ssc) Mihai und Irina Mociran betreuen in ihrer Landarztpraxis in Sundhausen auch die Patienten der verstorbenen Dr. Antje Hagen. (Foto: ssc)
Die Treppen vor dem roten Backsteinhaus sind neu, ebenso die weißen Sprossenfenster und die Solaranlage auf dem Dach: „Wo Vertrauen wächst, da entsteht Gesundheit“, steht im Eingang der neuen Landarztpraxis in Sundhausen. Hausärztin Irina Mociran hat sich hier in der Giekersgasse 14 ihren Traum erfüllt. Die modernen Räume sind nun auch eine Anlaufstelle für viele Nordhäuser. Denn Irina Mociran und ihr Mann Mihai Mociran wollen dort auch die Patienten der Nordhäuser Hausärztin Dr. Antje Hagen betreuen. Diese war nach kurzer, schwerer Krankheit im Dezember vergangenen Jahres unerwartet gestorben.
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Aufreibende Wochen und Monate für Medizinerpaar .
Im Februar eröffnete die Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin im Schreiberschen Rittergut ihre Landarztpraxis. In dem früheren Pferdestall entstanden neben einem Labor, ein Funktionsraum und einem Ultraschallzimmer drei Behandlungszimmer: eines für die 40-jährige Irina Mociran, eines für ihren Mann Mihai Mociran und eines für Antje Hagen. Doch die beliebte Hausärztin konnte ihre Arbeit dort nie aufnehmen.
In dem Backsteinhaus befindet sich die Landarztpraxis in Sundhausen. (Foto: ssc) In dem Backsteinhaus befindet sich die Landarztpraxis in Sundhausen. (Foto: ssc)

Bis zu ihrem Tod führte die Allgemeinmedizinerin Hagen in der Oskar-Cohn-Straße in Nordhausen eine gut etablierte Hausarztpraxis mit rund 1200 Patienten. Mihai Mociran, Urologe, war dort angestellt und absolvierte seine Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner. „Ich konnte mir keine bessere Chefin vorstellen“, sagt der 39-Jährige, der zuvor viele Jahre am Südharz-Klinikum arbeitete, unter anderem fast drei Jahre als Oberarzt in der Urologie. Mociran und Hagen arbeiteten eng und vertrauensvoll zusammen.

Nicht erfolgte Praxisübergabe
Der Plan war klar: Nach Abschluss seiner Facharztausbildung im April sollte Mihai Mociran die Praxis und damit auch den Kassensitz von Antje Hagen übernehmen. Sie selbst wollte anschließend im Angestelltenverhältnis in der Landarztpraxis in Sundhausen noch stundenweise weiterarbeiten. Doch dazu kam es nie. Ihr plötzlicher Tod zwang das Ehepaar zum Umdenken.  

Übergangslösung für die Patienten 
Initial erfolgte die Weiterführung der Praxis durch die sogenannte Notbeauftragung durch Irina Mociran. Doch konnte die Praxisübergabe so wie geplant nicht stattfinden. Die Gründe hierfür liegen laut Mocirans in persönlichen Entscheidungen innerhalb der Erbengemeinschaft. „Uns war und ist wichtig, dass wir die Patienten von Antje Hagen weiterhin gut betreuen“, sagt Irina Mociran. Dafür haben sie als Ärzte und das gesamte Team in den vergangenen Monaten viele zusätzliche Stunden geleistet.

Patienten werden in Sundhausen betreut
Das Ärzte-Ehepaar steht täglich in Kontakt mit den beiden Arzthelferinnen Anja Lehmann und Stefanie Große, die in der Oscar-Cohn-Straße die Stellung halten. „Auch jetzt ist die Praxis von Antje Hagen nicht vollständig geschlossen. Beide Arzthelferinnen sind weiterhin telefonisch erreichbar und geben Patientenakten aus. Die Abwicklung der Praxis soll noch vermutlich bis zur Jahresmitte erfolgen“, erklärt Irina Mociran.

Mihai Mociran führt seit dem 23. Februar seine ärztliche Tätigkeit in Sundhausen fort. „Jeder, der möchte, kann gern in unsere Praxis kommen“, sagt er. Auch organisatorische Hürden sollen kein Problem sein: „Die Patientenakten holen wir, wir regeln alles.“ Auch Hausbesuche für ältere Patienten werden weiterhin angeboten.

Durch die besondere Situation und die kommissarische Leitung seien die beiden Praxis-Teams noch enger zusammengewachsen. Zum 1. April wird deshalb auch Schwester Stefanie Große in Sundhausen anfangen. Mit steigender Patientenzahl benötigt die Praxis zusätzliche Unterstützung im medizinischen Bereich. „Unser Wunsch ist, das Team zu vervollständigen“. Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch der fehlende Kassensitz. „Ein Kassensitz finanziert in der Regel einen Arzt und etwa zwei bis drei medizinische Fachangestellte“, erläutert Irina Mociran. Das Ehepaar hofft nun auf eine baldige Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Praxis in Sundhausen ist montags bis mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet, dienstags zusätzlich von 14 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr.
 Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
P.Burkhardt
24.03.2026, 19:43 Uhr
Respekt !
Es ist bewundernswert, wenn sich Ärzte auf dem Land niederlassen - obwohl sie in einer Großstadt mehr verdienen könnten. Ich denke, dass die Anzahl der (für Ärzte) lukrativen Privatpatienten in Sundhausen eher beschränkt ist. Ein Punkt mehr, der für das Ärztepaar spricht. Wir brauchen viel mehr davon ! Ich wünsche viel Erfolg beim Erwerb des Kassensitzes... das ist ein Thema für sich, aber in Sundhausen vielleicht mit größerer Wahrscheinlichkeit möglich als in einer Großstadt. Viel Erfolg dabei ... und bei der Umsetzung von EPA, EBrief und ERezept, von ganzem Herzen !
Kobold2
25.03.2026, 08:06 Uhr
Respektlos
sind für mich auf jeden, Fall die negativen Reaktionen unter dem, Eingangskommentar. Da ist man Wirklich fassungslos, was in manchen Köpfen hier vorgeht. Kein Wunder, wenn sich die Region weiter abhängt. Die Sundhäuser und die bisherigen Patienten und Angestellten der Praxis wird es trotz dieser Reaktionen freuen, daß dieses Paar die Initiative ergreift.
netzonk
25.03.2026, 09:41 Uhr
Vielen Dank
Ich war von Anfang an Patient von Frau Dr. Hagen und immer sehr zufrieden.
Bin immer noch traurig, aber es muß ja weitergehen mit der hausärztlichen Betreuung.
Das Herr Dr. Mociran uns Patienten nahtlos übernimmt ist für mich sehr beruhigend.
Gerade in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich!

Glückwunsch zur Praxiseröffnung und ich bin sehr dankbar für das Arrangement von Frau und Herr Dr. Mociran.

Grüße U.Hornemann
Totofino
25.03.2026, 09:52 Uhr
Ein Glück für die Patienten
aus Sundhausen und vielen aus der Umgebung, dass Frau Dr. Mociran die alte Praxis übernommen hatte und nun in der wunderbar gelungenen neuen Praxis gemeinsam mit ihrem Mann die Patienten betreut.
Eine Selbstverständlichkeit ist das außerhalb von Städten nicht.
Viel Erfolg bei der Zuerkennung des Kassensitzes.
RWE
25.03.2026, 09:52 Uhr
Kobold2
Glücklicherweise gibt es hier keine negativen Kommentare.
Kobold2
25.03.2026, 10:34 Uhr
Ich schrieb
Ja auch von Reaktionen und nicht von Kommentaren.... Den Unterschied scheinen mehrere Leser nicht zu kennen, wie man an den Reaktionen zu ihrem Kommentar sehen kann.
Lautaro
25.03.2026, 13:43 Uhr
Ähm....RWE, der Herr Kobold hat recht !
Den kleinen Seitenhieb im vorletzten Satz hätte sich der ,sonst vom mir geschätzte, P.Burkhardt sparen können.
Wir sollten für jeden neuen Hausarzt einen Altar errichten ! Sehen Sie sich die bundesweiten Zahlen einfach an !
RWE
25.03.2026, 14:12 Uhr
Natürlich sollten wir sollten für jeden neuen Hausarzt (und nicht nur die ) einen Altar errichten !
Und ich kann immer noch keine Reaktion in den Kommentaren erkennen, die etwas anderes behaupten.
Oder sollte tatsächlich jemand Atemluft wegen der Daumen hoch bzw. Daumen runter Reaktionen verschwenden?
P.Burkhardt
25.03.2026, 17:57 Uhr
suche gerade den...
...angesprochenen "Seitenhieb im vorletzten Satz" meines obigen Kommentares 🔬....

Ich wollte doch nur herausstellen, wie wenig selbstverständlich es für Ärzte ist, sich abseits der florierenden Regionen nieder zu lassen. Um das zu untermauern habe ich ein paar offensichtliche Gründe für die Unvorteilhaftigkeit einer Landarztpraxis im Vergleich mit einer Praxis bspw. in Hamburg, Erfurt oder Leipzig angeführt.

Die Einkünfte einer Arztpraxis hängen neben der Anzahl der Patienten eben auch von deren Einkommen hab: Art der Versicherung ist einkommensabhängig, kostenpflichtige Zusatzleistungen (IGEL) können nur erfolgreich angeboten werden, wenn sie der Patient auch bezahlen kann...sogar Praxiszeiten können sich danach richten, wie flexibel die Jobs der Patienten sind... und die Einkommen in den Ballungszentren sind nun mal (unbestritten) höher...

Umso mehr ist das Engagement des Paares in Sundhausen wert zu schätzen - mehr wollte ich nicht ausdrücken....und schon gar nicht für eine solche Diskussion sorgen.
Wanderwölfin
25.03.2026, 18:43 Uhr
Landärzte
Gut, dass die Hausarztpraxis weiter geht. Meine Hausärztin schloss plötzlich ihre Praxis und es wurde einem eine andere übergestülpt.
habauchwaszusagen
25.03.2026, 18:46 Uhr
Privatpatienten
Die Anzahl der Privatpatienten, die ein Arzt versorgt, egal ob Stadt oder Land, hängt doch wohl eher mit der fachlichen Qualifikation und der Sympathie zusammen.

Nur ist die potenzielle Anzahl natürlich in den westlichen Großstädten höher 😉
P.Burkhardt
25.03.2026, 21:17 Uhr
Übergestülpt ?
Sie wissen schon, dass Sie freie Arztwahl haben, Wanderwölfin ? Das ist etwas anders als bei Autoversicherungen mit Werkstattbindung (sry)....Versuchen Sie es doch mal in Sundhausen 😉...
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