Mo, 14:29 Uhr
15.06.2026
Veranstaltung in Nordhausen
Gedenken an die Opfer des SED-Unrechts
Thüringen gedenkt kommenden Mittwoch in Nordhausen der Opfer des SED-Unrechts. Ministerpräsident Mario Voigt und Landtagspräsident Thadäus König sprechen beim zentralen Gedenkakt im Bürgerhaus...
Der Freistaat Thüringen gedenkt am Mittwoch (17. Juni) in Nordhausen der Opfer des SED-Unrechts mit einer Gedenkveranstaltung. Auf eine Kranzniederlegung um 13 Uhr auf dem Rathausplatz mit einer Ansprache des Nordhäuser Oberbürgermeisters Kai Buchmann (parteilos) folgt ein Gedenkakt im Bürgerhaus der Stadt Nordhausen. Dort sprechen Landtagspräsident Dr. Thadäus König, Ministerpräsident Mario Voigt und der Thüringer Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Peter Wurschi. Anschließend lassen Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen mit der ehemaligen Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke die Erinnerung an Otto Reckstat, einen Protagonisten der Proteste in Nordhausen, aufleben.
Landtagspräsident Dr. Thadäus König: Am 17. Juni 1953 legten Männer und Frauen in mehr als 700 Städten und Gemeinden ihre Arbeit nieder und beteiligten sich an Demonstrationen und Streiks. Über eine Million Bürger erhoben ihre Stimme. Unter ihnen war auch der Nordhäuser Gewerkschafter Otto Reckstat mit 16 Forderungen für Reformen und Verbesserungen. Dafür bestrafte ihn der SED-Unrechtsstaat mit acht Jahren Zuchthaus. Wenn wir an den 17. Juni erinnern, gedenken wir auch derjenigen, deren Namen nicht überliefert sind: die Streikenden im Schlepperwerk, ihren besorgten Familien und den unzähligen überwachten, verhörten und drangsalierten Menschen.
Die Aufstände vor 73 Jahren wurden zwar niedergeschlagen, doch blieb etwas Bemerkenswertes: Für einen kurzen Moment hatten Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie nicht allein waren und dass andere ihre Sorgen teilten. Sie hatten erfahren, dass aus vielen einzelnen Stimmen eine gemeinsame werden konnte, und sie hatten erlebt, dass man eine Diktatur zum Wanken bringen kann, wenn man entschlossen handelt. Eine Erfahrung, die sich während der Friedlichen Revolution 1989/90 wiederholte. Der 17. Juni ist uns Mahnung und Erinnerung zugleich.
Autor: redDer Freistaat Thüringen gedenkt am Mittwoch (17. Juni) in Nordhausen der Opfer des SED-Unrechts mit einer Gedenkveranstaltung. Auf eine Kranzniederlegung um 13 Uhr auf dem Rathausplatz mit einer Ansprache des Nordhäuser Oberbürgermeisters Kai Buchmann (parteilos) folgt ein Gedenkakt im Bürgerhaus der Stadt Nordhausen. Dort sprechen Landtagspräsident Dr. Thadäus König, Ministerpräsident Mario Voigt und der Thüringer Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Peter Wurschi. Anschließend lassen Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen mit der ehemaligen Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke die Erinnerung an Otto Reckstat, einen Protagonisten der Proteste in Nordhausen, aufleben.
Landtagspräsident Dr. Thadäus König: Am 17. Juni 1953 legten Männer und Frauen in mehr als 700 Städten und Gemeinden ihre Arbeit nieder und beteiligten sich an Demonstrationen und Streiks. Über eine Million Bürger erhoben ihre Stimme. Unter ihnen war auch der Nordhäuser Gewerkschafter Otto Reckstat mit 16 Forderungen für Reformen und Verbesserungen. Dafür bestrafte ihn der SED-Unrechtsstaat mit acht Jahren Zuchthaus. Wenn wir an den 17. Juni erinnern, gedenken wir auch derjenigen, deren Namen nicht überliefert sind: die Streikenden im Schlepperwerk, ihren besorgten Familien und den unzähligen überwachten, verhörten und drangsalierten Menschen.
Die Aufstände vor 73 Jahren wurden zwar niedergeschlagen, doch blieb etwas Bemerkenswertes: Für einen kurzen Moment hatten Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie nicht allein waren und dass andere ihre Sorgen teilten. Sie hatten erfahren, dass aus vielen einzelnen Stimmen eine gemeinsame werden konnte, und sie hatten erlebt, dass man eine Diktatur zum Wanken bringen kann, wenn man entschlossen handelt. Eine Erfahrung, die sich während der Friedlichen Revolution 1989/90 wiederholte. Der 17. Juni ist uns Mahnung und Erinnerung zugleich.


