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Mo, 07:48 Uhr
29.09.2008

Und freitags nach Kurdistan

Der Weltladen in Nordhausen hatte am Freitag zu einer Reise in das wilde und zugleich liebliche Kurdistan eingeladen. Dazu eine Betrachtung von Peter Kube in Ihrer nnz...

Kurdischer Abend (Foto: Kube) Kurdischer Abend (Foto: Kube)

Ein Duft von frischem Essen. Die kleine Bühne des Weltladens angefüllt mit Instrumenten. Das ließ hoffen. Und niemand wurde enttäuscht. Informationen und Bilder zuerst. Das Verstehen können, was eine Geschichte beschreibt. Eines der ältesten Völker lässt uns an seinen Erfahrungen teilhaben.

Teilhaben ist vielleicht das Stichwort. Schaut man sich die Landkarte an, dann leben die Kurden in einem der wichtigen Brückengebiete zwischen Europa und Asien. Selbstbewusst und doch nicht im eigenen Land zu haus. Könige hervorgebracht und keine Einigung erzielt. Religiös nicht so festgelegt, Yessiden zum Beispiel haben Elemente mehrere orientalischer Religionen aufgenommen und mit alten Ritualen verbunden.

Durch Schlachten und Eroberungen anderer letztlich aufgeteilt und eingeordnet in die Staaten Iran, Irak, Syrien und Türkei. Viele Versprechungen einer Teilhabe an den politischen Rechten blieben unerfüllt. Im Iran z.B. weigerten sich die sog. Revolutionsführer, den Kurden gleiche Rechte einzuräumen. Im Irak unter Hussein waren sie zeitweise massenmörderischen Giftgasangriffen ausgesetzt, nach Atatürks Sieg war in Lousanne 1923 keine Rede mehr davon, sie als Bürger gleicher Rechte anzusehen.….Geschichte, die bis heute nachwirkt:

„Sieh dir dieses Land ein. Die Sonne hat Tausende hier gewaltsam sterben sehen. Und warum? Weil die Mächtigen nie auf das Wohl ihrer Völker bedacht waren." So sagt es eine weise alte Frau bei Karl May…, der zwar aus Büchern, aber durchaus einfühlend, das Verhältnis der Perser, Kurden, Türken und Iraner beschrieb. Gewalt durchzieht diese oft so leidvolle Geschichte. Wild und unromantisch, bis heute schwankend: wie sind die Rechte dieses Volkes zu sichern?

Am Freitagabend im Weltladen des Schrankenlos e.V. war klar gesagt worden: Gewalt kann keine Lösung geben. Sie verschafft den Menschen auf Dauer keine gesicherten Lebensverhältnisse. So wurde auch keinem Hass auf andere Völker das Wort geredet. Steffi Gladebeck las vor. Ihr einen Dank, dass sie schnell für die erkrankte Leserin einsprang.

Den Frauen ein weiterer großer Dank, die die Speisen bereiteten. Den Nachmittag brachten sie damit zu und wurden von genießenden Gästen immer wieder gelobt. Fleischliche und vegetarische Küche, es mundete. Und die süßen Nachspeisen. Einfach vollendet. Und dann Musik und Poesie – sie sprachen die menschliche Sehnsucht nach Liebe und gerechterem Frieden für das Volk aus.

Etwa 60 Besucher aus mindestens acht Ländern hörten dem Gesang Ciwans (wie Juan gesprochen) und seinen Gedichten zu. Wunderbar begleitet auf der Gitarre von Roni aus Syrien und dem großartigen Percussionisten Klaus Hagedorn. Das Trio begeisterte. Beifall und ihr Erstaunen darüber, dass sie nach so kurzer Zeit so harmonisch miteinander spielten. Begleitet von wuselnden Kindern setzten sie einen bleibenden Akzent. Bald wieder – bei MIT-Menschlich am 3.10. auf dem Petersberg… dann vor noch mehr Zuhörenden.
Peter Kube
Autor: nnz

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