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Mi, 20:00 Uhr
08.04.2026
Rechte Partei will junge Wähler werben

Wirbel um AfD-Stand vor Nordhäuser Gymnasium

Die AfD wird nach den Osterferien einen Infostand unweit des Herder-Gymnasiums in Nordhausen aufbauen. Das ist erlaubt. Doch nicht alle finden das gut.Update, 9. April, 8 Uhr, eine Mitteilung vom Bündnis "Nordhausen Zusammen":

Das Herdergymnasium in Nordhausen. (Foto: ssc) Das Herdergymnasium in Nordhausen. (Foto: ssc)
Bei einem Teil der Eltern, Lehrer und Schüler ist es seit Wochen ein Hauptgesprächsthema: Am 23. April will die AfD-Landtagsabgeordnete und Stadträtin Kerstin Düben-Schaumann einen Infostand vor der Wiedigsburg 7/8 aufbauen. Und zwar genau gegenüber dem Haupteingang des Herder-Gymnasiums. Geplant ist die Aktion ab 13.30 Uhr für zwei Stunden.
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Einige Schüler und auch Lehrer hatten die Idee eines Demokratiefestes oder einer ähnlichen Aktion auf dem Schulgelände. Doch seitens der Schule wird es keine Maßnahmen geben. Schulleiter Andreas Trump, selbst Mitglied und Fraktionschef der CDU im Stadtrat, beruft sich auf das Neutralitätsprinzip von Schulen. Er habe dazu auch mit Schulamt und Bildungsministerium im Kontakt gestanden. „Ich finde es generell nicht gut, wenn Parteien vor Schulen parteipolitisch aktiv werden, unabhängig von der Partei“, sagte Trump gegenüber nnz-online. Den AfD-Infostand könne er jedoch nicht verbieten, da es sich um öffentliches Gelände vor der Schule handele. Darauf habe er keinen Einfluss. Er hat, wie er sagt, dazu auch mit der Stadtverwaltung Rücksprache gehalten.

Bannmeile von 100 Metern
Derweil liegt ein Antrag des Bündnisses „Nordhausen Zusammen“ vor, der an alle Stadtratsfraktionen verschickt wurde. Darin wird gefordert, rund um Nordhäuser Schulen und Kindergärten eine Bannmeile von 100 Metern einzurichten. In diesem Bereich sollen parteipolitische Aktivitäten verboten sein. Auf der Tagesordnung des nächsten Stadtrats, der einen Tag vor dem geplanten Infostand stattfindet, nämlich am 22. April, gibt es bis jetzt keine Beschlussvorlage dazu. Für Schulleiter Trump wäre dieser Vorschlag allerdings nur bedingt praktikabel. „Was ist, wenn sich eine Partei dann einfach ein paar Meter weiter aufstellt? Oder genau zwischen die beiden Gymnasien der Stadt“, gibt er zu bedenken.

Infostand: Ursprünglicher Termin an Hitlers Geburtstag?
Pikant an der Geschichte: Nach Informationen von nnz-online war ursprünglich ein anderes Datum geplant. Demnach sollte der AfD-Infostand zunächst am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, vor der Schule aufgebaut werden. Auf Drängen der Stadtverwaltung sei der Termin jedoch verschoben worden. Kerstin Düben-Schaumann weist den Vorwurf zurück, den 20. April bewusst gewählt zu haben. „Diesen Vorwurf weise ich von mir“, sagte sie nnz-online.

Düben-Schaumann: Wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen
Die Aufregung um die gesamte Aktion kann sie nach eigenen Angaben überhaupt nicht nachvollziehen. Sie wolle lediglich mit den Schülern ins Gespräch kommen und erfahren, was der Jugend in der Stadt fehle. Im Landtag habe sie bereits Fragen von Schulklassen beantwortet, habe dabei viele wichtige Themen erfahren. „Darüber bin ich auf die Idee mit dem Infostand vor der Schule gekommen“, so Düben-Schaumann. Weitere ähnliche Aktionen an anderen weiterführenden Schulen im Landkreis sind nach Auskunft der Politikerin derzeit nicht geplant, erst recht nicht vor Grundschulen.

Dass die rechte Partei durchaus sehr erfolgreich um junge Wähler wirbt, vor allem in den sozialen Medien, machen die hohen Followerzahlen vieler AfD-Politiker deutlich.

Update, 9. April, 8 Uhr, eine Mitteilung vom Bündnis "Nordhausen Zusammen": Wie Heiko Sänger vom Bündnis mitteilt, habe dieses keinen Antrag eingereicht. Es hat einen Vorschlag für einen parteiübergreifenden Antrag zur Einrichtung von Schutzzonen um Bildungseinrichtungen gemacht und den an alle demokratischen Fraktionen/Gruppen im Stadtrat geschickt, damit diese den Antrag gemeinsam einbringen. Über die Größe der Bannmeile sollte der Stadtrat entscheiden.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
P.Burkhardt
08.04.2026, 20:32 Uhr
es bleibt die Hoffnung,
dass Gymnasiasten schlau genug sind, zu erkennen, warum ausgerechnet die AFD als einzige Partei einen "Infostand" vor einer Schule errichtet. tiktok reicht offenbar nicht mehr für die Vereinnahmung junger Menschen !

Ich finde diese Beeinflussung (oder den Versuch) einfach nur peinlich. Liebe AFD, wenn ihr den jungen Leuten wirklich etwas anzubieten hättet... dann würden die das von alleine erkennen und ihr müsstet sie nicht vor der Schule abfangen... habt ihr aber nicht....sorry, dass ich da ganz breit grinsen muss... 😁

Mein Bursche ist mittlerweile aus der Penne raus....er unterscheidet durchaus zwischen Menschen... aber das unabhängig von deren Herkunft.... er hat eben gelernt, dass auch ein Flüchtlingskind ein korrekter Zeitgenosse sein kann und sich der rechten Propaganda ganz bewusst entzogen. Er unterscheidet zwischen vorurteilsbehafteten Idi0ten und pragmatisch denkenden Zeitgenossen... Ich finde das richtig und sinnvoll....
Anna Lüst
08.04.2026, 20:39 Uhr
Liebe nationale Front!
So ist das, wenn man Demokratiegegner ist.
Man versucht einfach, andere Meinungen zu unterdrücken oder zu verbieten.
Schließlich ist ja bei einer Testwahl unter Schülern einer Nordhäuser Schule verheerendes zutage gekommen.
Mehr als 50% der teilnehmenden Schüler hätten AfD gewählt!
Da das nicht sein kann, muss man einfach die Demokratie beschneiden!
Wobei....
Die anderen Parteien könnten das doch auch machen.
Da kommt bloß keiner hin!
Warum wohl?
Also los, Kartellparteien und Demokratiegegner, macht mal!
Sie Schüler sind nicht so dumm, wie ihr glaubt.
Die Wähler werden es Euch danken.
Anmerkung techn. Support:
Da hätten wir zur Verteidigung der Demokratie wieder einen sehr grenzwertigen Kommentar am Start.
"Demokratiegegner" – das ist eine diffamierende Zuschreibung an eine nicht näher definierte Gruppe (offenbar alle Nicht-AfD-Parteien). Eigentlich Schmähkritik, keine sachliche Auseinandersetzung.
"Kartellparteien" – einschlägiger AfD-Kampfbegriff, der pauschal alle anderen Parteien herabwürdigt. Somit hätten wir: Herabwürdigung einer Personengruppe.
Aber wir sind ja Tolerant gegenüber allen.
Alex Gösel
08.04.2026, 20:44 Uhr
Man stelle sich vor...
die ach so bösen "Roten" würden vor einer Schule oder einem Kindergarten werben, da wäre der Aufschrei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sehr groß, oder? Vorallem von einem CDU-Stadtrat, oder?

Und dass Frau Düben-Schaumann den 20. April nicht bewusst gewählt habe halte ich schon für einen sehr geschmacklosen Witz! Veralbern kann Frau Düben-Schaumann und die AfD jemand anderen, vielleicht Kinder und jugendliche und andere Leichtgläubige!
BerndLuky
08.04.2026, 21:23 Uhr
Nur mal
zur Info! Ein Text von den Dirk Adams den Grünen:
"Am Montag Vormittag besuchte Dirk Adams anlässlich des 13. bundesweiten EU-Projekttages an Schulen die Staatliche Regelschule Gotthold-Ephraim-Lessing hier in Nordhausen. In einer lockeren Gesprächsrunde stellten die Schülerinnen dem Landtagsabgeordneten Fragen rund um die Themen - Urheberrechtsrichtlinie, Brexit aktuell, fridays for future, Insektensterben..."
Quelle: dirkadams.de / 25.03.2019 Wahlkreistag in Nordhausen

Ich kann auch noch gerne bei den Linken und der SPD suchen, wenn ihr wollt!
Harzer Jung
08.04.2026, 22:50 Uhr
"Ganz zufällig der 20. April."
Wer diesen Termin aussucht, der weiß wessen Geburtstag an diesem Tag ist und braucht hier nicht mit Zufall kommen. Es ist auch fragwürdig, dass sich die Schulleitung hier mit einem Neutralitätsgebot rausredet, welches es nicht gibt. Im Gegenteil, Schule und Lehrpersonal müssen antidemokratischen, rassistischen oder extremistischen Positionen deutlich entgegentreten. Hier macht es sich jemand einfach statt Haltung zu zeigen, denn Schule ist zwar ein politisch-weltanschaulich neutraler Ort, aber kein wertneutraler. Sie erzieht zur Demokratie. Die Verteidigung der Grundrechte ist keine Verletzung der Neutralität. Ein Schulleiter sollte seine Schüler unterstützen und nicht dahingehend ausbremsen für Grundrechte und Demokratie einzustehen. Hat man hier Angst vor dem Meldeportalen für Lehrer, welche die ach so demokratische AFD ins Leben gerufen hat oder als Schulleiter Angst davor als CDU-Mitglied noch mehr Wähler an die Blauen zu verlieren wenn man sich dagegen positioniert? Wie respektlos diese Partei ist, zeigt allein schon die Tatsache einen Infostand vor eine Schule zu stellen. Das hat noch keine andere Partei gebracht. Anderen permanent Indoktrination unterstellen und selbst jedes perfide Mittel nutzen um junge Menschen zu manipulieren.
Elfie 20
09.04.2026, 01:21 Uhr
Andere Partei
Wenn die SPD oder eine andere Partei das machen würde, ob da auch so ein Aufstand gemacht wird?
Anmerkung techn. Support:
Wissen wir nicht, weil es ja bisher »aus Gründen« noch nicht versucht wurde.
nohra
09.04.2026, 04:57 Uhr
Meinungsfreiheit statt Brandmauer
Es ist völlig klar das es den Parteien der sogenannten Mitte nicht gefällt wenn man die Wahrheit sagt und auf ihr Versagen aufmerksam macht.
Schauen Sie sich unser Land an bei Rekordverdächtigen Steuereinnahmen wird weiter auf die Bevölkerung mit noch mehr Steuererhöhungen eingeschlagen und keiner soll das bemängeln.
Im Übrigen haben noch viele andere Menschen am 20 April Geburtstag sollen die sich wegen der Vergangenheit an diesem Tag verstecken.
Es muss endlich Schluss sein mit den Nazi vergleichen und angepackt werden.
Anmerkung techn. Support:
Das Argument zum 20. April (andere haben auch an dem Tag Geburtstag) ist inhaltlich im Kontext AfD irgendwie »dünn«.
Marco Müller-John
09.04.2026, 07:00 Uhr
.... dann ist es halt so
Dann stellen sich die anderen Parteien halt mit eigenen Ständen dazu , wenn es Ihnen wichtig wäre. Das Erstarken der AfD ist doch hauptsächlich eine eklatante Schwäche und Selbstzufiedenheit der anderen Parteien. Also wenn die AfD dort allein steht und dadurch Stimmen bekommt und die anderen Parteien sich nicht dort mit Ihr auseinandersetzen wollen, weil das vorhandene Personal die Work Life Balance postet , dann haben Sie diese Stimmen sich redlich verdient. Bannmeile im Zeitalter digitaler Medien. Dummheit pur.
Jäger53
09.04.2026, 07:42 Uhr
AfD - Stand
Das kann doch nur ein Aprilscherz sein das einer regulär gewählten Partei ein eigener Stand verboten wird oder verboten werden soll. Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun.
Raute
09.04.2026, 08:18 Uhr
Verbote in unserer Demokratie
Eine Partei mit dem meisten Wählerzuspruch in Nordhausen macht einen Info-Stand in der Nähe eines Gymnasiums. Rot-Rot-Grün hat das Wahlalter bekanntlich auf 16 abgesenkt. So ok.

Jetzt sprechen andere Parteien und Verwaltung von Verboten und "Bannmeilen". Ein Bündnis macht sich sich warm für Protest.

Besser wäre, gute Politik zu machen. Dann hätte diese Partei auch nicht diesen Zuspruch. Aber sie können es wohl nicht.
Schnapshäuser
09.04.2026, 08:25 Uhr
Dank an die Stadtverwaltung
Gut das die Stadtverwaltung darauf gedrängt hat den Termin vom 20. auf den 23. zu verlegen .
Ohne diesen Hinweis auf Adolfs Geburtstag hätte ich ihn glatt schon wieder vergessen.

Nochmals Danke
Strandläufer
09.04.2026, 08:26 Uhr
Gut und richtig
...die Schule nicht parteipolitisch zu belagern - das gilt für alle Seiten!

Wie man aber aus den Klassen, von den Schülern hört und mitbekommt ist der AFD Einfluss jetzt schon mehr als deutlich. Darüber könnte sich Herr Trump gerne mal Gedanken machen. Da macht der Stand vor der Schule den Kohl auch nicht mehr fett. Das wäre reine Makulatur.
Leser X
09.04.2026, 08:48 Uhr
Vergessen?
Na dass die Frau von der AfD das Geburtsdatum dieses gewissen Herrn mit ähnlichem ideologischen Hintergrund nicht im Kopf hatte, erscheint mir nun doch ein wenig unglaubwürdig.

Aber egal an welchem Datum, parteipolitische Agit-Prop-Stationen, egal von wem, gehören nun mal nicht neben Schuleingänge. Die jungen Leute sollen erstmal in Ruhe lernen können, um so besser werden sie später in der Lage sein einzuschätzen, welche Partei es gut mit ihnen meint, und welche nur scharf auf ihre Stimme ist und ihnen daher gern nach dem Munde redet.
E20
09.04.2026, 09:11 Uhr
20.April
für mich ist der 20. April ein Tag wie jeder andere. Ob da Adolf Hitler Geburtstag hatte oder nicht, ist mir völlig egal.
Aber vielleicht könnte man ja den 20.04. aus dem Kalender verbannen, springt gleich vom 19.04. auf den 21.04. und ergänzt den 31.04.
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