Di, 18:14 Uhr
30.09.2008
Landrat Claus: Andere beneiden uns
Das Frage- und Antwortspiel im Nordhäuser Kreistag war heute schon außergewöhnlich – lang. Das an sich ist schon verwunderlich. Noch ungewöhnlicher allerdings war die Tatsache, daß über eine Einrichtung geredet wurde, deren Hauptgesellschaft der Landkreis ist – das Südharz-Krankenhaus...
Sicher, da war die Fraktion der LINKEN, die einigen nachträglichen Aufklärungsbedarf zur Schließung der Rettungsstelle am Krankenhaus hatte. Eigentlich war dazu alles gesagt und geschrieben worden, auch in der nnz. Deshalb übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH noch einmal die Rolle des Aufklärers. Dieser Teil soll hier übersprungen werden. Wichtiger war denn auch, was Prof. Heinrich Markgraf (CDU) zwischen den Zeilen und in den Nebensätzen sagte. Dass vor allem auf dem Lande praktizierende Hausärzte fehlen, könne im Kreistag niemand ändern. Wohl aber werde das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) räumlich weiter ausgebaut, entsprechende Planungen seien in Auftrag gegeben worden. So könne eventuell ein medizinischer Dauerdienst etabliert werden.
Für das Nordhäuser Krankenhaus sprang schließlich auch Landrat Joachim Claus (CDU) in die Bresche. Vor allem reagierte er auf den pauschalen Vorwurf von Gisela Hartmann (Bündnis 90/Grüne), daß es im Krankenhaus eine angespannte Situation gebe, weil zahlreiche Ärzte die Einrichtung verlassen hätten. Das wollte Claus nicht so stehen lassen, vielmehr wären andere Landkreise stolz, wenn sie solch eine Einrichtung als ihr kommunales Eigentum betrachten könnten. Der Landrat verwahrte sich dagegen, daß Vertreter des Hauptgesellschafters (Kreistag) die Einrichtung regelmäßig schlecht reden. Ärzte, auch Chirurgen, würden nicht ihr Leben lang an einem Haus bleiben. Und wenn ein Oberarzt in Nordhausen eine Stelle als Chefarzt in einem anderen Krankenhaus angeboten bekomme, dann könne er eben nicht gehalten werden. Aber das sei ja auch Ausdruck dafür, daß in Nordhausen gute Arbeit geleistet würde.
Klaus Hummitzsch (LINKE) mahnte den Landrat wiederum an, daß man ja nun mal als Kreistagsmitglied Fragen stellen dürfe und auch ein gutes Krankenhaus könne eben noch besser werden.
In einer der kommenden Sitzungen des Kreisausschusses soll hinter verschlossenen Türen der Zustand des Krankenhauses abgefragt werden. Dazu werde der Landrat die Geschäftsführung sowie den Aufsichtsrat einladen. Zuvor allerdings sollten sich die Mitglieder des Gremiums auf einen Fragenkatalog verständigen.
Autor: nnzSicher, da war die Fraktion der LINKEN, die einigen nachträglichen Aufklärungsbedarf zur Schließung der Rettungsstelle am Krankenhaus hatte. Eigentlich war dazu alles gesagt und geschrieben worden, auch in der nnz. Deshalb übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH noch einmal die Rolle des Aufklärers. Dieser Teil soll hier übersprungen werden. Wichtiger war denn auch, was Prof. Heinrich Markgraf (CDU) zwischen den Zeilen und in den Nebensätzen sagte. Dass vor allem auf dem Lande praktizierende Hausärzte fehlen, könne im Kreistag niemand ändern. Wohl aber werde das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) räumlich weiter ausgebaut, entsprechende Planungen seien in Auftrag gegeben worden. So könne eventuell ein medizinischer Dauerdienst etabliert werden.
Für das Nordhäuser Krankenhaus sprang schließlich auch Landrat Joachim Claus (CDU) in die Bresche. Vor allem reagierte er auf den pauschalen Vorwurf von Gisela Hartmann (Bündnis 90/Grüne), daß es im Krankenhaus eine angespannte Situation gebe, weil zahlreiche Ärzte die Einrichtung verlassen hätten. Das wollte Claus nicht so stehen lassen, vielmehr wären andere Landkreise stolz, wenn sie solch eine Einrichtung als ihr kommunales Eigentum betrachten könnten. Der Landrat verwahrte sich dagegen, daß Vertreter des Hauptgesellschafters (Kreistag) die Einrichtung regelmäßig schlecht reden. Ärzte, auch Chirurgen, würden nicht ihr Leben lang an einem Haus bleiben. Und wenn ein Oberarzt in Nordhausen eine Stelle als Chefarzt in einem anderen Krankenhaus angeboten bekomme, dann könne er eben nicht gehalten werden. Aber das sei ja auch Ausdruck dafür, daß in Nordhausen gute Arbeit geleistet würde.
Klaus Hummitzsch (LINKE) mahnte den Landrat wiederum an, daß man ja nun mal als Kreistagsmitglied Fragen stellen dürfe und auch ein gutes Krankenhaus könne eben noch besser werden.
In einer der kommenden Sitzungen des Kreisausschusses soll hinter verschlossenen Türen der Zustand des Krankenhauses abgefragt werden. Dazu werde der Landrat die Geschäftsführung sowie den Aufsichtsrat einladen. Zuvor allerdings sollten sich die Mitglieder des Gremiums auf einen Fragenkatalog verständigen.


