Di, 07:47 Uhr
12.05.2009
nnz-Interview: Schweine-Grippe?
Zeitgerecht zur Umfrage in der nnz baten wir den Präsidenten der Landestierärztekammer Thüringen, Dr. Uwe Landsiedel, um ein Interview. Hier seine aufschlussreichen Erläuterungen über eine Schweinegrippe, die jetzt zur mexikanischen Grippe mutierte. Das Interview führte Jürgen Wiethoff.
nnz: Herr Dr. Landsiedel, in der nnz läuft zurzeit eine Umfrage. Schweinegrippe. Alles nur Panikmache? Ja, Nein, Interessiert mich nicht.
Machen Sie doch zur Übung für unser Superwahljahr mal ein Kreuz an der richtigen Stelle.
Dr. Landsiedel: Die in den Medien als Schweinegrippe bezeichnete Grippe sollte besser Mexikanische Grippe oder Influenza A H1N1 genannt werden. Sie ist eine Erkrankung der Menschen und ihr ist unabhängig vom so genannten Superwahljahr Beachtung zu schenken. Aus der Sicht unserer Tierärzte besteht zurzeit keine Begründung nach überzogenen Forderungen.
nnz: Der Name der Grippe ist Medienberichten zu Folge nicht richtig. Warum musste mal wieder das arme Schwein dafür herhalten?
Dr. Landsiedel: Es gibt unseres Erachtens keine vernünftige Begründung, warum diese menschliche Grippe als Schweinegrippe bezeichnet wird. Normalerweise werden die Formen der Grippe nach der Region, in welcher sie zuerst aufgetreten sind, bezeichnet. Die Influenza A H1N1-Viren kommen bei allen Tieren vor, u.a. auch bei Schweinen.
nnz: Welche Maßnahmen aus veterinärmedizinischer Sicht sind zur Vermeidung einer Epidemie im Kreis Nordhausen überhaupt sinnvoll, bereits getroffen worden oder noch nötig?
Dr. Landsiedel:Zur Verhinderung von Epidemien oder Pandemien bei Menschen möchte ich mich nicht äußern; das ist Angelegenheit von Humanmedizinern. Zum Schutz unserer Schweinebestände vor dieser menschlichen Grippe ist es notwendig, dass die Hygieneanforderungen, d. h., das Nichtbetreten von Schweinebeständen durch betriebsfremde und/oder an Grippe erkrankten Personen, eingehalten werden. Weitere Maßnahmen sehen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als notwendig an.
nnz: Können oder sollten die Bürger im Umgang mit ihren Haustieren, außer Einhaltung der üblichen Hygieneregeln, etwas tun, um die Ansteckungsgefahr mit dem H1N1-Virus zu minimieren?
Dr. Landsiedel: Die H1N1 Influenza A Grippe ist bis heute nur bei Haustieren in einem Schweinebestand in Kanada nachgewiesen worden. Dieser Bestand wurde durch einen in Mexiko infizierten Farmer übertragen. Über die normalen Hygieneregeln im Umgang mit Haustieren hinaus sehen wir zur Zeit keine Notwendigkeit, besondere Maßnahmen zur Verhinderung einer Ansteckung zu veranlassen.
nnz: Herr Dr. Landsiedel, vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnznnz: Herr Dr. Landsiedel, in der nnz läuft zurzeit eine Umfrage. Schweinegrippe. Alles nur Panikmache? Ja, Nein, Interessiert mich nicht.
Machen Sie doch zur Übung für unser Superwahljahr mal ein Kreuz an der richtigen Stelle.
Dr. Landsiedel: Die in den Medien als Schweinegrippe bezeichnete Grippe sollte besser Mexikanische Grippe oder Influenza A H1N1 genannt werden. Sie ist eine Erkrankung der Menschen und ihr ist unabhängig vom so genannten Superwahljahr Beachtung zu schenken. Aus der Sicht unserer Tierärzte besteht zurzeit keine Begründung nach überzogenen Forderungen.
nnz: Der Name der Grippe ist Medienberichten zu Folge nicht richtig. Warum musste mal wieder das arme Schwein dafür herhalten?
Dr. Landsiedel: Es gibt unseres Erachtens keine vernünftige Begründung, warum diese menschliche Grippe als Schweinegrippe bezeichnet wird. Normalerweise werden die Formen der Grippe nach der Region, in welcher sie zuerst aufgetreten sind, bezeichnet. Die Influenza A H1N1-Viren kommen bei allen Tieren vor, u.a. auch bei Schweinen.
nnz: Welche Maßnahmen aus veterinärmedizinischer Sicht sind zur Vermeidung einer Epidemie im Kreis Nordhausen überhaupt sinnvoll, bereits getroffen worden oder noch nötig?
Dr. Landsiedel:Zur Verhinderung von Epidemien oder Pandemien bei Menschen möchte ich mich nicht äußern; das ist Angelegenheit von Humanmedizinern. Zum Schutz unserer Schweinebestände vor dieser menschlichen Grippe ist es notwendig, dass die Hygieneanforderungen, d. h., das Nichtbetreten von Schweinebeständen durch betriebsfremde und/oder an Grippe erkrankten Personen, eingehalten werden. Weitere Maßnahmen sehen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als notwendig an.
nnz: Können oder sollten die Bürger im Umgang mit ihren Haustieren, außer Einhaltung der üblichen Hygieneregeln, etwas tun, um die Ansteckungsgefahr mit dem H1N1-Virus zu minimieren?
Dr. Landsiedel: Die H1N1 Influenza A Grippe ist bis heute nur bei Haustieren in einem Schweinebestand in Kanada nachgewiesen worden. Dieser Bestand wurde durch einen in Mexiko infizierten Farmer übertragen. Über die normalen Hygieneregeln im Umgang mit Haustieren hinaus sehen wir zur Zeit keine Notwendigkeit, besondere Maßnahmen zur Verhinderung einer Ansteckung zu veranlassen.
nnz: Herr Dr. Landsiedel, vielen Dank für das Gespräch.

