Di, 17:35 Uhr
11.01.2011
Kitabedarf diskutiert
Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung die Bedarfsfeststellung für die Kindertagesbetreuung für Januar bis Juli einstimmig beschlossen. Nach einer dreiwöchigen Auslegung sind fünf Änderungsvorschläge von Kommunen und Trägern in die Planung eingeflossen...
Dadurch erhöht sich der Gesamtbedarf leicht von 3.757 auf 3.768 Plätzen. Die Änderungen ergeben sich aus Nachmeldungen zur Kita-Card und Änderungen der Betriebserlaubnisse. So nimmt beispielsweise die neue Kita Campuszwerge nun Kinder ab sechs Monaten und nicht wie geplant ab drei Monaten auf.
Die Zusammenarbeit mit den Kommunen war sehr konstruktiv, sagte Heike Kopischke, die im Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes die Bedarfsplanung betreut. So reagieren die Kommunen auf einen höheren Bedarf, so zum Beispiel Kleinbodungen. Die Gemeinde hat für ihre Kita Kleine Bodestrolche eine erweiterte Betriebserlaubnis beim Landesjugendamt beantragt. Insgesamt bleibt die Situation bei der Bedarfsdeckung angespannt, da eine hohe Anzahl von Kindern zu erwarten ist, so Heike Kopischke, wobei sich die Lage in den einzelnen Sozialräumen unterschiedlich gestalte.
Für 3.702 Kinder haben Eltern eine Kita-Card beantragt, davon für 398 Kinder bis zwei Jahren. Demgegenüber steht eine Rahmenkapazität von 3.592 Plätzen - eine Zahl, die aufgrund des vorhandenen Platzes bei der Betriebserlaubnis festgelegt wurde, aber nicht immer eins zu eins anwendbar sei. Im März 2010 waren rund 3.200 Plätze in den Kitas des Landkreises belegt.
Außerdem beschäftigte sich der Ausschuss des Kreistages gestern mit dem Pflegekinderwesen.
Elke Schnabel, Leiterin des Sozialen Dienstes und ihre Kollegin Christina Vogelbacher stellten die Grundsätze und Vorgehensweise des Fachbereiches Jugend und Soziales vor und gingen auf die Entwicklung seit der Wende ein. Vor 20 Jahren gab es kaum Pflegefamilien, dagegen wurden rund 120 Kinder in Heimen betreut. Heute leben zwischen 35 und 40 Kindern in Heimen und derzeit 75 Kinder in Pflegefamilien.
Im Laufe der Jahre gibt es immer weniger Bewerber als Pflegeeltern, während der Bedarf steigt, sagte Christina Vogelbacher, die im Landratsamt Pflegeeltern vorbereitet und begleitet. Daher sei es wichtig, für neue Pflegeeltern zu werben. Gerade für Vorschulkinder, Kinder in Heimbetreuung, die dauerhaft nicht zu ihren Eltern zurückkönnen, Kinder mit besonderem Förderbedarf und Kinder mit Behinderungen sei der Bedarf da. Wer sich für diese Aufgabe interessiert, wird geprüft und in verschiedenen Seminaren darauf vorbereitet, ein Pflegekind in seine Familie aufzunehmen.
Später folgen begleitende Fortbildungen. Außerdem gibt es im Landkreis fünf Bereitschaftspflegeelternpaare. Diese kümmern sich in Fällen von Inobhutnahme sehr kurzfristig um Kinder. Dank und Lob für die Arbeit des Fachbereichs Jugend und Soziales des Landratsamtes kam von zwei Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses, Stefan Nüßle und Norbert Klodt, die beide Pflegeväter sind. Man kann Eltern nur motivieren, dies zu tun, denn man erfährt eine Dankbarkeit, die unter die Haut geht, sagte Stefan Nüßle. Allerdings wünsche er sich noch mehr Fortbildungen und Begleitung, denn als Pflegeeltern komme man auch in schwierige Situationen, wobei die positiven Momente klar überwögen.
Die Umsteuerung von Heimerziehung zur Vollzeitpflege in Familien ist im Landkreis gelungen, sagte der Ausschussvorsitzende Andreas Weigel, der gleichzeitig davor warnte, Heim und Pflegefamilien gegeneinander auszuspielen. Die Fallzahlen zeigten, dass sich der demografische Wandel und die kleiner werdende Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht in den Fallzahlen widerspiegele, so Andreas Weigel.
Im letzten Tagesordnungspunkt ging es um die Entwicklung des Projekts Helfende Hand, in dem Geschäfte gesucht werden, in denen Kinder Hilfe bekommen, wenn sie diese brauchen. Umgesetzt wird das Projekt von Studierenden des Gesundheits- und Sozialwesens der FH Nordhausen unter Leitung von Prof. Dr. Armin Sohns, der Koordinationsstelle für Frühe Hilfen beim Kreisjugendring und dem Landratsamt. Zurzeit beteiligen sich rund 20 Geschäfte am Projekt.
Die Studierenden machen Kinder in Schulen und Kitas auf das Angebot der Helfenden Hand aufmerksam und sichern eine Hotline für die Geschäfte ab, die sich bei Fragen melden können. Für ihr Engagement zollten die Ausschussmitglieder den Studierenden, die bereits in der zweiten Generation das Projekt begleiten, Anerkennung und Dank. Allein könnten wir das gar nicht stemmen, sagte Elke Schnabel vom Sozialen Dienst.
Das Kinderschutzprojekt soll dabei helfen, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken und Kinder frühzeitig stark machen und ihnen einen Weg zeigen, wo sie um Hilfe bitten können, wenn sie beispielsweise von der Schule auf dem Weg nach Hause sind. Die 2. Beigeordnete Loni Grünwald und Christine Wagner, Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales, bedankten sich nochmals bei Prof. Dr. Armin Sohns und der Fachhochschule für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit.
Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich an John Dauert von der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen unter 03631/46 25 46 wenden.
Autor: nnzDadurch erhöht sich der Gesamtbedarf leicht von 3.757 auf 3.768 Plätzen. Die Änderungen ergeben sich aus Nachmeldungen zur Kita-Card und Änderungen der Betriebserlaubnisse. So nimmt beispielsweise die neue Kita Campuszwerge nun Kinder ab sechs Monaten und nicht wie geplant ab drei Monaten auf.
Die Zusammenarbeit mit den Kommunen war sehr konstruktiv, sagte Heike Kopischke, die im Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes die Bedarfsplanung betreut. So reagieren die Kommunen auf einen höheren Bedarf, so zum Beispiel Kleinbodungen. Die Gemeinde hat für ihre Kita Kleine Bodestrolche eine erweiterte Betriebserlaubnis beim Landesjugendamt beantragt. Insgesamt bleibt die Situation bei der Bedarfsdeckung angespannt, da eine hohe Anzahl von Kindern zu erwarten ist, so Heike Kopischke, wobei sich die Lage in den einzelnen Sozialräumen unterschiedlich gestalte.
Für 3.702 Kinder haben Eltern eine Kita-Card beantragt, davon für 398 Kinder bis zwei Jahren. Demgegenüber steht eine Rahmenkapazität von 3.592 Plätzen - eine Zahl, die aufgrund des vorhandenen Platzes bei der Betriebserlaubnis festgelegt wurde, aber nicht immer eins zu eins anwendbar sei. Im März 2010 waren rund 3.200 Plätze in den Kitas des Landkreises belegt.
Außerdem beschäftigte sich der Ausschuss des Kreistages gestern mit dem Pflegekinderwesen.
Elke Schnabel, Leiterin des Sozialen Dienstes und ihre Kollegin Christina Vogelbacher stellten die Grundsätze und Vorgehensweise des Fachbereiches Jugend und Soziales vor und gingen auf die Entwicklung seit der Wende ein. Vor 20 Jahren gab es kaum Pflegefamilien, dagegen wurden rund 120 Kinder in Heimen betreut. Heute leben zwischen 35 und 40 Kindern in Heimen und derzeit 75 Kinder in Pflegefamilien.
Im Laufe der Jahre gibt es immer weniger Bewerber als Pflegeeltern, während der Bedarf steigt, sagte Christina Vogelbacher, die im Landratsamt Pflegeeltern vorbereitet und begleitet. Daher sei es wichtig, für neue Pflegeeltern zu werben. Gerade für Vorschulkinder, Kinder in Heimbetreuung, die dauerhaft nicht zu ihren Eltern zurückkönnen, Kinder mit besonderem Förderbedarf und Kinder mit Behinderungen sei der Bedarf da. Wer sich für diese Aufgabe interessiert, wird geprüft und in verschiedenen Seminaren darauf vorbereitet, ein Pflegekind in seine Familie aufzunehmen.
Später folgen begleitende Fortbildungen. Außerdem gibt es im Landkreis fünf Bereitschaftspflegeelternpaare. Diese kümmern sich in Fällen von Inobhutnahme sehr kurzfristig um Kinder. Dank und Lob für die Arbeit des Fachbereichs Jugend und Soziales des Landratsamtes kam von zwei Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses, Stefan Nüßle und Norbert Klodt, die beide Pflegeväter sind. Man kann Eltern nur motivieren, dies zu tun, denn man erfährt eine Dankbarkeit, die unter die Haut geht, sagte Stefan Nüßle. Allerdings wünsche er sich noch mehr Fortbildungen und Begleitung, denn als Pflegeeltern komme man auch in schwierige Situationen, wobei die positiven Momente klar überwögen.
Die Umsteuerung von Heimerziehung zur Vollzeitpflege in Familien ist im Landkreis gelungen, sagte der Ausschussvorsitzende Andreas Weigel, der gleichzeitig davor warnte, Heim und Pflegefamilien gegeneinander auszuspielen. Die Fallzahlen zeigten, dass sich der demografische Wandel und die kleiner werdende Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht in den Fallzahlen widerspiegele, so Andreas Weigel.
Im letzten Tagesordnungspunkt ging es um die Entwicklung des Projekts Helfende Hand, in dem Geschäfte gesucht werden, in denen Kinder Hilfe bekommen, wenn sie diese brauchen. Umgesetzt wird das Projekt von Studierenden des Gesundheits- und Sozialwesens der FH Nordhausen unter Leitung von Prof. Dr. Armin Sohns, der Koordinationsstelle für Frühe Hilfen beim Kreisjugendring und dem Landratsamt. Zurzeit beteiligen sich rund 20 Geschäfte am Projekt.
Die Studierenden machen Kinder in Schulen und Kitas auf das Angebot der Helfenden Hand aufmerksam und sichern eine Hotline für die Geschäfte ab, die sich bei Fragen melden können. Für ihr Engagement zollten die Ausschussmitglieder den Studierenden, die bereits in der zweiten Generation das Projekt begleiten, Anerkennung und Dank. Allein könnten wir das gar nicht stemmen, sagte Elke Schnabel vom Sozialen Dienst.
Das Kinderschutzprojekt soll dabei helfen, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken und Kinder frühzeitig stark machen und ihnen einen Weg zeigen, wo sie um Hilfe bitten können, wenn sie beispielsweise von der Schule auf dem Weg nach Hause sind. Die 2. Beigeordnete Loni Grünwald und Christine Wagner, Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales, bedankten sich nochmals bei Prof. Dr. Armin Sohns und der Fachhochschule für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit.
Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich an John Dauert von der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen unter 03631/46 25 46 wenden.


