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Mi, 13:30 Uhr
02.11.2011

Zuhause in der Fremde

Die 19. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen, die der Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt alljährlich im Herbst veranstaltet, laden ab Ende Oktober zu mehr als 50 Veranstaltungen in acht Thüringer Städte ein. Auch Nordhausen wird erneut Veranstaltungsort der Kulturtage sein...

Zu Gast in Nordhausen (Foto: privat) Zu Gast in Nordhausen (Foto: privat)

Das diesjährige Motto lautet „Zu Hause in der Fremde. Thüringen als jüdische Diaspora“ und wird sich verstärkt mit der jahrhundertealten Frage der Integration beschäftigen. Seit langem galten Juden als die Fremden, wurden im besten Fall zu Freunden, oft genug aber auch als Feinde behandelt. Heute leben Juden in der Jüdischen Landesgemeinde wieder mitten uns und Thüringen wird sich zunehmend seiner jüdischen Vergangenheit bewusster. Unsere Kultur wurde und wird glücklicherweise durch Juden bereichert.

Das gilt es deutlich zu machen. Die musikalisch-künstlerische Spannbreite der Kulturtage 2011 reicht dabei von Synagogalmusik über Jazz- und Klezmerklänge, klassische Kompositionen und israelische Chansons bis hin zu sephardischen und jiddischen Liedern. Die Künstler kommen 2011 aus Norwegen, Polen, Israel, Russland und Deutschland. Inhaltlich vertiefen das Thema Journalisten, Publizisten, Filmemacher und Schriftsteller. Auch Diskussionsabende mit Vertretern des Zentralrats der Juden stehen auf dem Programm.

Das Tabakspeicher in der Bäckerstraße wird am 4.11.2011 ab 19 Uhr Konzertort für den aus Israel kommenden Musiker und Erzähler Elija Avital und sein Programm „Josef und seine Brüder“ sein. Begleitet von Akkordeon und einer Trommel entführt Avital mit israelischen Chansons die Zuhörer in die Welt des Alten Testaments, die voller Diasporageschichten ist. Er erzählt altbekannte Geschichten ganz neu und so, als wäre er beim Auszug der Juden aus Ägypten oder beim Bau der Arche Noah dabei gewesen – unerhört und voller farbiger Details. (Karten zu 12 Euro bzw. 8 Euro erhalten Sie an der Abendkasse)

Von dem um 1800 in Dreißigacker bei Meiningen geborenen Juden Moses Sachs, der lange vor dem Beginn des Zionismus als erster deutscher jüdischer Einwanderer seiner Zeit nach Palästina ging, berichtet am 7.11.2011 ab 19 Uhr im Veranstaltungssaal der Sparkasse Christoph Gann. Der Diskussionsabend „Moses Sachs – ein jüdischer Pionier aus Thüringen“ mit dem Meininger Autor findet in Kooperation mit den Nordhäuser Gesprächen der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. (Der Eintritt ist frei)

Das Gesamtprogramm und weitere Informationen zu Künstlern, Terminen, Vortragsthemen und Veranstaltungsorten und finden Sie unter www.synagogenverein-erfurt.de.
Autor: nnz

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