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Fr, 13:00 Uhr
21.03.2014

Der "Aufseher"posten

Am 12. April wählt die Synode des evangelischen Kirchenkreises Südharz einen neuen Superintendenten oder einen Superintendentin. Die nnz stellt die beiden Kandidaten für den künftigen Aufseher des Kirchenkreises vor...

Gabriele Lipski und Andreas Schulze (Foto: nnz) Gabriele Lipski und Andreas Schulze (Foto: nnz)

Zur Wahl stehen Gabriele Lipski und Andreas Schwarze. Wir starten mit Frau Lipski aus zwei Gründen. Der Höflichkeit halber und aus dem Umstand heraus, dass sie, so denn die Wahl auf sie fällt, die erste Frau in diesem Kirchenamt im Südharz wäre. Seit Luther übrigens.

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Befragt man die 54 Jahre alte Krankehausseelsorgerin, verheiratet mit einem Pfarrer, Mutter von drei Kindern, nach ihrer Motivation für die Bewerbung, dann verweist sie lächelnd auf ihr Alter und auf den Umstand, dass sie seit fast 20 Jahren beruflich mit sterbenden und leidenden Menschen zu tun gehabt habe. Aber als qualifizierte Supervisorin habe sie andere Fähigkeiten. Zum Beispiel die zur Leitung, zur Anleitung von Menschen, was natürlich auch mit Fürsorge oder Vermittlung zu tun habe. "Ich will die Kirche als gute Arbeitgeberin erkennbar machen", sagt Gabriele Lipski, die mit ihrer Familie seit 20 Jahren in Nordhausen lebt.

Zuvor arbeitete die in Erfurt geborene und dort aufgewachsene Lipski als Pfarrerin in Stendal und Halle und als Vikarin in Döhlau. Sie weiß, dass sie als Superintendentin "keine irre Macht" habe, aber sie denkt, dass Frauen einen etwas andere Leitungsstil haben als Männer. Und nach fast 500 Jahren könnte man das im Kirchenkreis Südharz durchaus in der Praxis überprüfen.

Ebenfalls beworben für den Job als Nachfolger von Michael Bornschein hat sich Andreas Schwarze aus Mühlhausen. Dort ist der 42jährige seit 2003 Pfarrer der Divi-Blasii-Kirche. Geboren ist der Mann ist Bautzen, in die Schule ging er in Plauen, Pirna und Dresden, lernte danach den Beruf des Bandagisten. Das Abitur wurde ihm verwehrt, weil er sich für Konfirmation statt Jugendweihe entschieden hatte.

Nach der Wende legte er das Abitur an der Abendschule ab und begann 1992 mit dem Theologie-Studium in Jena. Seit 1991 ist der Mann verheiratet und wurde danach Vater zweier Söhne und einer Tochter.

Auch Schwarze befragten wir nach der Motivation für die Bewerbung in Nordhausen. Er habe sich wecken lassen. Mit einem Telefonanruf, er solle sich doch für die Stelle des Superintendenten bewerben. Dem folgte sozusagen der erste Schritt innerhalb seiner Annäherung in Richtung Südharz. Was folgte, das waren Gespräche, das waren euphorische Momente, abgelöst durch Zeiten des Zweifels. Letztlich aber blieben dem Mühlhäuser Pfarrer gerade mal vier Tage, vom impulsgebenden Anruf am 27. Januar bis zur Abgabe der Bewerbung.

Ob nun die Einladung nach Nordhausen, die Beschäftigung mit dem Kirchenkreis Südharz - all das versteht Andreas Schwarze als Schritte der Annäherung. Den wichtigsten wird am Sonntag gehen müssen. Dann wird er sich den Christen des Kirchenkreises im Gottesdienst in der Blasii-Kirche vorstellen.

Eine Woche später dann Vorstellungsgottesdienst für Gabriele Lipski. Danach, eben an diesem 12. April, entscheiden die 60 Synodalen, wer der neue "Aufseher" oder erstmals die "Aufseherin" für die 24.000 evangelischen Christen im Südharz sein wird. Keine Frage - es wird spannend.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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