Do, 07:04 Uhr
24.06.2004
Robby und Kroko feiern Geburtstag
Robby und Kroko feiern Geburtstag (Foto: nnz)
Neustadt/Osterode (nnz). Kinderlachen, Kaspertheater, Schwungtuchspiele, Wasserbälle, Rettungsgeräte, bunte Luftballons und 52 tote Kinder. Wie das zusammenpasst, weiß die nnz. Und Sie erfahren es mit einem Klick auf MEHR.Traurig, aber wahr: Im vergangenen Jahr verunglücken bundesweit 52 Kinder im Alter von null bis zehn Jahren beim Spielen und Planschen im Wasser. Ähnliche Opferzahlen forderten die Jahre zuvor, und auch im Jahr 2004 wird es ähnlich sein. Oft sind es vermeintlich harmlose Stellen wie der Gartenteich hinterm Haus oder das Kinderplanschbecken. Vorschulkinder bilden prozentual gesehen die größte Gefahrengruppe.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat vor wenigen Jahren ein Programm ins Leben gerufen, das helfen soll, die Zahl der jungen Opfer deutlich zu verringern: Das DLRG/ NIVEA-Kindergartenprojekt. Auch die ehrenamtlichen Lebensretter der DLRG-Ortsgruppe Hohnstein e. V. aus Neustadt sorgen sich um die Jüngsten. Ines Rahn und Manuela Jauer haben sich in Bad Nenndorf (Niedersachsen) zu Kindergarten-Teamerinnen ausbilden lassen. Seit einem Jahr sind sie nun mit ihrem zweistündigen Programm in den Kindergärten der Umgebung unterwegs. Stationen waren bislang Neustadt, Wolkramshausen und Ilfeld.
Mit dem Baderegellied, den Poolnoodeln, Rettungsgeräten und Schwungtuchspielen bringen sie nicht nur Spiel, Spaß und Bewegung in die wilde Meute. Oberstes Ziel der Aktionen ist es, die Baderegeln zu vermitteln und auf Gefahren aufmerksam zu machen, die beim Wasservergnügen lauern. Die großen Stars sind dabei stets Robby, Kroko und der Kasper, die beim Kaspertheater ihre Geschichten von der Ostsee, vom Nil und vom Schwimmbad erzählen.
Ein zweiter Teil des Programms wird direkt im Schwimmbad durchgeführt und gewöhnt die Kinder an das sichere Bewegen im kühlen Nass. Viele Kinder, die an unserem Programm teilgenommen haben, haben das Wichtigste auch zu einem viel späteren Zeitpunkt noch gut drauf, freut sich Ines Rahn über sichtbare Erfolge, sie denken mit und geben sich wirklich Mühe, etwas zu behalten. Auch auf Bundesebene zeichnen sich Trends in die richtige Richtung ab. DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens würdigte kürzlich die Arbeit der Kindergarten-Teamer und Teamerinnen.
Wichtig sind den Neustädter Tanten allerdings die persönlichen Erfolge. Die Kinder und Kindergärtnerinnen sind stets zufrieden, und auch die ersten kleinen Verehrer haben sich gefunden. Beine festhalten, die Tür versperren, Du-bleibst-hier-du-gehst-noch-nicht-Flehereien und DLRG-Materialien verstecken sind beliebte Methoden geworden, um beide Teamerinnen mit ihren bunten Utensilien zum Bleiben zu überreden. Die Expertenmeinung über das Kindergartenprojekt steht demnach fest.
Manuela Jauer

