Di, 14:58 Uhr
23.08.2016
die Deutsche Einheit - auf Arabisch
Die deutsche Seele verstehen lernen
Man kann nur dann etwas wirklich verstehen, wenn man weiß wie es entstanden ist. Insbesondere gilt das für Länder und ihre Gesellschaften, die historisch gewachsen sind. Mit diesen Hintergedanken wurde an der Nordhäuser Volkshochschule heute eine Ausstellung zur Deutschen Einheit eröffnet - auf Arabisch...
Die deutsche Einheit - auf Arabisch zu sehen in der Nordhäuser Volkshochschule (Foto: Angelo Glashagel)
Um Land und Leute kennen zu lernen, die Mentalität, das Selbstverständnis und die Kräfte zu verstehen, die in einer Gesellschaft wirken, reicht es nicht aus allein die Sprache zu beherrschen. Wer verstehen will, wie man an dem Punkt angekommen ist, an dem man sich heute befindet, der muss wissen wo man hergekommen ist. Kurzum - man muss sich mit der Geschichte eines Landes auseinandersetzen.
Eben diese Auseinandersetzung ermöglicht man seit heute Geflüchteten an der Nordhäuser Volkshochschule. In den Räumen der Schule, in denen auch die verschiedenen Sprachkurse des Hauses stattfinden, ist seit heute Nachmittag eine umfangreiche Ausstellung zur Deutschen Einheit zu sehen, mit all ihrem auf und ab.
Die Schau sei vielfältiger, als man auf den ersten Blick sehen könne, sagte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Er freue sich, dass die Ausstellung dort zu sehen sei wo auch die Menschen sind, an die sie sich richtet. Es gehe darum zu zeigen, das es vor 25 Jahren auch hier ein anderes System gegeben habe, das die demoktratischen Grundsätze denen man sich heute verpflichtet fühlt, das Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Gleichberechtigung einen Ursprung haben. Es gehe darum "unsere Seele zu verstehen", so Zeh weiter und auch darum Mut zu machen, zu zeigen das Revolutionen auch friedlich ablaufen können.
Die deutsche Einheit - auf Arabisch zu sehen in der Nordhäuser Volkshochschule (Foto: Angelo Glashagel)
Tatsächlich sei die friedliche Revolution von 1989/90 ein Vorbild gewesen für den Beginn des arabischen Frühlings, vor allem in Tunesien und Ägypten, sagte Mohammad Sayed, Vorsitzender des Nordhäuser Integrationsbeirates. Paralellen und Überschneidungen der deutschen und der ägyptischen Geschichte habe es immer wieder gegeben, sagte Sayed der nnz, etwa während des zweiten Weltkrieges. Er selbst lebt seit 1999 in Deutschland und hat den Fall der Mauer als Jugendlicher von Ägypten aus verfolgt. Die Zeitschrift "das Magazin" gab es damals auf Arabisch, erinnerte sich Sayed, er besaß ein Abo. Seit er in Deutschland ist, habe er beobachten können, wie die Unterschiede zwischen Ost und West geschmählert wurden, und er hoffe, dass es die Menschen auch in Zukunft schaffen würden, ihren Willen friedlich gegen Regime durchzusetzen.
Im Nahen Osten ist es um die Aussichten auf Frieden eher schlecht bestellt. Das es auch anders gehen kann, hat die Geschichte Deutschlands gezeigt. Vielleicht kann sie auch heute noch Vorbild sein, wenn man sie auch als solche zu vermitteln weiß.
Organisiert wurde die Ausstellung vom Verein "Gegen Vergessen, für Demokratie". Bis Ende Oktober wird sie in den Räumen der Volkshochschule zu sehen sein, danach könnte sie einen neuen Platz in den Fluren der Ausländerbehörde finden, wie der Beigeordnete des Kreises, Stefan Nüßle bekannt gab. Wer selber einen Blick auf die Ausstellung werfen will und des arabischen nicht mächtig ist, der findet vor Ort auch eine Handreichung in deutscher Sprache.
Angelo Glashagel
Autor: red
Die deutsche Einheit - auf Arabisch zu sehen in der Nordhäuser Volkshochschule (Foto: Angelo Glashagel)
Um Land und Leute kennen zu lernen, die Mentalität, das Selbstverständnis und die Kräfte zu verstehen, die in einer Gesellschaft wirken, reicht es nicht aus allein die Sprache zu beherrschen. Wer verstehen will, wie man an dem Punkt angekommen ist, an dem man sich heute befindet, der muss wissen wo man hergekommen ist. Kurzum - man muss sich mit der Geschichte eines Landes auseinandersetzen.
Eben diese Auseinandersetzung ermöglicht man seit heute Geflüchteten an der Nordhäuser Volkshochschule. In den Räumen der Schule, in denen auch die verschiedenen Sprachkurse des Hauses stattfinden, ist seit heute Nachmittag eine umfangreiche Ausstellung zur Deutschen Einheit zu sehen, mit all ihrem auf und ab.
Die Schau sei vielfältiger, als man auf den ersten Blick sehen könne, sagte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Er freue sich, dass die Ausstellung dort zu sehen sei wo auch die Menschen sind, an die sie sich richtet. Es gehe darum zu zeigen, das es vor 25 Jahren auch hier ein anderes System gegeben habe, das die demoktratischen Grundsätze denen man sich heute verpflichtet fühlt, das Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Gleichberechtigung einen Ursprung haben. Es gehe darum "unsere Seele zu verstehen", so Zeh weiter und auch darum Mut zu machen, zu zeigen das Revolutionen auch friedlich ablaufen können.
Die deutsche Einheit - auf Arabisch zu sehen in der Nordhäuser Volkshochschule (Foto: Angelo Glashagel)
Tatsächlich sei die friedliche Revolution von 1989/90 ein Vorbild gewesen für den Beginn des arabischen Frühlings, vor allem in Tunesien und Ägypten, sagte Mohammad Sayed, Vorsitzender des Nordhäuser Integrationsbeirates. Paralellen und Überschneidungen der deutschen und der ägyptischen Geschichte habe es immer wieder gegeben, sagte Sayed der nnz, etwa während des zweiten Weltkrieges. Er selbst lebt seit 1999 in Deutschland und hat den Fall der Mauer als Jugendlicher von Ägypten aus verfolgt. Die Zeitschrift "das Magazin" gab es damals auf Arabisch, erinnerte sich Sayed, er besaß ein Abo. Seit er in Deutschland ist, habe er beobachten können, wie die Unterschiede zwischen Ost und West geschmählert wurden, und er hoffe, dass es die Menschen auch in Zukunft schaffen würden, ihren Willen friedlich gegen Regime durchzusetzen.
Im Nahen Osten ist es um die Aussichten auf Frieden eher schlecht bestellt. Das es auch anders gehen kann, hat die Geschichte Deutschlands gezeigt. Vielleicht kann sie auch heute noch Vorbild sein, wenn man sie auch als solche zu vermitteln weiß.
Organisiert wurde die Ausstellung vom Verein "Gegen Vergessen, für Demokratie". Bis Ende Oktober wird sie in den Räumen der Volkshochschule zu sehen sein, danach könnte sie einen neuen Platz in den Fluren der Ausländerbehörde finden, wie der Beigeordnete des Kreises, Stefan Nüßle bekannt gab. Wer selber einen Blick auf die Ausstellung werfen will und des arabischen nicht mächtig ist, der findet vor Ort auch eine Handreichung in deutscher Sprache.
Angelo Glashagel






