Mi, 20:57 Uhr
08.09.2004
Sterben gehört dazu
Nordhausen (nnz). Irgendwann ist jeder dran, aber nicht jeder hat das Glück friedlich in seinem Bett einzuschlafen. Menschen, die unter schweren Krankheiten leiden, sollen sich am Ende ihres Lebens nicht unnötig quälen. Eine neue Station des Südharzkrankenhauses ermöglicht ein würdiges Sterben.
Sterben gehört dazu (Foto: nnz)
In jedem Krankenhaus wird gestorben. Das können die Ärzte selbst mit der modernsten Medizin nicht verhindern. Den Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden und starke Schmerzen haben, soll es nun ermöglicht werden, ihre letzte Lebenszeit so gut es geht zu verbringen.
Ganz klein fing die Palliativstation an, mit zwei Betten in der Gynäkologie und einem in der HNO Station. Inzwischen betreut Chefärztin Dr. Sabine Schnohr drei Einzelzimmer und drei Zwei-Bett-Zimmer. Nur eines der Einzelzimmer ist zur Zeit nicht belegt. Zwei Wohnräume und ein Eßzimmer gehören außerdem zu der Station.
Zur Zeit werden hier vor allem unheilbar an Krebs erkrankte Patienten behandelt. Niemand soll unnötig an lebensverlängernden Maschinen angeschlossen werden. Ärzte und Schwestern bemühen sich statt dessen darum, die Wünsche der Kranken zu erfüllen und die verbleibende Zeit in bestmöglicher Lebensqualität möglich zu machen. Der Tod soll nicht verdrängt, sondern ins Leben integriert werden.
In Thüringen gibt es nur noch zwei weitere Palliativstationen, in Erfurt und in Bad Berka. Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille kann mit Recht stolz darauf sein, daß in Nordhausen solch eine Station geschaffen wurde. Ohne engagierte Ärzte und Schwestern geht so etwas natürlich nicht.
Auf der Station werden Mediziner der verschiedenen Fachrichtungen tätig sein. Auch Seelsorger der evangelischen und katholischen Kirche sowie Psychologen und Sozialarbeiter kümmern sich um die Kranken. Sterbebegleitung, nicht aber die aktive Sterbehilfe, werden angeboten. Das alles findet auch in Zusammenarbeit mit den Angehörigen des Patienten statt. In den Einzelzimmern können diese auf einem Sofa übernachten.
Chefärztin Dr. Sabine Schnohr erklärte zur heutigen offiziellen Eröffnung, warum es überhaupt notwendig ist, so eine Station zu eröffnen. Früher ging es doch auch ohne. Inzwischen ist aber die Lebenserwartung in Thüringen stark angestiegen. Sie liegt bei 74 Jahren für Männer und 80 bei Frauen. Mehr als 20 % aller Menschen sind schon heute über 65 Jahre, und es werden immer mehr Alte. Dieser Personenkreis leidet jedoch oft unter chronischen Krankheiten, die mit den Jahren nicht besser werden.
Ein anderer Teil der Patienten gehört zu den 25 bis 30 % der Krebskranken, die nach wie vor nicht von ihrem Leiden geheilt werden können. Die häufigen Symptome der Krankheit, sowie der Chemotherapie, wie Übelkeit, Erbrechen und Erschöpfung können auf der Palliativstation gelindert werden.
Überall fehlt das Geld, auch für solche ehrgeizigen und sinnvollen Projekte. Deshalb regte die Chefärztin an, einen Förderverein zu gründen. Wer wollte, konnte sich heute schon in eine Liste eintragen.
Ihren Dank sprach Frau Dr. Sabine Schnohr nicht nur ihren Kollegen und dem Geschäftsführer aus, sondern besonders den Patienten, die ihr gezeigt haben, wie wichtig die Bejahung des Lebens bei Akzeptanz des Todes ist.
Autor: wf
Sterben gehört dazu (Foto: nnz)
In jedem Krankenhaus wird gestorben. Das können die Ärzte selbst mit der modernsten Medizin nicht verhindern. Den Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden und starke Schmerzen haben, soll es nun ermöglicht werden, ihre letzte Lebenszeit so gut es geht zu verbringen. Ganz klein fing die Palliativstation an, mit zwei Betten in der Gynäkologie und einem in der HNO Station. Inzwischen betreut Chefärztin Dr. Sabine Schnohr drei Einzelzimmer und drei Zwei-Bett-Zimmer. Nur eines der Einzelzimmer ist zur Zeit nicht belegt. Zwei Wohnräume und ein Eßzimmer gehören außerdem zu der Station.
Zur Zeit werden hier vor allem unheilbar an Krebs erkrankte Patienten behandelt. Niemand soll unnötig an lebensverlängernden Maschinen angeschlossen werden. Ärzte und Schwestern bemühen sich statt dessen darum, die Wünsche der Kranken zu erfüllen und die verbleibende Zeit in bestmöglicher Lebensqualität möglich zu machen. Der Tod soll nicht verdrängt, sondern ins Leben integriert werden.
In Thüringen gibt es nur noch zwei weitere Palliativstationen, in Erfurt und in Bad Berka. Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille kann mit Recht stolz darauf sein, daß in Nordhausen solch eine Station geschaffen wurde. Ohne engagierte Ärzte und Schwestern geht so etwas natürlich nicht.
Auf der Station werden Mediziner der verschiedenen Fachrichtungen tätig sein. Auch Seelsorger der evangelischen und katholischen Kirche sowie Psychologen und Sozialarbeiter kümmern sich um die Kranken. Sterbebegleitung, nicht aber die aktive Sterbehilfe, werden angeboten. Das alles findet auch in Zusammenarbeit mit den Angehörigen des Patienten statt. In den Einzelzimmern können diese auf einem Sofa übernachten.
Chefärztin Dr. Sabine Schnohr erklärte zur heutigen offiziellen Eröffnung, warum es überhaupt notwendig ist, so eine Station zu eröffnen. Früher ging es doch auch ohne. Inzwischen ist aber die Lebenserwartung in Thüringen stark angestiegen. Sie liegt bei 74 Jahren für Männer und 80 bei Frauen. Mehr als 20 % aller Menschen sind schon heute über 65 Jahre, und es werden immer mehr Alte. Dieser Personenkreis leidet jedoch oft unter chronischen Krankheiten, die mit den Jahren nicht besser werden.
Ein anderer Teil der Patienten gehört zu den 25 bis 30 % der Krebskranken, die nach wie vor nicht von ihrem Leiden geheilt werden können. Die häufigen Symptome der Krankheit, sowie der Chemotherapie, wie Übelkeit, Erbrechen und Erschöpfung können auf der Palliativstation gelindert werden.
Überall fehlt das Geld, auch für solche ehrgeizigen und sinnvollen Projekte. Deshalb regte die Chefärztin an, einen Förderverein zu gründen. Wer wollte, konnte sich heute schon in eine Liste eintragen.
Ihren Dank sprach Frau Dr. Sabine Schnohr nicht nur ihren Kollegen und dem Geschäftsführer aus, sondern besonders den Patienten, die ihr gezeigt haben, wie wichtig die Bejahung des Lebens bei Akzeptanz des Todes ist.

