nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
So, 09:21 Uhr
22.09.2019
Dichterstätte Sarah Kirsch

“Schule der guten Laune”

Am kommenden Samstagnachmittag treffen sich Literaturfreunde im Geburtshaus Sarah Kirschs beim Vorstellen der neuesten Publikation des Fördervereins aus der Limlingeröder Reihe, dem KALEIDOSKOP V, dabei sein zu können. Dieses Buch beinhaltet folgende Texte...

  • “Die Sarah-Kirsch-Tage Anfang Juni 1997 in Nordhausen und Limlingerode”
  • “Sarah Kirsch als Dichterin für Kinder, vorgestellt am Ort ihrer frühen Kindheit”
  • Sarah Kirschs Erinnerungen über Jahrzehnte an die Familie A.”
  • “Auf den Spuren Sarah Kirschs in Halle an der Saale - eine Exkursion /Als das Dichten seinen Anfang nahm”
  • “Sarah Kirschs ‘Schule der guten Laune’, eine Reportage von 1963”
  • “Teil 2 des Briefwechsels Sarah Kirschs mit Heidelore Kneffel - Texte der Dichterin”
  • “Neue Erkenntnisse über den Band ‘La Pagerie', einem südländischen Schlösschen in Frankreich”
  • “Engel in Limlingerode - Mit Sarah Kirsch starb eine große Dichterin, die auch einmal in Thüringen zu Hause war” von Frank Quilitzsch gekürzte Fassung.
Zu den Texten gibt es zahlreiche Fotografien, entstanden von Freunden und Bekannten der Dichterin in unterschiedlichen Zeiten, die hier zum ersten Mal veröffentlicht werden.  

Im Mittelpunkt des Nachmittags steht Sarah Kirschs Reportagetext von 1963 "Schule der guten Laune" über die Gerhart-Hauptmann-Schule in Wernigerode, die ja wegen ihres gemischten Jugend-Chores “Ruhm” erlangte, vor  allem wegen des Musiklehrers und Chorleiters Friedrich Krell, der, hochbetagt, in Wernigerode lebt. Zum ersten Mal veröffentlicht wurde diese Prosa im "Sonntag" Nr. 30, 1963, der "Wochenzeitschrift für Kulturpolitik, Kunst und Wissenschaft". Eine gekürzte Fassung erschien später bei Reclam in einer Anthologie mit DDR-Reportagen.

Sarah Kirsch nahm diesen Text nicht in ihren Werkkatalog auf. Gründe dafür werden am Samstag erläutert. Neben dem Chor als Gemeinschaft, steht der Chorleiter Friedrich Krell als Persönlichkeit im Mittelpunkt der Reportage, ein Mann, der der Dichterin Hochachtung abverlangt. Geboren 1928, studierte er von 1947 bis 1951 an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg Pädagogik in den Fächern Chemie, Physik und Musik.

Er promovierte 1970 zum Dr. phil., da war er bereits 19 Jahre Leiter des gemischten Jugend-Chores an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wernigerode. Wie er dieses außerordentliche Ensemble formte, ergründet die Kirsch in ihrem schwungvoll geschriebenen Text. In Limlingerode wird besonders hervorgehoben, wie dieser Chor eine Jugendkantate des Komponisten Rolf Lukowsky und des Dichters Rainer Kirsch "Wir freun uns auf den Wind von morgen" einstudiert, die diese dem Chor gewidmet hatten.

Friedrich Krell, bis 1996 Leiter dieses deutschen Chores der Spitzenklasse, mit dem wir telefonisch und brieflich in Verbindung standen, schickte uns nach Veröffentlichung des KALEIDOSKOP V eine DVD, auf der der Chor vorgestellt und die Entstehung der Kantate mit filmischen Mitteln gezeigt wird. Ein einprägsames Zeitdokument. Die Gäste erwartet also u.a. eine Wiederentdeckung eines Sarah-Kirsch-Texte, also etwas Bemerkenswertes.
Heidelore Kneffel
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.