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Mo, 15:57 Uhr
22.02.2021
Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser

Amphibienparadies wird saniert

Westlich der Gemeinde Stempeda, am Fuße des „Alten Stolbergs“, hat der Landschaftspflegeverband damit begonnen, einen Teich unter Naturschutzaspekten zu sanieren und somit als Lebensraum für Amphibien und Eisvögel langfristig zu erhalten und aufzuwerten...

Infolge der lange zurückliegenden Aufgabe der Bewirtschaftung, einer defekten Abflussregelung und Sickerstellen im Damm sowie einem hohen Eintrag von Laub und Astwerk der umstehenden und umbrechenden Gehölze nimmt die Schlammauflage am Teichboden immer mehr zu und der Teich droht allmählich zu verlanden. Somit droht er als Habitat für eine Vielzahl gefährdeter und geschützter Arten verlorenzugehen.

Um den im Gebiet des Teiches vorkommenden gefährdeten Tierarten wie Geburtshelfer- und Kreuzkröten, Feuersalamandern und Grasfröschen, um beispielgebend nur einige Arten zu nennen, am Teich und in dessen Umfeld langfristig geeignete Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen schaffen zu können, sind umfangreiche Arbeiten zur Renaturierung notwendig. Zur Reparatur des Auslaufbauwerkes wird der Teich unter Entnahme und Umsiedlung des noch vorhandenen, geringen Fischbestandes entleert.

Blick auf den Teich bei Stempeda (Foto: Sarah Backhaus) Blick auf den Teich bei Stempeda (Foto: Sarah Backhaus)


Neben der Entschlammung der Teichsohle, einer Beräumung der Fläche von defekten Stegbauten, Fischzuchtbehältern, Abfällen, Windbruchholz und intensivem Schilfbewuchs werden die Uferbereiche naturnah gestaltet und die vorhandenen Gehölze fachgerecht gepflegt. Durch die Reparatur des Auslaufbauwerkes kann ein Austrocknen des Teiches verhindert und das Wasserregime somit zukünftig amphibienfreundlich gestaltet werden. Eine Neumodellierung des Dammes und der Abstich einer Uferwand zur Formung als „Eisvogelwand“, das heißt die Schaffung einer potentiellen Brutstätte für Eisvögel, ergänzen die Maßnahmen.

Die Arbeiten erfordern temporär umfangreiche Eingriffe in das Gebiet, das in der äußeren, naturschutzkonform bewirtschafteten Zone des Naturschutzgebietes „Alter Stolberg“ liegt und werden mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen und in enger Abstimmung mit dem Naturpark Südharz sowie dem Teich-Eigentümer und dem im Gebiet wirtschaftenden Landwirt durchgeführt.

Darunter fallen die Schaffung von Arbeitsfreiheit für die benötigte Technik, die Zwischenlagerung und Trocknung des ausgebaggerten Schlammes, der An- und Abtransport aller Materialien sowie alle weiteren Arbeitsschritte der Teichrenaturierung. Die Aufwertung des Habitats durch eine Verbesserung des Wasserregimes im Teich und eine naturschutzkonforme Gestaltung sind nachhaltig wirkende Bausteine zum Erhalt der Artenvielfalt in der Südharzer Gipskarstregion, dem sich der LPV unter seinem Vorsitzenden Egon Primas verschrieben hat. Gefährdete und geschützte Arten stehen im Hotspot-Projekt „Gipskarst Südharz Artenvielfalt erhalten und erleben“ besonders im Fokus, damit die Artenvielfalt der Region langfristig erhalten bleibt.

Das Projekt „Gipskarst Südharz Artenvielfalt erhalten und erleben“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN), die Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT) und den Landkreis Nordhausen.
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